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Königlicher Besuch bei der St. Bartholomä Kirchweih

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Eine Kulisse wie aus dem Bilderbuch: An die 50 Weihnachtsschützen waren am Sonntag den ganzen Tag im Einsatz. Sie begleiteten die St. Bartholomä Kirchweih feierlich mit Salven und Salutschüssen.
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Pfarrer Herwig Hoffmann zelebrierte den Feldgottesdienst. (Fotos: B. Stanggassinger)
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Königlicher Besuch bei der St. Bartholomä Kirchweih: Ferdinand Prinz zur Lippe mit Louis-Ferdinand, daneben Auguste von Bayern, Urenkelin von Kronprinz Rupprecht, mit Carl-Philipp auf dem Arm, Fischer Thomas Amort und Hund »Congo«.
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Vroni Zechmeister legte vom Landauer aus den Kranz zum Gedenken an das Wallfahrerunglück nieder.
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Bei dieser Hitze ist eine Abkühlung eine Wohltat. Auch Pater Kajetan zog sein Ordensgewand nach oben und kühlte die Füße.

Schönau am Königssee – Am Kirchturm St. Bartholomä wehte »Zachäus«, die Kirchweihfahne, und die Seelände war festlich geschmückt mit Fichtenbäumchen und Fähnchen: So feierten Einheimische, Musikanten aus Maria Alm und viele Bergsteiger und Besucher das diesjährige Kirchweihfest in St. Bartholomä. Dieses war neben einem traditionellen Feldgottesdienst geprägt von traumhaftem Wetter, erstklassiger Musik, den Schüssen der Weihnachtsschützen – und jeder Menge Gaudi.


Das Glöcklein der Wallfahrtskapelle läutete und am Reitl fielen drei Salven, geschossen von den Königsseer Weihnachtsschützen. Der Kapellmeister der Trachtenmusikkapelle Maria Alm, Andreas Machreich, rief: »Hab Acht«, und die Musikkapelle marschierte von der historischen Gaststätte zum Altar in der Wiese von St. Bartholomä.

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Der Musikkapelle folgten Ehrengäste, Bürgermeister, Gemeinderäte, Gemeindevertreter aus Schönau am Königssee und Maria Alm, Geistlichkeit, Ministranten, Wallfahrer, Einheimische, Bergknappen aus dem Bergwerk Berchtesgaden und Gäste. An dem Feldgottesdienst nahmen auch ihre Königliche Hoheit Auguste von Bayern mit ihrem Mann Ferdinand Prinz zur Lippe und den beiden Kindern Carl-Philipp und Louis-Ferdinand teil. Auguste von Bayern ist die Urenkelin von Kronprinz Rupprecht von Bayern.

Pfarrer Herwig Hoffmann erzählte in seiner Predigt, dass Graf Montgelas bei der Neuordnung Bayerns die allgemeine Kirchweih erfunden hat. Zuvor hatte jede Gemeinde ihren eigenen Kirchweihtag gefeiert. Der neue Feiertag war der dritte Sonntag im Oktober. Das erstaunliche daran: Die Altbayern, Oberbayern und Niederbayern haben sich daran gehalten. Die Franken und die Königsseer nicht. So feiert man in St. Bartholomä immer noch am alten Termin, dem 25. August, ein Tag nach dem Patrozinium. Das erklärte der Pfarrer den Gläubigen. In seiner Predigt ging es außerdem um die Bescheidenheit. Zu einer echten Bescheidenheit gehöre ein gesundes Selbstbewusstsein. Menschen zu diesem zu erziehen, sei gut und richtig, sonst könnte diese Bescheidenheit eine falsche Bescheidenheit werden.

Während des Gottesdienstes spielte die Trachtenmusikkapelle Maria Alm. Zur hl. Wandlung schossen die Weihnachtsschützen. Nach dem Schlusssegen ging es musikalisch zu den Wirtsleuten von St. Bartholomä und zum Fischer. Beide bekamen ein Ehrenständchen.

Während des Festzuges schossen die Weihnachtsschützen Schnellfeuer Salven- und Einzelfeuer. Anschließend setzten sie vom Reitl auf die Halbinsel über und schossen den Wirtsleuten noch eine Ehrensalve. Es war ein Genuss, bei diesen hohen Temperaturen unter den schattigen Kastanienbäumen zu sitzen und dem Konzert der Blaskapelle zuzuhören. Die Gerer Musikanten spielten zum Kirchweihtanz auf, es wurde getanzt und die Aktiven des GTEV D'Funtenseer zeigten Schuhplattler.

Gegen 17 Uhr verabschiedeten sich die Almer und fuhren mit einem Sonderboot zur Falkensteiner Wand. Veronika Zechmeister übernahm vom Wallfahrerschiff einen Kranz und Elisabeth Schellmoser ruderte einen Landauer zur Felsenwand. Zechmeister befestigte den Kranz neben dem roten Kreuz und die Musiker spielten einen Trauermarsch.

Pater Kajetan sprach vom Gleichnis mit der Heiligen Pforte, es wurde ein gemeinsames Vater Unser gebetet und der Pater erteilte den göttlichen Segen. Der Bürgermeister von Maria Alm sagte in seinen Abschiedsworten: »Wir haben eine wunderschöne Wallfahrt erleben dürfen und wir müssen uns bewusst sein, wie gut es uns geht in unserer Gegend.« Die Wallfahrt sei eine Verbindung zwischen dem österreichischen und dem bayerischen Teil. »Einmal im Jahr überwinden wir die Berge, die uns trennen, mit der Bartholomä-Wallfahrt und feiern gemeinsam das Kirchweihfest. Wir sind bestens aufgenommen worden und ich sage, wir sind einfach Freunde.«

Bürgermeister Hannes Rasp aus Schönau am Königssee zog seinen Hut vor den Almern und der Leistung, die sie in den vergangenen drei Tagen erbracht haben: »Freitag Riemannhaus, der Gang über das Steinerne Meer, und dazu viel Musik machen und immer gut drauf sein.« Der Bürgermeister bedankte sich bei den Almern. Nach einem Standkonzert an der Seelände verabschiedete man sich herzlich und fuhr mit Bussen nach Maria Alm zurück. Bernhard Stanggassinger

Mehr Bilder von der St. Bartholomä Kirchweih gibt es in der Mediengalerie unter www.berchtesgadener-anzeiger.de.