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Luchs »Alus« von Wilderer erschossen

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Ein Wilderer war für den Tod von Luchs Alus verantwortlich. Das ergab jetzt die Obduktion des toten Tieres. (Foto: privat)

Berchtesgadener Land – Man hatte es bereits geahnt, doch jetzt ist es gewiss: Der Luchs »Alus«, dessen Kadaver Anfang September im Saalachsee entdeckt worden war, ist einem Wilderer zum Opfer gefallen.


Das hat jetzt die Obduktion ergeben. Nach Angaben der Polizei konnten in dem Kadaver Geschossteile nachgewiesen werden. Die Partikel selbst werden derzeit im Landeskriminalamt in München untersucht, die Polizei erhofft sich davon Hinweise auf den Täter.

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Ein Baggerfahrer hatte den toten Luchs im Saalachsee gefunden. Der Kadaver war aber unvollständig, der Täter hatte den Kopf und die Vorderläufe abgetrennt. Das erhärtete den Verdacht, dass das streng geschützte Raubtier gewildert worden war. Das bewahrheitete sich jetzt.

Im Jahr 2015 war erstmals ein Luchs im Gebiet Berchtesgadener Land – Pinzgau nachgewiesen worden. Der männliche Luchs (Kuder) mit dem Namen »Alus« war aus Nordost-Italien zugewandert. Ziel eines Fotofallenprojekts der Gregor Louisoder Umweltstiftung, der Bayerischen Staatsforsten und der Österreichischen Bundesforsten war es, herauszufinden, ob sich »Alus« noch im Gebiet aufhält.

Insgesamt konnten von September 2016 bis April 2017 nicht weniger als 24 Aufnahmen des zuletzt etwa acht bis neun Jahre alten Luchses auf den Projektflächen der Saalforsten und der Österreichischen Bundesforsten gemacht werden. Ein weiterer Luchs konnte bislang nicht abgelichtet werden. Die Gregor Louisoder Umweltstiftung und der WWF haben 15 000 Euro Belohnung für Hinweise auf den oder die Täter ausgesetzt.

Der Luchs gehört nach dem Bundesnaturschutzgesetz zu den besonders und streng geschützten Tieren. Auch nach dem Bundesjagdgesetz ist der Luchs ganzjährig geschont, darf also grundsätzlich nicht gejagt werden. Ausnahmen dürfen nur die zuständigen Sicherheits- oder Naturschutzbehörden unter engen Bedingungen zulassen. Ulli Kastner

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