weather-image

Kurbeitrag steigt auch im Bergsteigerdorf

3.2
3.2
Bildtext einblenden
Der Tourismus soll künftig mehr Geld in die Kassen der Tourismusregion und der Gemeinde Ramsau spülen. Der Kurbeitrag für Gäste im Bergsteigerdorf steigt wie in den anderen Gemeinden auf künftig 2,60 Euro. (Foto: Kastner)

Ramsau – Für vier Gemeinden hatten die Verbandsräte in der Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee bereits eine Kurbeitragserhöhung zum 1. Januar 2018 beschlossen.


Dem schließt sich nun auch die Gemeinde Ramsau, die die Kurbeitragserhebung und das Meldewesen trotz TRBK-Mitgliedschaft selbst organisiert, an. Der Gemeinderat beschloss am Dienstag einstimmig, den Kurbeitrag für Erwachsene ebenfalls von 2,30 auf 2,60 Euro und für Kinder von 1,10 auf 1,30 Euro zu erhöhen.

Ende Mai in Berchtesgaden:

Kurbeitragserhöhung ist beschlossen...

Drei Gegenstimmen hatte es Ende Mai im TRBK-Zweckverband gegen die Kurbeitragserhöhung gegeben. Kritisiert worden waren vor allem der Zeitpunkt und die für viele Vermieter zu geringe Vorlaufzeit. Der Beschluss in Ramsau fiel am Dienstag zwar einstimmig aus, doch Bürgermeister Herbert Gschoßmann ließ ebenfalls erkennen, dass es für ihn zu spät sei, wenn ein solches Thema erst zur Jahresmitte auf den Tisch kommt. »Beim nächsten Mal werden wir uns mit einer Beitragserhöhung viel früher im Jahr beschäftigen, damit ausreichend Zeit für die Diskussion ist«, sagte der Rathauschef und berief sich dabei auf eine Zusage von Verbandsvorsitzendem Franz Rasp. Diese Diskussion wird es aber frühestens zum 1. Januar 2020 geben.

Die Gründe für die Beitragserhöhung in der Ramsau waren freilich dieselben wie Ende Mai in der TRBK. Der Bürgermeister nannte vor allem die achtprozentige Lohnsteigerung im Öffentlichen Dienst seit der letzten Kurbeitragserhöhung zum 1. Januar 2015. Dazu kommen neue Vertragsbedingungen für die kostenlose ÖPNV-Nutzung mit der Kurkarte. Hier sind laut 2. Bürgermeister Sepp Maltan künftig 66 000 Euro mehr zu bezahlen.

Kurverwaltungschef Fritz Rasp nannte noch weitere Gründe, mit denen die Kurbeitragserhöhung zu rechtfertigen sei. »Ich denke, dass wir in Anbetracht verschiedener Maßnahmen, die in den nächsten Jahren anstehen, gut beraten sind, das Geld beieinander zu halten.« Neben dem kostenlosen Busfahren werde wohl auch der Rufbus ein Thema sein, darüber hinaus müsse die Gemeinde Einrichtungen wie Bergkurgarten, Gradierwerk, Kneippanlage und Wanderwege in Schuss halten. Auch Schadensereignisse wie kürzlich in der Wimbachklamm würden immer wieder Geld kosten. »Unser Kämmerer freut sich über Rücklagen, wenngleich wir 90 Prozent davon an den Verband abliefern«, stellte Rasp fest. Der gab zu bedenken, dass nach der Beitragserhöhung ein durchschnittlicher Ramsauurlauber, der 4,8 Tage lang im Bergsteigerdorf bleibt, nur 1,50 Euro mehr für seinen Urlaub bezahlen müsse.

Dass die Ramsau die Kurbeitragserhebung und das Meldewesen im Gegensatz zu den anderen vier TRBK-Gemeinden selbst organisiere, hängt laut Rasp mit finanziellen Vorteilen und einem besseren Arbeitsablauf zusammen. »Wir haben uns in den vergangenen Jahren diese kleine Selbstständigkeit bewahrt, halten uns aber im Grunde an die Beschlüsse der anderen Gemeinden.«

Für Hannes Grill (Freie Wähler/Ramsauer Wahlblock) ist bei diesem Thema Solidarität mit den anderen Gemeinden angesagt, wenngleich auch er den Zeitpunkt für unglücklich hält, weil beispielsweise für das Gastgeberverzeichnis längere Vorlaufzeiten notwendig sind.

Für vernünftig hält diese »unpopuläre Maßnahme« auch 2. Bürgermeister Sepp Maltan (CSU). »Wenn wir den Beitrag nicht erhöhen, dann verlassen wir das gemeinsame Boot«, warnte er. Das Geld brauche man für die kostenlose Buskarte, für die Watzmann Therme und andere Angebote, die man als touristische Destination zu leisten habe.

Grünes Licht signalisierten auch Sebastian Karl und Rudi Fendt (beide Freie Wähler/Ramsauer Wahlblock). Karl hält diese Beitragserhöhung auch unter dem Apsekt der »Lenkungsfunktion« für wichtig und für Rudi Fendt gibt es »keinen idealen Zeitpunkt« für eine Kurbeitragserhöhung. »Wir brauchen ein Polster«, sagte Fendt, der sich aber darüber freute, dass Schüler weiterhin nur 65 Cent Beitrag bezahlen.

Für Zweitwohnungsinhaber und Dauercamper steigt der Jahrespauschalbetrag von 92 auf 104 Euro. Deren Kinder zahlen künftig 52 anstatt bisher 44 Euro. Ulli Kastner

Italian Trulli