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»Lernen müssen wir – und nicht die anderen«

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Zahlreiche Vereine und Verbände hatten Abordnungen zur Gedenkstunde entsandt. Bürgermeister Franz Rasp (l.) erinnerte daran, wie wertvoll der seit 70 Jahren herrschende Frieden ist.
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Am Kriegerdenkmal legten Bürgermeister Franz Rasp und die Vereine Kränze nieder. (Fotos: Tessnow)

Berchtesgaden – Am Volkstrauertag gedachte man gestern in einer eindrucksvollen Mahnfeierstunde auf dem festlich geschmückten Schlossplatz der Kriegs- und Vertriebenenopfer beider Weltkriege. Zahlreiche Vereine waren mit Abordnungen vertreten, die Marktkapelle Berchtesgaden umrahmte die Zeremonie musikalisch. Und Bürgermeister Franz Rasp mahnte angesichts zweier verheerender Welkriege: »Lernen müssen wir – und nicht die anderen«.


Marktbürgermeister Franz Rasp nahm gleich zu Beginn seiner Rede Bezug auf die verheerenden Auswirkungen der beiden Weltkriege und betonte, dass es wichtig sei, aus der Geschichte zu lernen, um die Zukunft besser zu gestalten. Viele Familien hätten mit den Weltkriegstraumen ihr Leben lang ein Schicksal zu tragen. »Lernen müssen wir – und nicht die anderen. Wir sollten bei uns anfangen. Und wir haben gelernt«, sagte der Bürgermeister mit Verweis auf den Fall der Mauer vor 25 Jahren, der das Ergebnis einer friedlichen Bewegung war. Rasp: »Wir sollten es hoch schätzen, dass seit 70 Jahren in unserem Land Frieden herrscht«.

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Großen Dank sprach der Bürgermeister auch all denen aus, die sich der aktuellen Flüchtlingsproblematik annehmen und mittels ihrer Akzeptanz und solidarischen Hilfe die notwendige Unterstützung leisten. So berichtete Franz Rasp von der Tragik von vier afghanischen Kindern, die in Piding einfach von ihrem Schleuser ausgesetzt wurden, nachdem die Familien unendlich viel Geld dafür hatten leisten müssten. »Ziel unserer Gesellschaft muss es sein, sich um die Flüchtlinge zu kümmern – menschenwürdig zu kümmern.«

Danach wurde Rasp sogar persönlich und berichtete von einer kürzlich unternommenen Wanderung mit seinen Buben auf die Kneifelspitze. Er musste dort innehalten, das Land genießen, den Frieden und die Freiheit. »Dieses kostbare Gut ist aber nur durch Toleranz und Aktivität in unserem Staat entstanden«, resümierte das Gemeindeoberhaupt.

Zum Gedenken an die gefallenen und vermissten Soldaten erfolgten schließlich die Kranzniederlegungen am Kriegerdenkmal unter den Arkaden des Schlossplatzes, begleitet von Böllerschüssen der Weihnachtsschützen. Es schlossen sich die Abordnungen der Bundeswehr, des Bayerischen Roten Kreuzes, des Volksbundes deutscher Kriegsgräberfürsorge, der Vereinigten Weihnachtsschützen des Berchtesgadener Landes, der Freiwilligen Feuerwehr und weiteren Vereine an.

Von der Marktkapelle Berchtesgaden unter der Leitung des Kapellmeisters und ersten Dirigenten Erhard Moldan wurden für die Trauerzeremonie standesgemäß die Bayernhymne, das »Lied vom guten Kameraden« sowie schließend die deutsche Nationalhymne angestimmt. Nach der Totenehrung erfolgte der Ausklang im Gasthaus »Goldener Bär.« tes