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Dr. Hans Gugg erinnert sich an den verstorbenen Musiker

Komponist der Faschingshymne

Berchtesgaden – »Fasching, Fasching im Berchtesgadener Land. Ist Fasching, ist Fasching, drum sind wir ja beinand!« So schallte es vor über 30 Jahren bei Auftritten der Berchtesgadener Faschingsgilde durch die verschiedenen Lokalitäten. Der Text der Berchtesgadener Faschingsgilde stammte aus der Feder des damaligen Gildenpräsidenten Dr. Hans Gugg. Komponist war der vor wenigen Tagen in Mühldorf verstorbene Musiker Ambros Seelos (wir berichteten).

Die Liedertafel Berchtesgaden mit Solistin Erika Gugg (M.) im Studio des bekannten Bandleaders Ambros Seelos (l.), der die Berchtesgadener Faschingshymne komponiert hatte. (Foto: privat)

Es war die Blütezeit der Berchtesgadener Faschingsgilde. Zu den Auftritten anfangs der 80er-Jahre brachte man eine – wenn auch nur geliehene – Garde mit und beim großen Krönungsball sang man gemeinsam die Berchtesgadener Faschingshymne. Mit dabei der große Bandleader Ambros Seelos, der die Hymne höchstpersönlich komponiert hatte. Gesungen und im Tonstudio von Ambros Seelos aufgenommen hat das Stück die Berchtesgadener Liedertafel mit Solistin Erika Gugg, die ebenfalls erst kürzlich verstorben ist.

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Ihr Mann Dr. Hans Gugg erinnert sich gut an die Entstehung der Hymne. Die Idee dazu hatte er im Rahmen eines langweiligen zahnärztlichen Sonntagsdienstes. Da erinnerte er sich an die alte Freundschaft mit der Familie Seelos in Töging. Gugg hatte die Schwester von Ambros Seelos beim Studium in München kennengelernt, seitdem kannte man sich gut.

So bat Gugg also den damals bereits sehr bekannten Bandleader, die Musik zur Berchtesgadener Faschingshymne zu komponieren. Schließlich entstand der Schunkelwalzer »Fasching im Berchtesgadener Land«.

In den letzten Jahren hatte man sich aus den Augen verloren. Doch Ludwig Schröer, Gründungsmitglied der Berchtesgadener Faschingsgilde, traf den nach einem Sturz schwer erkrankten Musiker im März dieses Jahres noch einmal im Rahmen der Burghausener Jazzwoche am Rande eines Konzerts der »Hot Lips« aus München. Ludwig Schröer entdeckte Ambros Seelos am Nebentisch und sprach ihn an. »Mei, die Berchtesgadener Faschingsgilde«, entfuhr es dem berühmten Bandleader. Sofort konnte er sich gut an die alten Zeiten erinnern. »Er hat sich riesig gefreut«, so Ludwig Schröer. Ulli Kastner