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Landrat Grabner und Umweltministerin Ulrike Scharf enthüllen zwei Informationstafeln am Gröllberg

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Landrat Georg Grabner und Umweltministerin Ulrike Scharf bei der Enthüllung der Tafeln. Mit auf dem Bild: Projektleiter Sebastian Klinger (3. v.re.). (Foto: Mergenthal)

Ramsau – »Es geht nicht nur um den Wald«, betonte Sebastian Klinger, Projektleiter der »Bergwaldoffensive« am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Traunstein. Nein, die beiden neuen Informationstafeln am Gröllberg bei Ramsau am Weg zum »Toten Mann« widmen sich auch den Themen »Auerhuhn« und »Freiweide«. Umweltministerin Ulrike Scharf und Landrat Georg Grabner haben sie am Mittwoch nach der Siegelverleihung an das neue DAV-Bergsteigerdorf Ramsau feierlich enthüllt.


Die Bergwaldoffensive, ein Projekt der bayerischen Forstverwaltung im Rahmen des »Klimaprogrammes 2020« der Bayerischen Staatsregierung, gibt es am AELF Traunstein seit 2009. Damals begannen auch die Maßnahmen für den Aufbau und Schutz eines gesunden Bergmischwaldes in den ältesten Projektgebieten Gröllberg bei Ramsau und Grazeneinbruch am Obersalzberg. Drei weitere Gebiete im Berchtesgadener Land kamen 2013 und 2014 dazu. Im Landkreis Traunstein wurde bisher noch kein Projektgebiet ausgewiesen.

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Die Bergwaldoffensive, die im Einklang mit den Zielen der Alpenkonvention steht, passe gut zur Philosophie der Bergsteigerdörfer mit einer sanften, nachhaltigen Entwicklung, erläuterte Klinger.

»Die Resonanz ist bei uns sehr gut«, zeigte sich Landrat Grabner, Vorsitzender des »Bergwaldforums«, erfreut. Er begrüßte auch, dass alle heimischen Akteure eingebunden sind. Dazu gehören Fachbehörden, Grundbesitzer, Almwirtschaft, Jäger, Kommunen und Bürger sowie betroffene Verbände. Die Offensive unterstützt die privaten und kommunalen Waldbesitzer, ihren Wald fit für den Klimawandel zu machen. Die Infotafeln wurden auch abgestimmt mit Tourist-Info-Leiter Fritz Rasp und Bürgermeister Herbert Gschoßmann.

Die erste Tafel informiert über die Bedeutung des Bergwaldes für den Schutz vor Hochwasser, Erosion, Lawinen und Steinschlag und die durch den Klimawandel erschwerten Wuchsbedingungen. Zugleich werden die Ziele der Bergwaldoffensive erläutert. So sollen nach dem Motto »Vorbeugen ist besser und billiger als Heilen« neue kostenintensive Sanierungsmaßnahmen durch vorausschauende Waldpflege und rechtzeitige Waldverjüngung vermieden werden.

Ergänzend dazu zeigt die zweite Tafel Wissenswertes über das Auerhuhn und die Freiweide am Gröllberg auf. So erfährt der Leser, was auf den Speiseplan dieser Vögel steht – Kräuter, Knospen, Samen, Blätter, Beeren, aber auch Insekten wie Waldameisen – und dass diese auf »Schlafbäumen« die Nacht verbringen. Gestresst werden die Auerhühner durch Wanderer, Mountainbiker, Schneeschuh- und Skitourengeher oder auch freilaufende Hunde.

Für Hunde wiederum kann der Verzicht auf Zäune am Gröllberg Stress verursachen. Rinder und Schafe grasen in den Sommermonaten frei verteilt auf etwa 3 000 Hektar.

Wie Projektleiter Sebastian Klinger erläuterte, hat sich das »sehr gute Auerwildvorkommen« durch verschiedene Maßnahmen weiter entwickelt: So wurden die Schwerpunkte des Vorkommens identifiziert. Besucher werden durch Schilder gebeten, besonders sensible Bereiche zu meiden. Alte Zäune wurden beseitigt und Mischwald in gemeinsamen Projekten mit den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten und Schülern neu gepflanzt; gerade Tanne und Kiefer sind wichtig für diese Vögel. Durchforstungen werden nicht in der Brut- und Aufzuchtzeit durchgeführt.

Ziel des neuen Informationsangebots ist auch die Aufklärung der Bevölkerung. So werden die Wanderer und Freizeitsportler gebeten, bestimmte Regeln einzuhalten, etwa, auf den Wegen zu bleiben und den markierten Routen zu folgen. Hunde solle man stets an die Leine nehmen. Da viele Tiere die Morgen- und Abenddämmerung zur überlebenswichtigen Nahrungsaufnahme nutzen und dabei besonders empfindlich gegenüber Störungen sind, gelte es, die Dämmerstunden zu meiden.

Die Bergwaldoffensive hat in den letzten Jahren bayernweit – also für den Alpenraum von Lindau bis Berchtesgaden – etwa 2 bis 2,5 Millionen Euro jährlich für den Bergwald eingesetzt. Von 2008 bis einschließlich 2013 waren es 11,1 Millionen Euro. Veronika Mergenthal