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Landtausch am Grünstein

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Ein Waldflächentausch muss auf freiwilliger Basis geschehen, meint Schönau am Königssees Bürgermeister Stefan Kurz. Foto: Anzeiger-Archiv/Pfeiffer

Schönau a. K. (aelf) – Gut besucht war die Informationsveranstaltung zum Thema Bergwaldoffensive und Waldflächentausch im Gasthaus Unterstein. Die Gemeinde Schönau am Königssee und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein hatten alle Grundbesitzer mit Waldeigentum am Grünstein eingeladen. Thema war, wie mittels eines freiwilligen Landtausches die Bewirtschaftungsmöglichkeit der Waldflächen verbessert und die Voraussetzung für eine zielgerichtete Erschließung geschaffen werden kann.


»Entscheidend ist, dass das Ganze auf freiwilliger Basis geschieht«, so Schönau am Königssees Bürgermeister Stefan Kurz. Dementsprechend befürwortet er auch die Ziele zur Verbesserung der ungünstigen Besitzstruktur. Die Flurstückverhältnisse am Grünstein sind kleinteilig und oftmals ungünstig ausgeformt. Außerdem fehlt es weitgehend an einer sachgemäßen Erschließung. Dadurch ist die Bewirtschaftung der einzelnen Waldparzellen schwierig bis unmöglich.

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»Voraussetzung für eine effektive Erschließung ist, dass zunächst bewirtschaftbarere Besitzeinheiten geschaffen werden«, meint Alfons Leitenbacher, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein.

Wie ein solches Projekt gelingen kann, erläuterte Georg Rechenauer, Waldbesitzer aus dem Landkreis Rosenheim. Er hat bereits erfolgreich an der Umsetzung eines freiwilligen Landtausches mitgewirkt. »Vorher konnte keiner von uns den Wald effektiv nutzen, jetzt haben wir eine günstige Besitzstruktur und jeder kommt über einen Rückeweg zu seinem Waldstück«.

Dieses Ergebnis wünscht sich die Forstverwaltung auch für die Waldbesitzer am Grünstein. Die Vorteile eines freiwilligen Landtausches liegen laut Amt dabei auf der Hand: Zuvor verstreut liegende Grundstücke können zu zusammenhängenden Einheiten getauscht werden. Es gibt deutlich kürzere Grenzlängen, die Grundstücke können leichter aufgefunden werden und auch eine Erschließung wird deutlich einfacher.

Dass vor dem Hintergrund des Klimawandels Maßnahmen zur Ertüchtigung des Bergwaldes notwendig seien, schilderte Sebastian Klinger, Projektleiter der Bergwaldoffensive. »Gerade für den Schutz von Schönau am Königssee spielt der Wald eine herausragende Rolle«, so Klinger. Dementsprechend wichtig sei, dass ein guter Waldzustand gesichert werde. Im Rahmen der Bergwaldoffensive unterstützt die Bayerische Forstverwaltung Waldbesitzer auf freiwilliger Basis, gesunde und stabile Bergwälder zu erhalten beziehungsweise zu schaffen. Aktuell findet sich zu diesem Thema in der Schön-Klinik in Schönau am Königssee eine Ausstellung.