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Maibaum gleich zweimal gestohlen

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Eine weite Reise hat der Weißbacher Maibaum hinter sich. Eine Gruppe von Bischofswieser Buam klaute den Baum mit schwerem Gerät in Schneizlreuth, wohin er zuvor ebenfalls verschleppt worden war. (Foto: privat)

Bischofswiesen – Das Maibaumstehlen ist urbayerisches Kulturgut und ein schöner alter Brauch, der aktuell aber nur noch selten ausgeübt wird. Den Bischofswieser Buam ist aber heuer ein besonderer Coup gelungen.


Die Geschichte beginnt damit, dass zunächst die Schneizlreuther den Weißbachern den 29 Meter langen Maibaum gestohlen und ihn auf ihrem Gemeindegebiet gelagert hatten. Wenigstens war da schon klar, dass es am 1. Mai wegen des schlechten Wetters ohnehin kein Maifest in Weißbach geben würde.

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Findige Scouts der Bischofswieser Buam entdeckten den gestohlenen Baum und heckten einen Plan aus, diesen gestohlenen Baum wiederum aus Schneizlreuth zu entführen. Zugute kam den Bischofswiesern, dass sie für ihre »Diebestour« bis Christi Himmelfahrt einige Tage Zeit hatten. Den Schneizlreuthern war es in dieser langen Zeit kaum möglich, den Baum Tag und Nacht zu bewachen.

So rückten die Bischofswieser Dienstagnacht unentdeckt mit schwerem Gerät an und entführten das Prachtstück zum Unterklapflehen in Winkl. Dort bewachten dann – wie es sich gehört – zwei Burschen den Baum Tag und Nacht.

An Christi Himmelfahrt schließlich brachten 30 Bischofswieser Buam mit Gefolge den zweimal gestohlenen Baum den Schneizlreuthern zurück, die nun wiederum das Diebesgut den rechtmäßigen Besitzern nach Weißbach zurückbringen mussten. Dort wurde der Baum sodann fünf Tage nach dem eigentlichen Termin an Christi Himmelfahrt gemeinsam aufgestellt. Und weil keiner nachtragend war, feierten die Diebe und die Bestohlenen zusammen ein lustiges Fest. cw