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Innenminister Joachim Herrmann ehrt verdiente Bergretter der Bayerischen Bergwacht

Leistungsauszeichnung in Silber für Raphael Hang

Aus den Händen des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (l.) erhielt der Ramsauer Bergwachtmann Raphael Hang sen. (2.v.l.) die Leistungsauszeichnung der Bayerischen Bergwacht in Silber. Mit dem Geehrten freute sich Norbert Heiland (2.v.r.), Vorsitzender der Bayerischen Bergwacht, und dessen Stellvertreter Stefan Schneider. (Fotos: Eberhard Gronau)
Innenminister Joachim Herrmann (v.l.) mit den geehrten Bergwacht-Unterstützern: Die Tierärzte Dr. Peter Saur, Dr. Thomas Gödde, ein gebürtiger Bischofswieser, und Dr. Dirk Römer erhielten das Bergwacht-Edelweiß.
Die Leistungsauszeichnung in Gold ging an den Reichenhaller Hans Lohwieser.

München/Berchtesgaden – Insgesamt 16 Männer der Bergwacht Bayern ehrte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann am Montag in München mit der Leistungsauszeichnung in Gold beziehungsweise Silber. Unter den Geehrten war mit Raphael Hang sen. auch ein verdienter Bergretter aus Ramsau, der im Beisein der Ramsauer Bereitschaftsleiter Rudi Fendt und Thomas Meeß die Auszeichnung in Silber bekam.


Raphael Hang war seit seinem Eintritt in die Bergwacht 1957 an fast allen Einsätzen im Blaueisgebiet und im gesamten Zuständigkeitsbereich der Bergwacht Ramsau beteiligt. Als Wirt der Blaueishütte landeten viele Unfallmeldungen als Erstes bei ihm. Teilweise erkannte er Notsituationen auch selbst, weil er die Bergsteiger und Kletterer häufig mit dem Fernglas beobachtete. Immer war er sofort zur Stelle. »Raphael Hang ließ alles liegen und stehen, wenn es darum ging, Hilfe zu leisten«, so Prof. Dr. Nik Klever von der Landesleitung in der Laudatio.

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Häufig war er aufgrund seines Standortvorteils der Erste am Unfallort und dirigierte den weiteren Ablauf von Rettungsaktionen. Beim tödlichen Absturz des Ramsauer Bereitschaftsleiters Peter Hillebrand und der anschließenden Beerdigung leistete Hang wertvolle Mitarbeit. Viele nächtliche Sucheinsätze im Blaueisgebiet trugen seine Handschrift. Bezeichnend für Raphael Hang sind sein Einsatzwille, seine unerschütterliche Ruhe, seine fachliche Kompetenz und sein ausgeprägter Kameradschaftssinn. Im Notfall gab es für den Ramsauer nur eines: Kommentarlos seine Sachen zu packen und dann hinaus bei Wind und Wetter.

Die höchste Leistungsauszeichnung aus dem Gebiet des Bergwachtabschnitts Chiemgau, nämlich die goldene, erhielt Hans Lohwieser aus Bad Reichenhall. Er wurde in der Laudatio als »Spitzenkraft der Bergwacht Bayern« bezeichnet. Lohwieser verbinde fachliche Leistungsfähigkeit mit höchster Zuverlässigkeit und außerordentlicher Pflichterfüllung. Seit 1978 ist Lohwieser als Alpin- und Luftrettungsausbilder tätig, seit gut zehn Jahren zudem als Einsatzleiter. Besonders belastend waren für ihn neben zahlreichen Totenbergungen die Einsatzleitung 2006 am Schrecksattel über mehrere Tage hinweg, als drei junge Leute unter schwierigsten Bedingungen nur noch tot geborgen werden konnten, der Hubschrauberabsturz am Wildberg mit vier Toten und die Hochwassereinsätze des Jahres 2013.

Die Leistungsauszeichnung in Silber überreichte Innenminister Joachim Herrmann außerdem an Markus Göbel (Bad Reichenhall) und Anton Osenstetter (Bergen). Geehrt wurden auch mehrere Unterstützer der Bayerischen Bergwacht, die das Bergwacht-Edelweiß in Empfang nehmen konnten. Darunter die beiden in Piding praktizierenden Tierärzte Dr. Helmut Steger und Dr. Thomas Gödde, ein gebürtiger Bischofswieser. Beide engagieren sich in der Lawinenhundestaffel Chiemgau. Ulli Kastner