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Kühroint soll Kanalanschluss bekommen

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Das Trainingszentrum der Bundespolizei auf Kühroint soll einen Kanalanschluss bekommen. Die Gemeinde Schönau am Königssee wird für das Projekt die Bauträgerschaft übernehmen. (Foto: Bundespolizei)

Schönau am Königssee – Kühroint und das Watzmannhaus sollen Anschlüsse an die öffentliche Abwasserbeseitigung bekommen. Für das Projekt der Bundespolizei, die ihr Trainingszentrum auf Kühroint anschließen will, wird die Gemeinde Schönau am Königssee die Trägerschaft übernehmen, wie am Dienstag im Gemeinderat zu vernehmen war. Eine Abwasserleitung zum Watzmannhaus wünscht sich die Alpenvereinssektion München. Hier wird die Gemeinde Ramsau zuständig sein.


Das Trainingszentrum der Bundespolizei auf Kühroint strebe einen Anschluss an den Abwasserkanal an, sagte Bürgermeister Hannes Rasp am Dienstag im Gemeinderat. Zwar würden die Werte der aktuellen Anlage stimmen, aber die Größe der Kläranlage entspreche nicht mehr den Anforderungen. Und der Betrieb einer Kleinkläranlage sei in dieser Höhe wegen der Kälte ohnehin ein Problem.

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Für solche Projekte gebe es ein Programm, das eine 80-prozentige Förderung vorsieht, sagte Bürgermeister Rasp. Dazu sei es aber notwendig, dass die Gemeinde die Bauträgerschaft übernimmt. Zwar befinde sich Kühroint auf dem Gemeindegebiet von Schönau am Königssee, der Großteil der sechs bis sieben Kilometer langen Leitung könnte aber – je nach Trasse – über Ramsauer Gebiet verlaufen. Nun habe die Gemeinde Ramsau wegen personeller Engpässe darum gebeten, dass die Gemeinde Schönau am Königssee die Bauträgerschaft übernimmt. Darin sah Bürgermeister Hannes Rasp grundsätzlich kein Problem, allerdings müsse die Gemeinde mit einer »schwarzen Null« aus der Sache herauskommen. Mit einer Sondervereinbarung sollte geregelt werden, dass der Bund oder der Nationalpark als Eigentümer des dortigen Wirtshauses die Restkosten übernehmen. Auch der Unterhalt der Leitung dürfe nicht zulasten der Gemeinde Schönau am Königssee gehen.

Welche Gebäude auf Kühroint (Gaststätte, Almkaser und Alpenverein) zusätzlich anschließen müssen, steht aktuell noch nicht fest. Kosten kommen auf die Eigentümer beziehungsweise Pächter aber ohnehin kaum zu. Denn die Gemeinde will die zu erhebenden Herstellungsbeiträge als sogenannte Baukostenzuschüsse wieder an die Eigentümer zurückgeben.

Das Staatliche Bauamt wird nun erst einmal die beste Trassenführung im Rahmen einer Machbarkeitsstudie herausfinden. Theoretisch wäre nämlich auch eine Leitungsverlegung über die Kling nach Königssee denkbar. Davon ist wegen des technisch schwierigen Geländes aber eher nicht auszugehen. Mit verlegt werden sollen auch Kabel für Strom- und Breitbandanschluss.

Dazu kommt nun, dass die Alpenvereinssektion München auch das ihr gehörende Watzmannhaus anschließen möchte. Für das Projekt, das ausschließlich auf Ramsauer Gemeindegebiet liegt, muss allerdings die Gemeinde Ramsau die Bauträgerschaft übernehmen, wenn man in den Genuss der Förderung kommen will. Ulli Kastner