weather-image
30°
»Advent soll nicht dem Kommerz geopfert werden«

Kritik an verkaufsoffenem Sonntag

Berchtesgaden – Kürzlich traf sich der im Februar neu gewählte Pfarrgemeinderat von St. Andreas in Berchtesgaden unter der Leitung seines 1. Vorsitzenden Tobias Vogl bereits zu seiner dritten Sitzung. Die behandelten Themen zeigten, dass das Gremium seine Rolle zur Mitgestaltung der Kirche im Ort voll ausfüllen möchte. Kritisiert wurde der Beschluss des Marktgemeinderats, einen dritten verkaufsoffenen Sonntag im November einzuführen.

Der Pfarrgemeinderat St. Andreas befasste sich mit aktuellen Themen (v.l.): Kaplan Stefan Leitenbacher, Pfarrgemeinderatsvorsitzender Tobias Vogl und Pfarrer Dr.Thomas Frauenlob. Foto: privat

Die Pfarrgemeinderatsmitglieder engagieren sich in elf Sachausschüssen, die zu Beginn der vierjährigen Amtsperiode festgelegt und definiert worden waren und die die unterschiedlichen Bereiche in einer Pfarrei abdecken sollen. Jeder Sachausschuss ist eigenständig darum bemüht, weitere Personen zur Mitarbeit zu gewinnen und seine Ziele umzusetzen. In der Sitzung werden die Vorschläge und Ergebnisse dann vorgestellt und diskutiert, aktuelle Themen aufgegriffen und geplante Aktionen besprochen. So ist der Pfarrgemeinderat sowohl ein Spiegelbild für die bestehende Vielfalt der Pfarrei als auch Motor für Neues und Organisator von Initiativen.

Anzeige

Themen der vergangenen Sitzung waren neben den Berichten der Sachausschüsse unter anderem der Stand der Entwicklung des neuen Pfarrverbands, der Weggang von Kaplan Stefan Leitenbacher, dem der Neupriester Gerhard Wiesheu im September folgt, sowie der Bericht des Kirchenpflegers Dr. Hermann Amann, der auch über die Sperrung der Andreaskirche und der Überprüfung der Standfestigkeit der Figuren informierte, nachdem dort plötzlich ein Engel heruntergefallen war.

Außerdem wurde der Ablauf des Fronleichnamsfestes noch einmal reflektiert, Änderungsvorschläge für die Zukunft wurden angedacht. In diesem Zusammenhang erläuterte Pfarrer Dr. Thomas Frauenlob den liturgischen Abschluss der Prozession in der Kirche und untermauerte diese Neuerung unter theologischen und praktischen Gesichtspunkten.

Ein Anliegen des Kaplans Stefan Leitenbacher war es, Mütter und Väter zu finden, die bereit sind, sich für Familiengottesdienste zu engagieren, und die in einem Team mitarbeiten möchten.

Auf einstimmiges Unverständnis und Kopfschütteln unter den Pfarrgemeinderatsmitgliedern stieß der Beschluss der Marktgemeinde, einen dritten verkaufsoffenen Sonntag gerade auf den ersten Advent zu legen, da aus christlicher Sicht dem Advent eine andere Bedeutung zukommt und er nicht noch mehr dem Kommerz geopfert werden solle, als dies ohnehin schon der Fall sei. Die wertvollen Traditionen des Kirchenjahres seien ein Markenzeichen Berchtesgadens und hätten bisher eigentlich immer einen wichtigen Stellenwert auch bei der Kommune gehabt, hieß es. Wer sich für die Arbeit des Pfarrgemeinderats interessiert, kann jederzeit die öffentlichen Sitzungen besuchen. M.W.