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Lawine erfasst Skitourengeher in Maria Gern

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Eine Nassschneelawine riss gestern am Rauhen Kopf zwei ältere Skitourengeher mit, die dabei erheblich verletzt wurden. Foto: Bergwacht
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Von Maria Gern aus starteten die Einsatzkräfte mit dem Rettungshubschrauber in Richtung Unfallstelle. Foto: BRK BGL

Bischofswiesen/Maria Gern - Erhebliche Verletzungen erlitten gestern zwei ältere Skitourengeher aus Bischofswiesen bei einem Lawinenunfall am Rauhen Kopf. Die Nassschneelawine riss die beiden bis zu 200 Meter mit, wobei sie einen Tourengeher teilweise verschüttete.


Die insgesamt vierköpfige Seniorengruppe von einheimischen Skitourengehern war am Vormittag von Maria Gern aus über rund 25 bis 30 Grad steiles Waldgelände zum Rauhen Kopf im Bereich des Untersbergs aufgestiegen. Bei der Abfahrt kam es dann zu dem Unglück. Durch das Gewicht der Tourengeher löste sich die von der Sonne bereits stark durchfeuchtete und etwa 20 Zentimeter starke oberste Schicht der Schneedecke. »Die Nassschneelawine hat die Tourengeher praktisch von hinten überholt«, so ein Berchtesgadener Bergwachtmann zur Heimatzeitung.

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Zwei 72 und 62 Jahre alte Männer der Gruppe wurden von der abgleitenden Schneedecke bis zu 200 Meter mitgerissen und erheblich verletzt. Einer wurde teilweise verschüttet, der andere blieb mit dem Fuß an einem Baum hängen. Die beiden von der Lawine nicht erfassten Tourengeher leisteten sofort Erste Hilfe und setzten um 11.37 Uhr einen Notruf ab.

Der Rettungshubschrauber »Christoph 14« aus Traunstein brachte zunächst zwei Bergwachtmänner zu einer Lichtung in der Nähe der Unfallstelle, nachdem er eine dichte Nebelschicht durchflogen hatte. In einem zweiten Flug folgte der Notarzt. Weitere Einsatzkräfte gelangten mit der Pistenraupe des Skilifts am Obergerner Weg und anschließend zu Fuß zur Unfallstelle. Die Helfer verpackten die Patienten in Bergesäcke und ließen sie per Rettungstau vom Hubschrauber zum Parkplatz Königssee fliegen. Dort ging es für einen Patienten, der starke Schmerzen am gesamten Körper hatte, zur Abklärung der Verletzungen per Hubschrauber weiter ins Krankenhaus Traunstein. Der andere Patient, der eine schwere Handverletzung erlitten hatte, wurde mit dem Rettungswagen in die Rettungsklinik Salzburg gebracht.

Insgesamt waren 20 Bergwachtleute, darunter zwei Notärzte und vier Hundeführer der Bergwachtregion Chiemgau, eine Polizeistreife, ein Polizei-Hundeführer, der Traunsteiner Rettungshubschrauber und der BRK-Landrettungsdienst im Einsatz. Der Berchtesgadener Bürgermeister Franz Rasp informierte sich vor Ort in der Obergern bei den Einsatzkräften über die Rettungsaktion. Ulli Kastner