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Lambo, Godzilla und Eddie Murphy

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Gut gelaunt zwischen zwei Lamborghinis: das Betreuungsteam der Veranstaltungsagentur Pfeff.

Berchtesgaden – Autofans kommen derzeit aus dem Staunen nicht mehr heraus. Denn sie sind überall, die Lamborghinis, Ferraris, Porsches und Maseratis.


Der Grund: Der Ingolstädter Szeneguru und Veranstaltungsorganisator Adolf »Dr. Pfeff« Priller hat mit seinen Freunden im Hotel »Edelweiß« eingecheckt. Noch bis Samstag sind die Besitzer teurer Luxuskarossen im Berchtesgadener und Salzburger Land unterwegs. Exklusiv für den »Berchtesgadener Anzeiger« gewährte Dr. Pfeff Redakteur Christian Fischer Zugang zum knapp 90 Boliden umfassenden Fuhrpark.

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Da isser ja, der Dr. Pfeff. Der Gaudibursch aus dem Donaumoos. Man kann ihn weder übersehen, noch überhören. Freizeithemd, kurze Hose und Badelatschen. So sitzt er an der Bar und macht seinen Job: Hände schütteln, Witze reißen und seine Helfer dirigieren. »Gib's doch zu, dass du dir deinen Ferrari nur gekauft hast, um damit den Rasenmäher deines Nachbarn zu übertönen«, sagt er mit seiner Donnerstimme und deutet auf einen hageren Herrn. Alle lachen. Außer dem Angesprochenen. Denn der ist sauer. Und traurig. Seit 29 Jahren besitzt er seinen 328 GTS. Doch zum 70. Ferrari-Jubiläum ist er nicht eingeladen. »Eine Sauerei«, wie er findet. »Aber jetzt bin ich wieder mit dem Pfeff in Berchtesgaden. Das passt auch.«

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Seltener Anblick: Nur 24 Exemplare des Nissan GT-R SpecV wurden nach Europa ausgeliefert.

»Ja, und schau dir den an«, poltert der Pfeff. »Hat eine Firma mit 1 200 Angestellten und arbeitet nichts mehr.« Gemeint ist der Unternehmer Dirk K. – seinen Nachnamen will er nicht verraten – aus Siegen. Er sitzt mit seiner Frau neben Dr. Pfeff an der »Edelweiß«-Bar. Das Ehepaar ist mit einem Lamborghini Aventador Roadster da. Wert: etwa 400 000 Euro. Auf einem Anhänger haben sie ihn nach Berchtesgaden gebracht. Dekadent? »Glauben Sie, ich habe ihn geschenkt bekommen? Ich arbeite ohne Ende«, stellt Herr K. klar.

»Wir haben das schönste Auto«

»Aber wir haben das schönste Auto, hihihi«, flötet plötzlich eine Frauenstimme. Sie gehört Melanie Michels aus Hamburg. »Unser Nissan GT-R SpecV ist nicht nur das schönste, sondern auch das schnellste Auto hier«, erzählt die quirlige Blondine. Und dann zählt sie auf: 800 PS, 900 Newtonmeter, 340 km/h Spitze und nur 5,9 Sekunden von 100 auf 200 km/h. Nur 24 Exemplare wurden in Europa verkauft. Der Spitzname des G-R ist übrigens Godzilla.

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Daniel Beinroth gehört der extrem seltene Nissan GT-R SpecV. Mit 340 km/h Spitze, 800 PS und 900 Newtonmetern Drehmoment ist es das leistungsstärkste Fahrzeug der Veranstaltung.

»Hier sind alle gleich«

Ihr Mann, Daniel Beinroth, ein charmant höflicher Hanseate mit staubtrockenem Humor ist schon zum siebten Mal mit Dr. Pfeff unterwegs. »Das ist das Schönste, was wir im Jahr machen«, sagt er. Und fügt nur ein ganz klein wenig schmunzelnd hinzu: »Hier sind alle gleich. Egal, ob Millionär oder Milliardär.«

Wir schleichen uns runter in die Tiefgarage. Es offenbart sich ein Anblick der Extraklasse. Grob geschätzt stehen alleine hier Autos im Wert von 20 Millionen Euro. Hinzu kommt etwa das Gleiche auf dem Schlossplatz. Wahnsinn.

Und was ist das? Da, auf dem Stellplatz in der Mitte? Ein tiefschwarzer SL 63 AMG. Über dem Lüftungseinlass links vorne prangt eine Metallplakette. Darauf steht: Tuned & Designed for Eddie Murphy. Das ist heftig. Mit diesem Schlitten ist also der Beverly Hills Cop schon gefahren.

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Staatskarosse und Supercar: Der Bentley (l.) gehörte einst der monegassischen Herrscherfamilie Grimaldi. Der Wagen rechts ist ein Aston Martin. (Fotos: Fischer)

Man möchte dieses automobile Schmuckstück nicht nur anschauen, fotografieren und streicheln. Sondern am liebsten auch: reinsetzen. Während ich so darum herumschleiche, kommt Birgit Marcianiak, Pfeffs Pressesprecherin, auf mich zu. Denn Adolf Priller gehört jetzt das Auto des Hollywoodstars. Neben einem Bentley-Unikat, zwei extrem raren Lamborghinis und einem Porsche.

Im Auto von Eddie Murphy

»Wollen Sie sich mal reinsetzen?«, fragt die Pressefrau und wedelt mit dem Schlüssel. Ihre Stimme hallt noch durch die Tiefgarage, da sitze ich schon drin. Meine Hose hat Kontakt mit dem Sitzleder, auf dem der Superstar einst saß. Meine Hände gleiten über das Lenkrad, mit dem Eddie Murphy den Traumwagen durch die Hollywood Hills lenkte. Neben ihm eine hübsches Starlet, das ihm mit einem Bündel 100-Dollar-Scheinen Luft zufächelt.

Aber genug geträumt. Ungelenk kraxle ich aus den schmalen Ledersitzen zurück in die Wirklichkeit. Dort sitzt Dr. Pfeff immer noch an der Bar. Im Vorbeigehen ruft er mir zu: »Schreib, dass wir keine Deppen sind.« Wird gemacht. Christian Fischer

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Gut gelaunt zwischen zwei Lamborghinis: das Betreuungsteam der Veranstaltungsagentur Pfeff.

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Beverly Hills Car: »Anzeiger«-Mitarbeiter Christian Fischer im SL 63 AMG, der bis vor Kurzem noch Hollywoodstar Eddie Murphy gehörte.
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