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Kongresshaus bekommt neue Struktur und neues Gesicht

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Der bisherige Lesesaal wird künftig ein Bistro/Café beherbergen. Die Grabarbeiten für die Erweiterung und den Terrassenbau im Kurgarten haben bereits begonnen. (Fotos: Kastner)
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In Richtung Kurgarten wird das Gebäude geöffnet, um einen direkten Zugang zu den Gartenanlagen und zum Veranstaltungsbereich zu schaffen.
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Die schweren Pflanztröge auf der Ostseite sollen entfernt und durch ein neues Geländer ersetzt werden.
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Auch in der Eingangshalle laufen die Bauarbeiten bereits. Kongresshausleiter Sepp Wenig zeigt hier, dass Absperrungen den Zugang zu den Toiletten und zum Kino sicherstellen.
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Vor dem Kongresshaus gibt es kein Durchkommen mehr. Die rund 40 Jahre alte Holzverschalung ist bereits abgebaut.
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Der neue Kleine Saal im hinteren Gebäudeteil ist bereits fertig. In ihm haben rund 200 Personen Platz.

Berchtesgaden – Das Kongresshaus Berchtesgaden ist seit Montag wieder eine Baustelle. Im Rahmen des zweiten Sanierungsabschnitts, dessen Dauer bis Ende des Jahres angesetzt ist, wird die komplette Eingangshalle umgebaut und zum Teil den neuen Nutzungsanforderungen angepasst. Außerdem wird es einen Durchbruch in Richtung Kurgarten geben, über den künftig der Veranstaltungsbereich im hinteren Gebäudeteil erreichbar sein wird. Und daneben entsteht ein Bistro/Café mit Glasfronten und Terrassensitzplätzen auf Ost- und Westseite.


Insgesamt 7,3 Millionen Euro nimmt die Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee mit massiver Unterstützung des Freistaats Bayern in die Hand, um das in die Jahre gekommene Kongresshaus den modernen Anforderungen anzupassen. Alleine der jetzt laufende zweite Bauabschnitt wird Kosten von 3,2 Millionen Euro verursachen.

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Nachdem im ersten Bauabschnitt der gesamte Veranstaltungsbereich im hinteren Gebäudeteil renoviert worden war, wendet man sich jetzt dem vorderen Gebäudeteil inklusive Verbindungsbau zu. »Der gesamte vordere Gebäudeteil wird derzeit entkernt. Nur das Tragwerk bleibt«, sagt Kongresshausleiter Sepp Wenig. Die Eingangshalle bekommt dann eine Zwischendecke und wird im oberen Geschoss inklusive bisherigem Kleinen Saal künftig die Berchtesgadener Tourismus Gesellschaft (BGLT) beherbergen.

Toilettenbereich wird größer

Im Erdgeschoss wird es eine moderne Tourist Info geben. Beschlossen hat man erst kürzlich im Zweckverband auch den Einbau einer größeren Toilettenanlage oberhalb des Kinofoyers. Dazu muss eine Zwischendecke eingezogen werden. Toiletten und Kino sollen künftig behindertengerecht über einen zu installierenden Aufzug erreichbar sein. Kino und Toiletten sind derzeit noch frei zugänglich, die Besucher werden mithilfe von Absperrgittern zum Treppenabgang geleitet.

Intensiv gearbeitet wird bereits an der Fassade und im Kurgarten, der zur Hälfte zur Baustelle umfunktioniert ist. Mit Baggern wird derzeit die Terrasse für das künftige Bistro/Café vorbereitet, genauso haben die Ausgrabungsarbeiten in dem Bereich begonnen, wo ein kleiner Anbau für das Bistro entstehen soll. »Das Bistro, das sich im Bereich des früheren Fernseh- und Lesesaals befindet, wird sich durch den Einbau von Glaswänden nach beiden Seiten öffnen«, sagt Sepp Wenig. Dadurch ist der Kurgarten künftig auch von der Westseite des Gebäudes aus zu sehen, was ihm eine höhere Besucherfrequentierung verschaffen soll.

Direkter Zugang zum Kurgarten

Ein Teil des bisherigen Lesesaals wird für einen Durchgang verwendet, über den künftig der Kurgarten und auch der bereits fertiggestellte Veranstaltungstrakt im hinteren Teil zu erreichen ist. Der Verbindungsgang zum Veranstaltungsteil wird allerdings nicht, wie bislang vorgesehen, durch einen An- oder Überbau realisiert, sondern soll erst einmal nur über den bereits bestehenden Terrassenbau mit bestehender Teilüberdachung führen. Weitere Baumaßnahmen wie eine Vollüberdachung hätten wohl das zur Verfügung stehende Budget gesprengt. »Veranstaltungsbesucher können ja ohnehin aus der Tiefgarage behindertengerecht direkt in den Veranstaltungsbereich gelangen«, erklärt Sepp Wenig.

Keine großen baulichen Maßnahmen sind im Verbindungsbau geplant, der künftig völlig abgetrennt vom Veranstaltungsteil betrieben werden kann und somit bestens für Ausstellungen geeignet sein wird. Hier soll vor allem der Bodenbelang an den bereits erneuerten Belag im Foyer vor dem Großen Saal angepasst werden. »Der Verbindungsbau wird damit wesentlich heller«, sagt der Kongresshausleiter, der über die abgeschlossene Sanierung des hinteren Gebäudeteils sehr glücklich ist. Nicht ohne Stolz präsentiert er den neuen Kleinen Saal und die Konferenzräume im Bereich der früheren Gastronomie.

Fassade aus Lärchenlamellen

Schnell hat sich in den letzten Tagen bereits die Kongresshausfassade verändert. Die rund 40 Jahre alte Holzverschalung wird bereits abgebaut. Stattdessen soll das Kongresshaus eine lockere Ummantelung aus gehobelten Lärchenlamellen bekommen – ganz in Anlehnung an das »Haus der Berge« und als Interpretation naturbezogener alpiner Architektur. In diesem Zug wollen die Planer um Architektin Eva Wimmer auch die Ostfassade des Kongresshauses oberhalb der Bahnhofstraße ansehnlicher gestalten. Die schweren Betontröge will man entfernen, stattdessen offenere und leichter wirkende Geländer anbringen.

Bis zur Fertigstellung der Umbauarbeiten ist die Touristinfo im benachbarten Hafnerhaus untergebracht. Kino und Großer Saal werden lediglich im August für vier Wochen schließen, ansonsten soll beides parallel zu den Bauarbeiten weiterbetrieben werden. Der Große Saal wird während der Umbauarbeiten allerdings nur über die Promenade entlang der Friedhofsmauer erreichbar sein. Auch die Begrüßungs- und Volksmusikabende werden weitergeführt, dafür ist der neue Kleine Saal im hinteren Gebäudeteil bestens geeignet.

Umgestaltung des Vorplatzes erst im nächsten Jahr

Der Zeitplan ist bis zum Jahresende eng gesteckt, muss aber in jedem Fall eingehalten werden. »Wir haben im neuen Jahr gleich wieder große Veranstaltungen wie den Apothekertag und die Asphalttage, bis dahin müssen wir fertig sein«, sagt Kongresshausleiter Wenig.

Ganz fertig ist man zum Jahreswechsel allerdings noch nicht, denn im nächsten Jahr wird die Gemeinde Berchtesgaden den Kongresshausvorplatz noch den neuen Gebäudestrukturen anpassen. Die Zugänge müssen verändert werden, außerdem wird künftig eine Durchfahrt vor dem Kongresshaus nicht mehr möglich sein. Stattdessen soll hier die Westterrasse für das Bistro/Café/ Platz finden. Und dann hofft man, dass Gäste und Einheimische das »neue« Kongresshaus auch annehmen. Ulli Kastner

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