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»Lena Lorenz« schlägt »Germanys Next Topmodel«

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Hauptdarstellerin Patricia Aulitzky fühlt sich in Berchtesgaden wohl. (Foto: Wechslinger)

Berchtesgaden – »Zieglerfilm München« hat im vergangenen Jahr überwiegend in Berchtesgaden, am Almberg und in der Ramsau in zwei Folgen die Geschichte der Hebamme Lena Lorenz gedreht, die nach einiger Zeit ihres Wirkens in Berlin wieder an ihren Geburtsort zurückkehrt und dabei nicht nur im Kreißsaal einiges erlebt, sondern auch mit den Bewohnern. Der Erfolg um die Geschichte war so groß, dass das ZDF die Produktionsfirma Zieglerfilm München beauftragt hat, noch vier weitere Folgen von »Lena Lorenz« zu drehen.


Gespielt wird die Hebamme von Schauspielerin Patricia Aulitzky, der es gelingt, diese schwere Rolle authentisch zu spielen. In der vergangenen Woche trafen sich die Hauptdarstellerin sowie die Produzenten und weitere Mitarbeiter von Zieglerfilm im »Mesnerwirt« am Almberg mit mehreren Journalisten zu einem Pressegespräch. Eine besondere Freude war es Patricia Aulitzky dabei, dass »Lena Lorenz« Heidi Klums »Germanys next Topmodel« quotenmäßig weit abgehängt hat.

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»Bergfex« Patricia Aulitzky lobte im Gespräch die heimische Bergwacht, deren Qualitäten sie bei einem Drehtermin am Kehlstein erkannt hat. Nachdem sie bisher keine Zeit für eine Bergtour hatte, hofft sie, nach der Drehpause im Spätsommer und Herbst in die schöne Berchtesgadener Bergwelt gehen zu können. Als gebürtige Salzburgerin, die in Tirol aufgewachsen ist und teilweise auch dort lebt, fühle sie sich dem Gebirge verwachsen.

»Ich bin Schauspielerin, keine Hebamme«, antwortet Patricia Aulitzky auf die Frage eines Journalisten, wie sie mit der Hebammenrolle umgeht. Es sei immer eine echte Hebamme am Set, die ihr mit Rat und Tat zur Seite stehe. Und schließlich sei ihr Vater Gynäkologe, mit dem sie sich auch auf die Rolle vorbereiten konnte. Die österreichischen Wurzeln haben der Schauspielerin bei der Filmarbeit geholfen, da sie am Hof in Berchtesgaden die bayerisch-österreichische Sprachmelodie perfekt beherrscht.

Das Interesse an der Berchtesgadener Landschaft sei riesengroß und eine tolle Werbung für die Region, findet die Schauspielerin: »Ich bekomme auf Facebook immer wieder Nachrichten von Freunden und Fans, die fragen, wo denn diese herrliche Landschaft liege«, erzählte Aulitzky. Sie fügte hinzu, der wochenlange Dreh bedeute für Schauspieler aus der Großstadt auch eine Einschränkung: »Für manche wird das Grün nach zwei Monaten doch ein bisschen viel.« Dem entgegnete Marktbürgermeister Franz Rasp: »Dann kommen Sie halt im Winter, da ist es weiß.«

Produzent Thorsten Flassnöcker weiß natürlich auch um die Schönheit Berchtesgadens im Winter. »Das wäre ein Traum, aber ein Dreh im Winter ist schon von der Logistik her um einiges komplizierter und natürlich auch teurer«, schränkte der Produzent ein. Zwei der 90-minütigen Folgen seien bereits abgedreht, jetzt hat das Team 14 Tage Urlaub, ehe im September und Oktober die Folgen fünf und sechs gedreht werden. Für eine Folge rechne man durchschnittlich mit 21 Tagen, so Flassnöcker, der jedoch auch über einen sehr reizvollen Winterdreh nachdenkt. Denn bei gleichbleibendem Erfolg soll es mit Lena Lorenz weitergehen.

Der Filmemacher lobte die Freundlichkeit und Kooperationsbereitschaft der Berchtesgadener Bevölkerung, weil dies nicht überall so sei. Zudem seien die Dienstwege in der Provinz weit einfacher als im Großstadtraum, berichtete der Produzent. Zur Frage, ob die Hebamme bei Geburtsszenen tatsächlich immer mit lebenden Neugeborenen arbeite, erklärte Flassnöcker, dass Mütter für diese Szenen ihre wenige Wochen alten Babys zur Verfügung stellten. Bei Sequenzen aus weiterer Entfernung arbeite man aber mit täuschend echt aussehenden Babypuppen.

Ein Problem für Schauspieler und die Filmmannschaft von Zieglerfilm sei die Hotelsituation in und um Berchtesgaden. Dazu erklärte BGLT-Geschäftsführer Stephan Köhl, dass in der Hochsaison die meisten Zimmer belegt sind, man aber stets bemüht sei, allen Beteiligten eine bestmögliche Unterbringung zu ermöglichen. Christian Wechslinger