Dabei war der Wasserspiegel am Wochenende noch unter Niveau gelegen. Doch die Regenfälle der letzten Tage waren derart ergiebig, dass der Wasserspiegel sehr schnell anstieg. Immerhin ergießen sich gewaltige Wassermassen aus den umliegenden Gebirgsstöcken in den See. Alle vier Schleusen der Seeklause wurden bis zum Anschlag geöffnet, die Wassermassen ergossen sich mit enormem Druck in die Königsseer Ache. »Gegen die Natur ist man machtlos«, lautete der Kommentar eines Mitarbeiters der Werft.
Die gesamte Seepromenade mit den Anlegestellen war überschwemmt, teilweise stand das Wasser knietief. Vor den Bootshütten sah man die vorübergehend stillgelegten Elektroboote in Reih und Glied geparkt. Dass sie nur mit dem Heck in die Hütten hineinragten, hat einen Grund: Bei steigendem Wasserspiegel könnten leicht die höheren Radaranlagen beschädigt werden. Aufgrund der positiven Wettervorhersage ging man gestern davon aus, dass sich die Situation am heutigen Freitag entspannen sollte. Bei sinkendem Wasserspiegel werden freilich auch die Königssee-Boote wieder in Betrieb gehen.
Größere Unwetterschäden im Berchtesgadener Talkessel wurden bis gestern Nachmittag nicht bekannt. Lediglich einige Felder und Wege waren überflutet, zumeist verhinderten einige Sandsäcke Schlimmeres. Christian Wechslinger