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Kontinuierliche Kritik am Götschen

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Götschen-Rettung durch Schneehäufchen? Die UBB-Mitglieder fragen sich, was das soll. (Foto: privat)

Bischofswiesen – Im Vordergrund der Mitgliederversammlung der Unabhängigen Bürgervereinigung Bischofswiesen (UBB) im Gasthaus »Schönfeldspitze« standen die Pläne zur Ortsentwicklung sowie das noch immer fehlende Licht am Bahnhof. Adi Renoth und Paul Grafwallner gaben einen kurzen Rückblick auf die Geschichte der UBB, die vor 20 Jahren gegründet wurde.


Im Mittelpunkt des Vortrags von Vorsitzendem Sepp Stangassinger stand die Ortsentwicklung rund um das Rathaus. Nachdem jahrelang nahezu Stillstand geherrscht habe, sei es umso erfreulicher, dass diese Aufgabe endlich konkrete Züge annehme. Aber: »Manche Dinge werden schöngefärbt«, befürchtet Stangassinger. Denn beim alten Rathaus stünden die Zeichen auf Abriss. »Dabei war noch unter Bürgermeister Altkofer eine Untersuchung zu dem Ergebnis gekommen, dass es durchaus lohnend wäre, das alte Rathaus zu erhalten«, wie Stangassinger berichtete.

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Ein weiterer Kritikpunkt war der Bau der Bushaltestelle vor der Kirche. Dort werde eine der wenigen Grünflächen im Ort an der B 20 asphaltiert. »Und das soll gar noch eine optische Aufwertung bedeuten, wie in der Bürgerversammlung erzählt wurde«, kritisierte Stangassinger. Da es bisher keinen Ortstermin der Planer mit den Gemeinderäten gegeben habe, will sich die UBB mit Maßband und Visierstab Anfang Januar ein Bild der Stelle machen. Dabei gehe es auch um das Verschwinden der Hecken, Bäume und Parkplätze längs der Straße. Abschließend werden die UBBler den finsteren Bahnhof ansteuern und versuchen, sich in die Situation anreisender Touristen zu versetzen.

In ihrem Rückblick auf 20 Jahre UBB erinnerten Adi Renoth und Paul Grafwallner an das erste große Thema: den Götschenausbau. Schon damals war dieser umstritten. Aus heutiger Sicht bilanzierte Grafwallner: »Außer Spesen nichts gewesen.« Der »krampfhafte Versuch«, mit Skigebieten in Österreich zu konkurrieren, sei zum Scheitern verurteilt. Aus den Tourismusumfragen gehe eindeutig hervor, dass die Gäste vor allem wegen Natur und Landschaft im Berchtesgadener Land kommen. »Nur 1,5 Prozent geben das Skifahren an«, betonte Renoth. Unter diesem Aspekt solle auch die geplante Beschneiungserweiterung am Aschauerweiher einmal unter die Lupe genommen werden. »Die damit verschwendeten Finanzmittel wären in Projekten für nachhaltigen Tourismus besser angelegt. Dann müsste man im Talkessel auch nicht immer wieder neue Gutachten zur Markenfindung in Auftrag geben. Denn die Touristen haben längst die Zielrichtung vorgegeben«, so Grafwallner. fb