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Baustelle an der Bischofswieser Ortsdurchfahrt sorgt für Kritik im Gemeinderat

Leere Geschäfte und eine entfernte Eibe

Bischofswiesen – Die Baustelle entlang der Bischofswieser Ortsdurchfahrt sorgte am Dienstag wieder einmal für Diskussionen im Gemeinderat Bischofswiesen. »Manche Dinge hauen nicht hin«, kritisierte Franz Punz (SPD). Nach den Worten des Hendlbraters, der die Zustände rund um seinen Stand an der Hauptstraße tagtäglich selbst mitbekommt, leiden vor allem die Geschäfte unter den Zuständen entlang der Baustelle.

Die Bauarbeiten entlang der Bischofswieser Ortsdurchfahrt sind nicht nur für die Verkehrsteilnehmer, sondern auch für die Geschäftsleute entlang der Hauptstraße ein Nerventest. (Foto: Kastner)

Franz Punz erinnerte zunächst an die chaotischen Verkehrsverhältnisse beim Bau der Verkehrsinsel in der Hauptsaison letzten Jahres. Zum Beginn der Stützmauersanierung im Herbst habe es dann eine neunwöchige anstelle der ursprünglich vorgesehenen sechswöchigen Ampelregelung gegeben. »Immer wenn sich die Geschäfte gerade wieder ein wenig erholen, dann geht es weiter mit der Ampelregelung«, stellte Punz frustriert fest und fügte an: »Die Geschäftsleute sind stocknarrisch, für sie geht es sehr knapp her.«

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Seit Beginn der Bauarbeiten herrsche in den Geschäften »tote Hose«, sagte Punz. Viele Kunden würden Bischofswiesen wegen der Baustelle gar nicht mehr anfahren. »Wenn ich gewusst hätte, wie schlimm es wird, dann hätte ich meinen Hendlstand woanders hin verlegt«, bekräftigte Franz Punz, »andere können das aber nicht«. Punz forderte die Verantwortlichen auf, die Geschäftsleute über bevorstehende Ampelregelungen zu informieren, »denn bei einigen geht es ja auch um Lebensmittellieferungen«.

»Das sind genau meine Worte«, zeigte Bürgermeister Thomas Weber Verständnis für die Kritik. Auf der Baustelle habe er erst am Dienstag dieses Problem angesprochen. »Wir im Rathaus können halt nur das weitergeben, was wir wissen. Und vieles wissen wir leider nicht«, sagte Weber. Die Baufirma könne die Geschäftstreibenden ja auch auf kurzem Weg direkt informieren.

Für Unmut im Gemeinderat sorgte auch die Entfernung einer geschützten Eibe beim Bischofsbrunnen. Michael Sturm (Grüne) schnitt das Thema an, nachdem er das Fehlen des seltenen Baumes kürzlich registriert hatte. »Das hat mich sehr traurig gemacht«, sagte Sturm. Vor allem habe man sich kürzlich im Gemeinderat noch geschlossen für den Erhalt des Baumes ausgesprochen. Auch Bürgermeister Thomas Weber hat sich nach eigenen Worten »sehr darüber geärgert«, dass der Baum entfernt wurde. Die Gründe für die Beseitigung kenne er aber nicht. »Wir müssen künftig gemeinsam besser auf solche Dinge aufpassen«, sagte Weber.

Der Bürgermeister hatte zuvor die wegen der Kanalbauarbeiten gesperrte Rathauszufahrt angesprochen. Hier würden aktuell die Anschlüsse vorbereitet, weshalb die Anlieger für einige Tage über die Datzmannsiedlung umgeleitet würden. »Bis Ende der Osterferien sind wir hier voraussichtlich fertig«, kündigte Weber an.

Auch insgesamt seien die Bauarbeiten »im Plan«. Wenn das Projekt dem Ende zugeht, wird es allerdings noch einmal zu einer kurzfristigen Vollsperrung kommen. Dann wird das Staatliche Bauamt die abschließenden Asphaltierungsarbeiten durchführen. Ulli Kastner