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Kirchholz und Reiter Alpe werden militärischer Sicherheitsbereich

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Kirchholz und Reiter Alpe werden militärischer Sicherheitsbereich | Bad Reichenhall
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Das etwa 113 Hektar große Areal des Standortübungsplatzes Kirchholz liegt zwischen Bad Reichenhall und Bayerisch Gmain. (Foto: Gebirgsjägerbrigade 23)

Bad Reichenhall – Das Landeskommando Bayern gab die dringende Empfehlung, den Standortübungsplatz Kirchholz und das Hochgebirgsübungsgebiet auf der Reiteralpe umzuwidmen. Nun wird aus einem militärischen Bereich ein militärischer Sicherheitsbereich.


Der Grund dafür seien der Einsatz von neuen Übungsgeräten, aber auch das teils uneinsichtige Verhalten der Zivilbevölkerung bei Übungen. Bisher hat sowohl der Standortübungsplatz Kirchholz als auch der Gebirgsübungsplatz Reiteralpe den Status eines »Militärischen Bereiches«.

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Das heißt, es handelt sich um ein Gelände, auf dem die Bundeswehr Hausrecht genießt. Um die Bevölkerung und die Gäste entsprechend zu informieren, sind an den Zugängen Warntafeln mit folgender Aufschrift angebracht: »Militärischer Bereich – Unbefugtes Betreten während der Übungszeiten ist verboten! Zuwiderhandlungen werden verfolgt! Betreten außerhalb der Übungszeiten geschieht auf eigene Gefahr!«

Gefährdung ausschließen

Zusätzlich gibt es an den Hauptzugängen noch Informationstafeln. Die Übungszeiten sind grundsätzlich von Montag bis Donnerstag, 7 bis 17 Uhr und am Freitag von 7 bis 13 Uhr festgelegt. Nacht- und Wochenendübungen werden bei Bedarf – auch kurzfristig – angezeigt. Im Großen und Ganzen halten sich Anwohner und Besucher an diese Einschränkungen. Aber es gibt auch immer wieder Ausnahmen, die einerseits zu Ausbildungs- beziehungsweise Übungsunterbrechungen oder auch zu einer Gefährdung der Zivilbevölkerung führen können. Auch Uneinsichtigkeit und ein überzogenes Anspruchsdenken seien keine Seltenheit.

In Übereinstimmung mit den geltenden Regelungen der Bundeswehr werden sowohl der Standortübungsplatz Kirchholz als auch der Gebirgsübungsplatz Reiteralpe zu einem »Militärischen Sicherheitsbereich« erklärt, um die Bevölkerung vor auftretenden Gefahren beim Schieß- und Übungsbetrieb zu schützen. Die Aufschrift auf den Hinweisschildern lautet dann wie folgt: »Militärischer Sicherheitsbereich – Grenze des Standortübungsplatzes – Schieß- und Übungsbetrieb. Blindgänger! Lebensgefahr! Unbefugtes Betreten des Platzes ist verboten und wird strafrechtlich verfolgt«.

Diese Maßnahme ist aufgrund der sich intensivierten Auslastung der Übungsplätze und neuer Rahmenbedingungen beim Schieß- und Übungsbetrieb notwendig geworden. Durch die veränderte Nutzung kommt es auf dem Standort- beziehungsweise Gebirgsübungsplatz unter anderem zu potenziellen Gefährdungen durch künstliche optische Strahlung (Laser), Schallemissionen, Flugbewegungen mit Drohnen sowie Gefährdungen durch den Übungsbetrieb beispielsweise durch gepanzerte Fahrzeuge. Oberstes Ziel dieser Umwidmung sei, den Bürger vor Gefahren für Leib und Leben zu schützen.

Bevölkerung miteinbeziehen

Da es der Bundeswehr an guter Nachbarschaft gelegen sei und im Berchtesgadener Land besondere Verhältnisse in Bezug auf das Nebeneinander von Fremdenverkehr und Bundeswehr bestünden, möchte die Bundeswehr diese notwendige Umwandlung so vollziehen, dass einerseits die Sicherheit der Zivilbevölkerung gewährleistet werden kann und andererseits auch die Interessen der Bevölkerung berücksichtigt werden. Hierzu werden innerhalb der Bundeswehr demnächst entsprechende Anträge an die zuständigen Genehmigungsbehörden gestellt.

Die Umwandlung für beide Plätze soll nach derzeitigem Stand zum 1. Juli 2020 erfolgen. Der gesamte Prozess der Umwandlung soll transparent gestaltet werden und die Anliegen der Bevölkerung – soweit möglich – berücksichtigt werden. Unter anderem wird von der Bundeswehr derzeit geprüft, einen Alternativweg rund um das Kirchholz – auf Bundeswehrgelände – außerhalb des Militärischen Sicherheitsbereiches anzulegen, um der Bevölkerung und den Gästen das Kirchholz durchgehend zugängig zu machen. fb

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