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Kunstwerk oder Transparent?

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Groß und aus Sicht vieler ziemlich hässlich: Am Berchtesgadener Ortseingang wird der Gast erst einmal von einer Betonmauer »begrüßt«. Diese soll im besten Fall verschönert werden. Gesucht werden nun Ideen. (Foto: Pfeiffer)

Berchtesgaden – Die Betonwand unterhalb des Minerva-Neubaus beim Luitpoldpark rückt erneut in den Fokus des Gemeinderats. Durch die Bank weg zeigt man sich mit der aktuellen Situation unzufrieden. »So eine hässliche Wand am Ortseingang ist der absolute Wahnsinn«, sagt etwa Peppi Haslinger (CSU). Der Wunsch: Die Wand zu verschönern. Doch wie?


Beim ehemaligen Bauträger, der Schöndorfer Holding mit Sitz in Bad Reichenhall, zeigt man auf Anfrage des »Berchtesgadener Anzeigers« Bereitschaft, sich zu beteiligen, »wenn eine gute Idee gefunden wird, die Wand zu verschönern«. Natürlich müsse die Eigentümergemeinschaft zustimmen. Allerdings könne man sich kaum vorstellen, dass diese etwas dagegen hat.

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In der Tat hatten in der Vergangenheit die »Aktiven Unternehmen« aus Berchtesgaden bereits eine Anfrage gestartet, die Betonwand zu »verschönern«. Mit einem Plakat oder einem »Herzlich willkommen«-Schild. Doch sei die Sache »wohl eingeschlafen«. Zu einer Verwirklichung kam es in jedem Fall nicht mehr. Bei der Schöndorfer Holding erinnert man sich an »Unstimmigkeiten«.

»Die Betonwand wird verschwinden, sobald das geplante Wohn- und Geschäftshaus gebaut wird«, lautet die Information aus der Schöndorfer Holding. Doch wann das der Fall sein wird, steht in den Sternen. Und so lange möchte man im Berchtesgadener Gemeinderat auch gar nicht erst warten. Immerhin befindet sich die pikante Stelle am Ortseingang. »Wenig einladend«, sagt ein Gemeinderat. Aktuell besteht zwar eine Baugenehmigung, wie aus dem Gemeinderat zu erfahren ist. Ambitionen, dass bald die Bagger anrollen, bestehen derzeit aber nicht. »Drei Jahre bleibt die Baugenehmigung aktuell, danach kann sie verlängert werden«, sagt Bürgermeister Franz Rasp.

Markus Bauer vom Wohnbauwerk verwaltet den Minerva-Bau unweit des Luitpoldparks. Er sagt, dass es zwar eine Anfrage zur Betonwand gegeben habe, allerdings sei die Sache später wieder im Sande verlaufen. Zu einer Abstimmung der Eigentümer ist es somit nie gekommen.

Einwände, die Betonmauer optisch aufzuhübschen, gibt es von keiner Seite, nur scheinen die Bemühungen, die laut Gemeindeverwaltung getroffen worden sind, nicht ausreichend zu sein. Bereitwillig würde man sich »beteiligen«, heißt es beim Bauträger. Wenn die Idee gut ist, könne man sich eine Realisierung auch vorstellen.

Ideen gibt es im Gemeinderat einige. Dr. Bartl Wimmer (Grüne) kennt vergleichbare Flächen aus Augsburg, die dann durch Schulklassen verschönert wurden. Marktbürgermeister Franz Rasp mag diese Idee zwar nicht: »Eine Verkitschung ist nicht gut.« Und auch der Städteplaner des Marktes spricht sich gegen eine bunte Bemalung aus. Viel besser seien gestaltete Transparente, die den Urlaubsgast begrüßen. »Die grausige Wand müsste durchgehend gestaltet werden«, sagt Franz Rasp. Jetzt müssen nur noch Ideen her.

Vorschläge, wie die Betonmauer am Ortseingang gestaltet werden kann, nimmt der »Berchtesgadener Anzeiger« unter redaktion@berchtesgadener-anzeiger.de (per Post: Berchtesgadener Anzeiger, Griesstätterstraße 1, 83471 Berchtesgaden) entgegen und leitet diese an die Gemeinde weiter. Kilian Pfeiffer