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Malteser bauen Rettungshundestaffel auf

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Beim Eignungstest mussten die zukünftigen Rettungshunde der Malteser im Berchtesgadener Land viele Aufgaben bewältigen.

Wenn Menschen vermisst werden, können die feinen Nasen von Hunden Leben retten. Die Malteser im Berchtesgadener Land haben deshalb beschlossen, in die Arbeit mit Rettungshunden einzusteigen.


Bereits seit Mai laufen Vorbereitungen, um unter der Leitung von Gabriele Kurz eine »Mantrailing« Suchhundestaffel aufzubauen. Beim »Mantrailing« handelt es sich um eine Personensuche, bei der der Hund – im Gegensatz zur Flächen- oder Trümmersuche – einen Geruchsartikel der vermissten Person bekommt und ausschließlich an der Leine die Sucharbeit ausführt.

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Nach Einschätzung der Malteser ist der Aufbau dieser »Mantrailing«-Rettungs- hundestaffel im Berchtesgadener Land notwendig, weil immer wieder Menschen vermisst werden, die zum Beispiel aus Altenheimen abgängig und verwirrt sind. Hier sei eine der letzten Möglichkeiten der Rettung oft der Einsatz von Spürhunden, sagt Josef Hinterschnaiter, Kreisbeauftragter der Malteser im Berchtesgadener Land.

Eine Rettungshundestaffel ist im System der öffentlichen Notfallvorsorge eingebunden und wird bei Bedarf von der Integrierten Leitstelle alarmiert.

Die Ausbildung der Hunde dauert etwa drei Jahre. Derzeit sind sechs Teams aus Hund und Hundeführer in Ausbildung, wovon drei Teams in der Ausbildung bereits weiter vorangeschritten sind. Gabriele Kurz ist zertifizierte Trainerin und bildet die Hunde zusammen mit ihrem Stellvertreter Dr. Klaus Frankenberger mit viel Spaß und Motivation aus. »Einige Kurse müssen noch absolviert werden, dann werden nach meiner Einschätzung die ersten drei Teams Mitte nächsten Jahres ihre Einsatzprüfung absolvieren können«, sagt Kurz. Nun wurden die sechs Hunde in Bischofswiesen offiziell auf ihre Eignung für die Rettungshundearbeit geprüft. Den Eignungstest für Rettungshunde- und »Mantrailing«-Teams hatte Malteser Kreisgeschäftsführer Michael Soldanski vorbereitet und organisiert.

Dabei testete Hundetrainer Michael Scheidmeir aus Dachau, ob die Hunde unter anderem diese gewünschten Eigenschaften mitbringen: Sie sollen nicht aggressiv, aber auch nicht übertrieben vorsichtig sein. Fremden Personen gegenüber sollen sie unbefangen sein und Spielfreude, Such- und Stöberbereitschaft mitbringen. Vor allem müssen sie belastbar sein und sich durch laute Geräusche, humpelnde, stürzende oder wegrennende Personen, flatternde Kleidung oder Ähnliches nicht irritieren lassen. Karl-Michael Brand, Leiter der Malteser Rettungshundestaffel Dachau, der als Ansprechpartner für die Malteser Rettungshundestaffeln die Prüfung beobachtete, zeigte sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. »Die getesteten acht Teams – sechs aus Reichenhall und zwei aus Dachau – zeigen die besten Anlagen: Es sind durch die Bank gut sozialisierte, umweltsichere, kooperationsbereite, lernfähige, verspielte und aufmerksame Hunde, die die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung mitbringen«, lobte er. Außerdem nahmen die Teams an einem Seminar zum Thema »Sicherheit am Trail« teil. Der Höhepunkt waren zwei Übungseinheiten im Outlet am Airport und im Altenheim Kirchberg, wo reale Einsatzszenarien durchgespielt wurden. fb