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Marktgemeinde Berchtesgaden setzt auf Normalstrom

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Ökostrom? »Nein danke«, sagt die Marktgemeinde. Die Entscheidung darüber war knapp. Anzeiger-Foto

Berchtesgaden - Normalstrom oder Ökostrom für die Kommune? In einer Debatte im Gemeinderat am Montag zeigte sich, dass vielen Mitgliedern regenerative Energie wichtig ist, obwohl die Verwaltung Normalstrom wünscht. »Wir als Kommune haben aber eine Vorreiterrolle«, so Dr. Bartl Wimmer (Grüne). Gebracht hat die Öko-Diskussion schließlich nichts. Neun Befürworter standen neun Gegnern gegenüber. Der Markt beteiligt sich nun an einer Bündelausschreibung für die Lieferung von Normalstrom für die Jahre 2014 bis 2016.


Das bedeutet, dass der Markt und viele weitere Gemeinden sich zusammenschließen, um dann über eine europaweite Ausschreibung günstig an Energie zu kommen. »Das ist die erste ernsthafte Energieausschreibung überhaupt, an der wir uns beteiligen«, so Wimmer. »Und dann entscheiden wir uns für Normalstrom? Da bleibt mir fast die Spucke weg.«

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Wimmer ist sauer: »Es kann nicht sein, dass wir uns um Normalstrom bemühen.« Allein schon deshalb, weil der Landkreis laut Kreistagsbeschluss bis 2030 komplett »grün« sein möchte, so das Argument. Das klar gesetzte Klimaziel, bis dahin auf regenerative Energien umgestellt zu haben, müsse auch gemeindeseitig umgesetzt werden.

Bürgermeister Franz Rasp sagte, dass Ökostrom deutlich teurer sei. Fünf bis acht Prozent. Bis zu 15 000 Euro Mehrkosten kämen pro Jahr auf die Gemeinde zu, weiß er. Dem widersprach Wimmer, der meinte, dass Ökostrom nicht zwangsläufig teurer sein müsse. »Das ist Ihre rein subjektive Einschätzung, Herr Bürgermeister.« Die vergangenen Jahre habe man es versäumt, Energie ausschreiben zu lassen und deutlich mehr gezahlt, als notwendig gewesen wäre. »Die Überlegung, aufgrund eventueller Mehrkosten sich jetzt um Normalstrom zu bemühen, begreife ich nicht«, betonte Wimmer.

Josef Prex (CSU) sagte, Ökostrom sei grundsätzlich teurer. »Mir kommen da oft Zweifel, was Öko ist und was nicht.« Da der Ökostromanteil wegen der Energiewende sowieso erhöht werde, sei das Bemühen der Marktgemeinde um Normalstrom nicht so dramatisch.

Jürgen Reiner (Freie Wähler Berchtesgaden) forderte, als Gemeinde eine Signalwirkung in Richtung regenerative Energien setzen zu müssen. »Das sollte uns die Sache schon wert sein.« kp