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Kunst, Krusch und Krempel

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Auf der Pfarrheimwiese wurde Gebrauchtes verscherbelt – für den guten Zweck. (Foto: Pfeiffer)

Berchtesgaden – Die Ersten stellten sich schon um 6 Uhr an, um 7 Uhr war die Menschentraube schon relativ unübersichtlich, ehe der 38. Flohmarkt im Pfarrheim St. Andreas beginnen konnte. Wie immer geht der Reinerlös an mehrere soziale Projekte.


Den Schlossplatz hatten die Veranstalter als Parkplatz zur Verfügung gestellt, die Autofahrer wurden von der Freiwilligen Feuerwehr Berchtesgaden eingewiesen.

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Wie jedes Jahr wurden Tausende Artikel angeboten. Im Otto-Schüller-Raum war das Kinderparadies aufgebaut. Spielsachen, Kinderbekleidung und vieles mehr. In den nebenliegenden Räumen: Wühltische für Kleider, Wäsche, Trachten, Ledergürtel, Handschuhe, Taschen, Mützen. Hochwertige Kunstgegenstände waren im Pfarrsaal bei Anita Gloßner zu erwerben. Einen interessanten Anblick bot der Wiesenverkauf von Haushaltsartikeln, Gläsern und hochwertigem Porzellan. Schuhe verkauften die Flohmarkthelfer in Zelten im Hof.

Adi Angerer verkaufte vor dem Mesnerhaus Kunst und Krempel. »Was kostet dieser Christbaumständer«, fragte ein junges Pärchen. Angerer: »10 Euro, 6 Euro, 3 Euro.« Das Pärchen zahlte schließlich 5 Euro. »Und wieder ist es uns gelungen für ein soziales Objekt etwas einzutreiben«, rief der rüstige Laienschauspieler und setzte sich einen Mexikanerhut auf. »Ich bin im 82. Lebensjahr, seit der ersten Stunde beim Flohmarkt mit dabei, dieses Jahr aber wohl das letzte Mal«, meinte er.

Ein Flohmarkt kann auch zu einem schrecklichen Erlebnis werden. Eine ältere Frau kaufte kräftig ein und steckte alle Sachen in ihren Einkaufskorb. Als der Korb zu schwer wurde und sie vom »Shopping« noch nicht genug hatte, stellte sie ihren Einkaufskorb neben einen Verkaufsstand. Im Korb befanden sich neben erworbenen Artikeln auch der Autoschlüssel, die Geldbörse mit Scheckkarte und ihre Wohnungsschlüssel. Nachdem eine weitere Flohmarktbesucherin Interesse an dem Korb gezeigt hatte, verkaufte eine Flohmarkthelferin den Korb samt Inhalt. Die Aufregung war groß und man besorgte der Dame ein Taxi. Ob sich die missliche Lage inzwischen geklärt hat, lässt sich nicht mehr nachvollziehen.

Die Elektroabteilung managte Rudi Gloßner. Für einen alten, voll funktionsfähigen Radio wollte er 100 Euro haben. »Ich weiß, dass solche Radios im Internet für 250 Euro gehandelt werden.« Schlecht sei, ärgerte er sich, dass die Leute viele kaputte Elektrogeräte zur Verfügung stellten. Vermutlich wissen sie nicht, dass man kaputte Geräte kostenlos entsorgen könne.

Gegrilltes, gekühlte Getränke, Kaffee und Kuchen wurden ebenfalls angeboten und wegen der strapaziösen Hitze gerne angenommen. Um 16 Uhr war es schließlich vorbei, um 20 Uhr war alles aufgeräumt. Bernhard Stanggassinger