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»Kostenlose Fahrten für Jugendliche«

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Der Nachtschwärmer war bereits vor drei Jahren Thema im Kongresshaus Berchtesgaden. Schon damals wurden Jugendliche gefragt, wie es mit dem Mobilitätsangebot weitergehen soll. (Foto: Archiv/Pfeiffer)

Berchtesgaden – Wie geht es mit dem Nachtschwärmer weiter? Wie kommen Jugendliche künftig von A nach B, wenn sie abends unterwegs sind? Darüber wird heute im Kreistag abgestimmt. Die Jugendreferenten der fünf Talkesselgemeinden üben Kritik am aktuellen Konzept. Sie fordern: »Kostenlose Fahrten für Jugendliche mit öffentlichen Verkehrsmitteln.«


Der Inhalt der Stellungnahme, die die Jugendreferenten dem »Berchtesgadener Anzeiger« zukommen haben lassen, zeigt, dass die Unzufriedenheit groß ist. Denn mehrfach sind Versuche gescheitert, den Nachtschwärmer zu einem Erfolgsmodell zu machen. Denn das Weggehverhalten der Jugendlichen hat sich verändert, das Modell von einst funktioniert nicht mehr.

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»In der ersten Sitzung im Landratsamt, zu der wir Jugendreferenten und einige Kreisräte zum Thema Nachtmobilität geladen worden waren, wurde uns klar, dass eine Lösung der Probleme nur mit Einbindung der Jugendlichen möglich ist. Im Zuge dessen, gründeten wir den Jugendsenat des Berchtesgadener Talkessels mit den Schülersprechern der ansässigen weiterführenden Schulen, umso den Jugendlichen eine Stimme zu geben«, heißt es in der Stellungnahme der fünf Talkessel-Jugendreferenten (Volkhard Geiger, Marktschellenberg; Johannes Resch, Ramsau; Sepp Angerer, Bischofswiesen; Sabine Wimmer, Berchtesgaden; Katja Springl, Schönau am Königssee).

Auf Anregung der Jugendvertreter fand die nächste Nachtmobilitätssitzung im Landratsamt mit Jugendlichen aus dem ganzen Landkreis statt. »Dabei kristallisierte sich heraus, dass dieses Konzept der Nachtmobilitätsgutscheine am Bedarf der Zielpersonen komplett vorbei geht«, heißt es in der Stellungnahme.

Nachdem Johann Wick, der am Landratsamt Berchtesgadener Land für die Mobilität verantwortlich ist, weiterhin an seinem Konzept festhielt, wurden bei einer dritten Sitzung im Landratsamt Verbesserungsvorschläge von Jugendlichen, Jugendreferenten und Kreisräten erarbeitet. »Grundsätzlich wurde dabei nicht über die Sinnhaftigkeit der Weiterführung des Gutscheinsystems diskutiert, obwohl die Mehrheit in der Vergangenheit bereits ihre Zweifel angemeldet hatte«, heißt es weiter.

Die Jugendreferenten des Talkessels stehen den Neuerungen »deshalb kritisch gegenüber« und fordern nach einem halben Jahr eine »Sinnhaftigkeitsprüfung durch Offenlegung der erreichten Ergebnisse und sämtlicher Zahlen für die Öffentlichkeit«. Um aus ihrer Sicht dem Projekt noch eine Chance zu geben, »müsste gemäß den Jugendlichen, die Werbung zeitgemäßer und zielorientierter erfolgen.«

Die Vision, die Jugendreferenten und Jugendlichen vorschwebt, sind kostenlose Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln – wenn man im Besitz des Schülerausweises ist. Kilian Pfeiffer