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Klares Ja zur Hegeschau

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Kreisgruppen-Vorstand Hans Berger (Zweiter von links) ehrte bei der Hegeschau (von links) Hans Niederberger, Michael Dorrer, Claus Piscantor, Christian Gloss, Rainer Argstatter, Werner Schmölzl. (Foto: M. Konnert)

Teisendorf – Einmal im Jahr müssen Jäger die Trophäen ihres erlegten Wilds der Öffentlichkeit präsentieren. So geschehen im Poststall Teisendorf, wo die Kreisgruppe Berchtesgadener Land des Landesjagdverbands Bayern (BJV) ihre Hegeschau veranstaltete.


Schon am Vormittag konnte sich die Öffentlichkeit bei einem Frühschoppen einen Überblick über die Jagdtätigkeit im Landkreis verschaffen und die über 2000 ausgestellten Exponate bewundern. Darunter war erstmals auch das Fell eines Marderhundes, der bei Weildorf in die Falle gegangen war. Einig waren sich die Teilnehmer, dass die Pflichthegeschau in Bayern beibehalten werden müsse.

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Hans Berger, Vorstand der Kreisgruppe Berchtesgadener Land, eröffnete den amtlichen Teil der Hegeschau im Poststall. Neben den mehr als 200 Jägern waren zahlreiche Ehrengäste gekommen, darunter die Landtagsabgeordnete Michaela Kaniber, Landrat Georg Grabner und Teisendorfs Bürgermeister Thomas Gasser. In ihren Grußworten betonten alle die gute Zusammenarbeit mit den Jägern und das konstruktive Verhältnis zwischen Jägern, Landwirten und Waldbesitzern in Gemeinden und Landkreis.

»Bayern steht zur Jagd und zu seinen Jägern«, betonte die Landtagsabgeordnete Michaela Kaniber daher auch das klare Bekenntnis der CSU im Landtag zur Beibehaltung der Hegeschauen. Der Bitte nach enger Zusammenarbeit zum Wohle von Wald und Wild schloss sich Daniel Müller, Leiter des Forstbetriebs Berchtesgaden der Bayerischen Staatsforsten, an. Wichtig sei den Staatsforsten die tierschutzgerechte Jagd sowohl zur Steigerung der gesellschaftlichen Akzeptanz als auch für die Direktvermarktung des wertvollen Lebensmittels Wild.

Hochwildjagdberater Andreas Soyter konzentrierte sich in seinem Vortrag auf die Themen »Geschlechterverhältnis« und »Überwinterung«. Beim Umbau des Geschlechterverhältnisses seien zwar leichte Erfolge erzielt worden, die Situation im Landkreis sei aber noch nicht zufriedenstellend. Er mahnte eine ambitioniertere Vorgehensweise an, um mittelfristig messbare Erfolge zu erzielen. Auch kritisierte er die überdimensionierten Kirrungen (Lockfütterungen), die in manchen Gebirsgbereichen Rotwild vom Zug in die Wintergatter abgehalten hätten. Es würde daher dringend ein Kirr- und Fütterungskonzept benötigt. Hier läge der Ball bei der Jägerschaft und der Hochwildhegegemeinschaft.

Der strenge Winter habe dem Hochwild stark zugesetzt, erläuterte Hochwildhegeringleiter Hans Niederberger. Das Wild sei deshalb in tiefere Lagen gewandert. Als Folge sei dort der Verbiss trotz Erfüllung des Abschusses gestiegen. Beim Rotwild liege die Abschusserfüllung in der Hegegemeinschaft bei 82,5 Prozent, beim Gamswild bei 86 Prozent. Davon seien 40 Prozent Gamsböcke. Die Gamsstrecke habe sich in den letzten Jahren stetig erhöht auf jetzt 416. Diese Entwicklung sei kritisch zu hinterfragen, so Niederberger.

Zufrieden mit der Abschusserfüllung in den fünf Niederwild-Hegegemeinschaften zeigte sich Niederwildjagdberater Erich Tropp. Gegenüber dem Vorjahr seien 120 Rehe mehr geschossen worden, bei Rehwild liege die Quote bei 112 Prozent. Dem Rehwild gehe es sehr gut. Sowohl die Trophäenqualität als auch das Wildbretgewicht seien deutlich gestiegen.

Warum Jagd eigentlich Waldbau sei, führte Leitender Forstdirektor Alfons Leitenbacher, Leiter des Amts für Landwirtschaft und Ernährung, in seinem Referat aus. »Jagd kann einen naturnahen Waldbau massiv behindern oder erschweren oder massiv unterstützen« meinte er. Denn zwischen Schalenwild und Wald bestehe eine enge Wechselwirkung. Das Jagdmanagement habe einen großen Einfluss auf die Zusammensetzung und Struktur der Wälder und damit auf ihre Gesundheit, Stabilität und Leistungsfähigkeit.

Dem schloss sich Vorstand Hans Berger an. Als Vertreter der Jägerschaft setze er sich dafür ein, dass im Landkreis ein stabiler Wald wächst, der den Anforderungen der Zukunft gerade im Klimawandel gerecht werde. Er appelliere an alle, die mit der Jagd zu tun haben, im Gespräch zu bleiben. Als Forum würden die Hegeschauen dabei eine wichtige Rolle spielen.

Berger ehrte im Anschluss langjährige Mitglieder: Für 60-jährige Mitgliedschaft erhielten Christian Gloss (Neukirchen), Claus Piscantor (Bischofswiesen) und in Abwesenheit Karl Schmelz (Teisendorf) die Treuenadel des Bayerischen Landesjagdverbands. Das Ehrenzeichen in Bronze des Landesjagdverbands Bayern für außergewöhnliche Verdienste um das Jagdwesen in Bayern wurde an Reiner Argstatter (Piding), Werner Schmölzl (Bayerisch Gmain) und Michael Dorrer (Bad Reichenhall) verliehen. Den langjährigen Vorsitzenden der Kreisgruppe Berchtesgadener Land, Hans Niederberger, ernannte Hans Berger zum Ehrenvorsitzenden der Kreisjägerschaft im Berchtesgadener Land. kon

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