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Lobbyist wettert gegen geplantes Parkhaus

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Autofreundlichkeit schadet der Kurstadt. Davon ist Peter Haibach überzeugt. (Foto: Hudelist)

Bad Reichenhall – Ein mögliches neues Parkhaus direkt an der Fußgängerzone oder an der Rupertus Therme ruft den Salzburger Bus- und Bahn-Lobbyisten Peter Haibach schon jetzt auf den Plan. Er kritisiert die Pläne. »Diese Parkplatz-Manie für Autofahrer wird der Kulturstadt Bad Reichenhall schaden«, findet er. Das »Verkehrsforum BGL« will sich offiziell dazu nicht äußern, weist aber darauf hin, dass die Salzburger Plattform offiziell nicht die bayerischen Interessen vertritt. Bad Reichenhalls Oberbürgermeister Herbert Lackner nimmt die »Kritik« gelassen, »wir wissen im Stadtrat schon, wie wir den Verkehr in unserer Stadt zu planen haben«.


Ausgangspunkt für die Haibach-Einmischung ist ein ORF-Bericht, demzufolge Bad Reichenhall mit dem Ausbau von Parkgaragen-Plätzen und Parkhäusern auf die Autofahrer setzt. »Das ist kritisch zu hinterfragen«, so Haibach in einer Aussendung. Seiner Meinung nach ist Bad Reichenhall per Bahn gut an Salzburg angeschlossen. Außerdem gebe es einen »attraktiven Busverkehr zwischen Reichenhall und Salzburg«. Auch aus dem Großraum München und Rosenheim sei Bad Reichenhall durch die Bahnverbindung über Freilassing gut erreichbar. »Reichenhall wäre gut beraten, verstärkt auf die Kunden des öffentlichen Verkehrs zu setzen, statt die Autofahrer zu bewerben«, rät Haibach. Er glaubt, dass eine »autogerechte Stadt« der Kurstadt schaden würde, »besser wäre es, auf Nachhaltigkeit zu setzen«.

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Hauptgrund für Haibachs Querschuss in Richtung Bayern ist wohl die Angst, die Geschäftsleute in der Salzburger Altstadt könnten sich Bad Reichenhall zum Vorbild nehmen. »Die Verkehrsplattform warnt den Altstadtverband der Stadt Salzburg, aus den Reichenhaller Parkplatz-Konzepten den Schluss zu ziehen, die Weltkulturerbe-Stadt Salzburg sollte es den Reichenhallern gleichtun und weiterhin auf Erweiterungen der Mönchsberggaragen setzen«, so der Lobbyist.

Das Pendant der Verkehrsplattform Salzburg im Berchtesgadener Land ist das »Verkehrsforum BGL«, dessen Vorsitzender Michael Behringer will sich aber zu den Warnungen aus Salzburg nicht äußern, das Verkehrsforum beschäftige sich nur mit dem öffentlichen Verkehr und nicht mit Parkplätzen. Er weist allerdings darauf hin, dass in der Haibach-Plattform keine bayerische Initiative vertreten sei. »Die Salzburger Verkehrsplattform ist auch kein Verein, dem man beitreten könnte, sondern nur eine Art Stammtisch, an dem sich Verfechter des öffentlichen Nahverkehrs treffen«, erklärt Behringer.

Auch Bad Reichenhalls Oberbürgermeister Herbert Lackner nimmt die Kritik gelassen. Es gebe aktuell nur Überlegungen, neue Parkplätze oder ein neues Parkhaus an der Therme zu bauen. »Aber eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.« Fakt sei aber, dass die Stadt sich bemühe, den Kunden ein zentrumsnahes Parken zu ermöglichen. »Und die Salzburger haben offensichtlich festgestellt, dass man bei uns gut parken kann«, so Lackner.

Auf die Warnungen von Peter Haibach geht Lackner nur indirekt ein: »Wir wissen im Stadtrat schon genau, wie wir den Verkehr zu planen haben«, soll heißen, Zurufe von außen braucht die Kurstadt nicht. Michael Hudelist