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Lob für jahrzehntelange Pionierarbeit

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Dr. Klaus Burger, Dr. Christian Freund, Ralf-Martin Kaukewitsch, Sebastian Bähr, David Pichler und Thomas Lobensteiner (v.l.). (Foto: BRK BGL)

Ramsau – Die Bergwacht-Region Chiemgau hat dem bisherigen Regionalarzt Ralf-Martin Kaukewitsch im Gasthaus »Wachterl« in Ramsau für seine langjährigen Verdienste um die notfallmedizinische Ausbildung und Versorgung im Gebirge gedankt.


Regionalleiter Dr. Klaus Burger, sein Stellvertreter Thomas Lobensteiner, der neue Regionalarzt Dr. Christian Freund und sein Stellvertreter Sebastian Bähr sowie Geschäftsführer David Pichler lobten den Enthusiasten Kaukewitsch, der sich weiterhin als Bergwacht-Notarzt und Arzt der Bergwacht-Bereitschaft Berchtesgaden, Lawinenhundeführer und Canyon-Retter engagiert. Hauptberuflich arbeitet er als praktischer Arzt.

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Kaukewitsch kam 1994 zufällig als junger Arzt aus Berlin ins Berchtesgadener Land, da er als angehender Facharzt für Psychiatrie eine Ausbildungsstelle für Neurologie brauchte, die deutschlandweit eher rar gesät sind. In der Reha-Klinik Loipl wurde er dann fündig. Bald entdeckte er seine Liebe zum Bergsteigen, Klettern und Skifahren und fand schnell Anschluss in der Bergwacht Berchtesgaden. Als geländegängiger Notfallmediziner war er von Beginn an bei Einsätzen mit Schwerverletzten und akut Erkrankten im extremen Gelände gefragt und vorne mit dabei.

»Ralf lebt für die Bergrettung und das Bergsteigen, die Hilfe am Nächsten und widmet seit Jahrzehnten als gefragter Spezialist einen großen Teil seiner Freizeit dafür«, lobt Burger. Kaukewitsch und seine Kollegen hatten die notfallmedizinische Aus- und Fortbildung der Bergretter mit einem jährlichen Grundkurs und einem Lehrbuch ausgebaut und weiterentwickelt. Aus der praktischen Erfahrung heraus bauten sie das heutige europaweite Vorreiter-Modell des Bergwacht-Notarztes mit auf. Nebenbei ist Kaukewitsch mit seiner Lilli auch engagierter Such- und Lawinenhundeführer in der dritten Hunde-Generation und ausgebildeter Canyon-Retter für Einsätze in Klammen.

Der mittlerweile 58-Jährige übergibt sein Amt in der Regionalleitung in die jüngeren Hände von Dr. Christian Freund von der Bergwacht Grassau und Sebastian Bähr von der Bergwacht Ruhpolding. Er bleibt aber weiterhin Bergwacht-Notarzt und Arzt der Bergwacht Berchtesgaden. Kaukewitsch rettete unzählige Leben, auch im schwierigen Gelände wie der Watzmann-Ostwand – viele Einsätze auch unter Gefahr für das eigene Leben. Die Ärzte waren bei einigen großen Einsätzen während der vergangenen Jahre gemeinsam im Einsatz und arbeiteten zusammen, zuletzt bei den beiden Lawineneinsätzen am 21. Januar am Zwiesel und am Geigelstein.

Ziel der Bergwacht Bayern war es während der vergangenen Jahre, in jedem Gelände eine notärztliche Versorgung sicherstellen zu können, auch wenn kein Hubschrauber fliegen kann. Dafür wurde eine kompakte Ausbildungsreihe konzipiert, die die reguläre Notarztausbildung mit der Bergwachtausbildung ergänzt. Mittlerweile ist die Region Chiemgau gut mit Bergwacht-Notärzten und Sanitätern versorgt. Der Bergwacht-Notarzt ist zu allen Jahreszeiten geländegängig und mit den Bergrettungstechniken sowie den speziellen medizinischen Notfallszenarien der Bergrettung vertraut. Er ist auch unter schwierigen Bedingungen für die medizinische Versorgung des Notfallpatienten verantwortlich. Bereits ausgebildete Notärzte durchlaufen bei der Bergwacht Bayern eine umfassende Basisausbildung im Bergsteigen und eine Grundausbildung Bergrettung. Im Anschluss stehen sie für alpine Rettungseinsätze zur Verfügung. ml