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Christoph Angerer neuer VHS-Leiter – Willi Meilinger in den Ruhestand verabschiedet

Lust auf lebenslanges Lernen

Amtsübergabe im Rathaus (v.l.): der scheidende VHS-Leiter Willi Meilinger, sein Nachfolger Christoph Angerer und Marktbürgermeister Franz Rasp. Foto: Fischer

Berchtesgaden – Die Volkshochschule (VHS) Berchtesgaden hat einen neuen Leiter. Der 35-jährige Bauingenieur und Lehrer Christoph Angerer aus Berchtesgaden hat Anfang dieses Monats den Posten von seinem Vorgänger Willi Meilinger übernommen. Marktbürgermeister Franz Rasp hat jetzt im Berchtesgadener Rathaus den Amtswechsel vollzogen.


Christoph Angerer hat sich bei der Ausschreibung, bei der es laut Bürgermeister Rasp viele Bewerbungen gegeben hatte, durchgesetzt. Der studierte Bauingenieur und Berufsschullehrer hat zum Monatsbeginn die Nachfolge von Willi Meilinger angetreten, der aber noch bis Weihnachten als Berater zur Verfügung stehen wird. »Herr Angerer tritt in große Fußstapfen«, sagte Franz Rasp bei der offiziellen Amtseinführung. »Aber wir trauen ihm zu, dass er eigene Akzente im Sinne von Willi Meilinger setzt.«

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Meilinger ist ein VHS-Veteran. In seiner 25-jährigen Dienstzeit hat der Lehrer das Kursangebot verdreifacht. Und den Ruf der Volkshochschule Berchtesgaden als hervorragende Einrichtung gestärkt. Meilingers Verdienst ist es auch, dass es nach wie vor zahlreiche Kurse zu Brauchtum und Handwerk gibt. Der Lieblingskurs des scheidenden Chefs ist übrigens der Grobschnitzkurs.

Auch Christoph Angerer legt großen Wert auf Tradition und Brauchtum im Kursangebot. Wie Willi Meilinger leitet er die VHS in Teilzeit. Vier Tage pro Woche unterrichtet er weiterhin an der FOS/BOS in Traunstein. Bei aller Bodenständigkeit möchte der Familienvater, der am Untersalzberg lebt, einige Neuerungen einführen. Die Alphabetisierung, also Sprache in Wort und Schrift, soll künftig stärker in den Fokus rücken. Und das nicht nur als Angebot für Asylbewerber, sondern auch für Berufstätige, zum Beispiel in der Gastronomie, in der Menschen der verschiedensten Nationen tätig sind. »Wir wollen Grundkompetenzen vermitteln«, betont auch Marktbürgermeister Rasp. Deshalb sei die VHS unter öffentlicher Trägerschaft.

Neue Angebote möchte Christoph Angerer auch unter dem Motto »Lernen lernen« schaffen. Also methodisches Grundlagenwissen darüber, wie man am besten Lehrinhalte verarbeitet. Die Energieeffizienz beim Bauen und Sanieren möchte der Untersalzberger ebenfalls künftig im Programm haben.

Dass sich eine VHS immer weiterentwickeln muss, weiß auch Willi Meilinger nur zu gut. »Ein VHS-Leiter ist ein Jäger und Sammler«, sagt er. Immer auf der Suche nach interessanten Kursangeboten. Und fähigen Dozenten. Dementsprechend hat sich die Angebotspalette in den vergangenen 25 Jahren stark gewandelt. Standen zunächst die Sprachen im Mittelpunkt des VHS-Programms, war es einige Jahre später die Freizeitgestaltung. Inzwischen sind Gesundheitsthemen am meisten gefragt. Christian Fischer