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Lokale Produkte, regionale Wertschöpfung

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Über die Zukunft alpiner Kulturlandschaften diskutierten Experten in Ramsau. (Foto: privat)

Ramsau – Der von der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) gemeinsam mit dem Bergkulturbüro veranstaltete Workshop »Zukunft der alpinen Kulturlandschaft – Bergsteigerdörfer als Modellorte« fand am Montag in der Ramsau statt.


In einer anregenden Mischung aus Vorträgen zu aktuellen Tendenzen der Entwicklung alpiner Räume und Berichten über konkrete Praxisbeispiele gelungener Wertschöpfungsprojekte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden brennende Fragen möglicher Gemeindeentwicklungen diskutiert.

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Die Bürgermeister der drei bayerischen Bergsteigerdörfer Ramsau, Sachrang und Schleching erörterten gemeinsam mit Experten aus Umweltschutz und Landschaftsentwicklung, Kultur, Ökologie, Ökonomie und Landwirtschaft Perspektiven zukünftiger Gemeindeentwicklung. Dabei ging es um die demografische Entwicklung und Perspektiven für die junge Bevölkerung vor Ort und neue lokale und regionale Wertschöpfungsmodelle. Vor allem das Spannungsfeld zwischen der Erhaltung von Kultur und Landschaft einerseits und der Ermöglichung zukunftsfähiger Entwicklung der Region wurde dabei diskutiert.

Ein Schwerpunkt lag auf neuen Strategien zur Entwicklung lokaler Produkte zu regional und sogar international erfolgreichen Marken. Deutlich wurde darüber hinaus, wie viele Möglichkeiten für einzelne Landwirte wie auch für gemeinschaftlich getragene Produktions- und Vermarktungsmodelle bestehen, auch traditionell geführte Landwirtschafts- und Handwerksbetriebe auf vielfältige Weise wirtschaftlich zu nutzen – von Internetblogs bis zur Kreation oder Präsentation von Modelinien. Beim Mittagessen im Hotel »Rehlegg« gab Hannes Lichtmannegger einen beeindruckenden Einblick in die programmatisch und konsequent auf lokale Produktion, ökologisches Wirtschaften und regionale Wertschöpfungsketten hin ausgelegte Betriebsführung des Hotels.

Dabei zeigte sich, dass die Idee der Bergsteigerdörfer im Hinblick auf eine nachhaltige Gemeindeentwicklung Ideen- und Beispielgeber auch für andere Gemeinden sein kann – vor allem Fragen einer konkreten, zukunftsfähigen Gestaltung des Gemeinwesens betreffend, die das gute Leben der Bevölkerung und Perspektiven für die jungen Generationen ins Zentrum stellen. Nicht zuletzt in der vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz geförderten Ideenwerkstatt »Modell Bergsteigerdorf« in Ramsau wird deshalb an innovativen und tragfähigen Konzepten für diese Herausforderungen gearbeitet.

An der Gesprächsrunde waren beteiligt: Dr. Susanne Aigner (Umweltbüro Klagenfurt), Dr. Gisela Badura-Lotter und Dr. Jens Badura (berg_kulturbüro Ramsau), Dr. Bettina Burkart-Aicher (ANL, Laufen), Ulf Dworschak (Nationalpark Berchtesgaden), Franz Galler (Büro für nachhaltige Regionalentwicklung Ainring), Herbert Gschoßmann (Bürgermeister Ramsau), Josef Loferer (Bürgermeister Schleching), Dr. Peter Loreth (Leiter Biosphärenregion Berchtesgadener Land), Sebastian Pertl (Biobauer, Sachrang), David Schuhwerk (Geschäftsführer Naturpark Weißbach), Peter Solnar (Bürgermeister Aschau), Thomas Strubreiter (»Archebauer« aus Scheffau am Tennengebirge), Susanne Thomas (Landschaftspflegeverband Biosphärenregion Berchtesgadener Land). fb