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Kletterer stürzt in der Watzmann-Ostwand ins Seil

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Der Rettungshubschrauber »Christoph 14« barg in der Watzmann-Ostwand einen Kletterer, der sich bei einem Sturz ins Seil eine Handverletzung zugezogen hatte. Das Foto hat Alexander Stocker von der Mittelspitze aus aufgenommen. (Foto: Stocker)

Schönau am Königssee – Den ganzen Tag über gefordert war am Dienstag die Bergwacht Berchtesgaden. Zwei von sechs Einsätzen liefen in der Watzmann-Ostwand ab, wo sich zwei Kletterer verstiegen hatten und einer bei einem Sturz ins Seil verletzt hatte. Gestern Mittwoch wurden dann die Bereitschaften Berchtesgaden und Ramsau noch zur Abklärung der Auswirkungen eines Felssturzes im Watzmannkar gerufen.


Die Orientierung hatten am Dienstag ein 51-jähriger Traunsteiner und ein 32-jähriger Schönauer bei der Begehung des Berchtesgadener Wegs in der Watzmann-Ostwand verloren. Sie nahmen bereits im Schuttkar den falschen Weg, gerieten in schwieriges Gelände und setzten dann gegen 10 Uhr einen Notruf ab. Die Bergwacht Berchtesgaden holte die beiden Männer mit Unterstützung des Traunsteiner Rettungshubschraubers »Christoph 14« per Bergetau unverletzt aus der Wand.

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Ein weiteres Mal musste der Rettungshubschrauber gegen 14 Uhr in die Ostwand fliegen. Ein 38-jähriger Kletterer aus dem Landkreis Cham war rund 200 Meter oberhalb der Biwakschachtel auf etwa 2 500 Metern Höhe rund zwei bis drei Meter ins Seil gestürzt und hatte sich dabei eine offene Handverletzung zugezogen. Die Bergretter schienten und verbanden die verletzte Hand, und flogen den Mann dann ebenfalls per Rettungstau aus der Wand.

Fast zur selben Zeit gegen 14.30 Uhr hatten sich zwei 64 und 65 Jahre alte Urlauber im Waldgelände unterhalb der Rabenwand am Königssee verlaufen. Zwei Einsatzkräfte der Bergwacht nahmen zunächst Rufverbindung zu dem Mannheimer Ehepaar auf und führten sie dann unverletzt durch das steile Gelände zurück zum Weg.

Gegen 16 Uhr machte sich die Bergwacht auf den Weg zum Sulzbergkaser am Jenner, wo eine herzkranke Wanderin aus Schweden Kreislaufprobleme bekommen hatte. Die Einsatzkräfte versorgten die 69-Jährige und brachten sie zum Parkplatz Hinterbrand. Dort übernahm der Notarzt die Patientin und brachte sie in die Kreisklinik Berchtesgaden.

Ein bei einem Sturz verletztes Kind wurde fast zur gleichen Zeit vom Kehlstein gemeldet. Das fünfjährige Kind aus Dubai hatte in der Nähe des Kehlsteinhauses eine Platzwunde am Kopf erlitten. Der Hubschrauber »Christoph 14« nahm das Kind direkt auf und brachte es in die Kreisklinik Bad Reichenhall.

Kurz vor 17 Uhr ging dann noch ein Hilferuf von der Sigeretplatte ein. Dort hatte sich ein 40-jähriger aus der Region Hannover, der vom Wimbachgries in Richtung Königssee absteigen wollte, verstiegen. Als er nicht mehr weiterkam, alarmierte er per Handynotruf die Bergwacht. Die eilte mit dem Hubschrauber »Christoph 14« heran und nahm den unverletzten Bergsteiger per Tau auf und flog ihn zum Landeplatz in Schönau am Königssee. Um 18.30 Uhr war für die insgesamt sechs Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden ein langer Arbeitstag zu Ende.

Allerdings war gestern Nachmittag erneut Hilfe nötig. Vom Dritten Watzmannkind hatte ein Bergsteiger einen massiven Felssturz gemeldet. Weil er auch einen Schrei gehört hatte und eine Gruppe von Bergsteigern, die er zuvor noch gesehen hatte, nicht mehr lokalisieren konnte, alarmierte er die Bergwacht Berchtesgaden. Die leitete den Notruf an die zuständige Bergwacht Ramsau weiter. Zusammen mit dem Hubschrauber »Christoph 14« und dem angeforderten Polizeihubschrauber galt es, die Situation abzuklären. Das dauerte bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe an. Ulli Kastner