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Liebesleid und doch viel Spaß

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Die Knechte und Mägde der Bernhoferin bei der Brotzeit. Sie werden gespielt von Andreas Löffelberger, Elisabeth Walkner, Gaby Schorn, Andrea Aschauer, Sepp Höllbacher und Hannes Essl.
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Da tut sich was. Zwischen Bäuerin Agnes Bernauer (Michaela Aschauer) und Großknecht Leonhard Brugger (Andreas Struber) sprühen die ersten Funken. (Fotos: Meister)

Bad Dürrnberg – Eine Liebesromanze zwischen alleinstehender Bäuerin und neuem Großknecht, Turbulenzen, die sich am Ende in Wohlgefallen auflösen, ein Stinkstiefel von einem Vetter, der seinen depperten Sohn an die vermögende Frau bringen will, eine falsche Obermagd, die ihr Schäflein ins Trockene bringen will, dazwischen gibt es noch Gstanzln und ein wenig Volksmusik, und endlich den teilweise überraschenden glücklichen Ausgang.


Das sind die Zutaten der neuen Produktion des Theaters am Dürrnberg. Das Ensemble hat sich mit Veronika Pernthaner eine professionelle Regisseurin ins Boot geholt. Mit leichtfüßigem, unverkrampftem Spiel und sichtbarem Engagement wurde das Premierenpublikum im Turnsaal der Bad Dürrnberger Schule zur Gänze begeistert.

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Die Knechte singen und die Obermagd keift aus dem Fenster. Es ist Erntezeit und über dem Hof liegt knisternde Spannung. Erst recht, wenn die ledige Bäuerin vom »ledigen Hof« Feuer fängt beim neuen Großknecht und am liebsten gar nicht mehr ledig bleiben will. Das will der nachbarliche Vetter, der auch gleichzeitig Bürgermeister von Preleuten ist, verhindern. Da er zum einen seinen speziellen Sohn gern gewinnbringend an die vermögende Jungbäuerin bringen, zum anderen das schöne Anwesen in den Familienbesitz eingliedern möchte. Dieser Vetter Schlurmoser ist ein gieriger Bösewicht, der die Welt steuern will, sich die selbstgefällige und -süchtige Obermagd an die Seite holt, am Ende aber mit ihr in der Sackgasse landet, was seine Mitspieler allesamt freut, dramaturgisch gesehen.

Da ist aber noch der böse Brief, der den jungen Großknecht diffamiert. Er soll ein braves Mädchen im Nachbardorf sitzen gelassen haben, mit einem unehelichen Kind dazu. Das hat die Bäuerin zu einer Seefahrt zum Ort der Schande und in Depressionen gebracht. Alles aber wird gut. Und am Ende feiern alle, natürlich außer Schlurmoser und Obermagd Kreszenz.

Auch Schlurmosers Sohn Krispin kann feiern. Er wollte gar nicht Bauer werden vom »ledigen Hof« und hat sich längst orientiert. Großartig Thomas Lienbacher als gutmütig einfältiger »Dorftrottel«, der letztlich doch sein großes Los zieht. Michaela Aschauer gibt glaubhaft ein solides, verliebtes Bauernmädchen namens Agnes Bernhofer, das hin und her gebeutelt zwischen Freud und Leid doch noch in den Ehehafen einfahren kann. Wenn das Glück bedeutet.

Spaß macht es auch, dem Hallodri Vetter Schlurmoser in Gestalt von Stefan Bräunlinger bei seinem Intrigen-Amok zuzuschauen und der widerborstigen Obermagd Kreszenz von Lisbeth Ebner. Andreas Struber als Großknecht Leonhard, Andreas Löffelberger als Altknecht, Anneliese Brüggler, Andrea Dietz, Michael Scheuringer als Bub Hansel sowie alle weiteren überzeugen. Sepp Höllbacher und Andrea Aschauer verdienten sich nicht nur als Teil des Gesindes mit Elisabeth Walkner, Hannes Essl und Gaby Schorn den Beifall des Publikums im Turnsaal. Auch mit ihren Gstanzln zwischen den Akten wussten sie zu gefallen.

Ein netter Abend ist beim Theater am Dürrnberg garantiert. Wer ihn genießen möchte, sollte sich sputen. Premiere und die Vorstellungen waren »rappelvoll« und der Kartenrest für die kommenden Spielblöcke ist limitiert, sagte Stefan Bräunlinger, wohl so etwas wie der Kopf der Spielschar und sicher im richtigen Leben ein freundlicherer Charakter, als der des Schlurmosers, den er auf der Bühne gibt.

Kartenvorbestellungen sind täglich möglich von 15 bis 18 Uhr unter Telefon +43 664/9456-313 oder per E-Mail an kontakt@theater-am-duerrnberg.at. Gespielt wird von Donnerstag, 16. März, bis einschließlich Sonntag, 19. März, sowie am 23. und 24. März. Alle Vorstellungen beginnen um 19.30 Uhr, mit Ausnahme der letzten Aufführung am Samstag, 25. März, die bereits um 18 Uhr beginnt. Dieter Meister