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»Land unter« im Heizkraftwerk

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Ingenieur Arnold Fellinger (l.) vom Heizkraftwerk in der Schönau hatte bereits die Gummistiefel angezogen, als die Feuerwehr mit Pumpen anrückte. (Foto: Wechslinger)

Schönau am Königssee – Pumpen, pumpen, pumpen hieß es gestern an vielen Stellen des südlichen Landkreises. Obwohl nach einer vorläufigen Bilanz größere Schäden ausblieben, zwang der anhaltende Starkregen die Feuerwehren doch zu mehreren Einsätzen, die Schlimmeres verhinderten.


Hauptsächlich im Gemeindegebiet von Schönau am Königssee wurden die beiden Ortsfeuerwehren zu mehreren Überschwemmungen alarmiert. Unter Wasser stehende Keller waren auszupumpen, Bäche umzuleiten. Teilweise nahm die Kanalisation die enormen Wassermengen des Starkregens nicht mehr auf. Damit das Wasser schneller abfließen konnte, wurden einige Schachtdeckel entfernt. Dennoch suchte sich das Wasser nicht selten einen oberirdischen Weg. Wie so oft, drückte das Wasser auch zum Haus »Sunn in der Fruah« beim Café Waldstein. Ebenso machte der stets gefährliche Pletzgraben in Königssee der Feuerwehr zu schaffen.

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Nervosität herrschte vorübergehend auch beim Heizkraftwerk am Bergfriedhof, wo die Wassermassen nicht mehr abfließen konnten und sich bereits einen Weg ins Gebäudeinnere bahnten. Mit dem Einsatz von Pumpen konnte die Feuerwehr die Situation aber schnell entschärfen. »Manche Hausbesitzer sind recht sorglos und sorgen zu Normalzeiten nicht dafür, dass das Wasser auch bei Starkregen in ordentlichen Bahnen abfließen kann«, sagte ein Feuerwehrmann.

Ein anderer Feuerwehrexperte wusste, warum das Berchtesgadener Land noch einmal mit einem »blauen Auge« davon gekommen ist. »Wenn der Niederschlag, der in den Bergen als Schnee gefallen ist, auch noch als Wasser heruntergekommen wäre, dann wären wir hier wohl abgesoffen«.

Eine endgültige Einsatz- und Schadensbilanz folgt in der Samstagsausgabe. cw