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Marktschellenberg: mehr Schulden und weniger Geld

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Zahlreiche Investitionen belasten 2017 den Haushalt der Marktgemeinde. Die meisten Ausgaben für die Rathaussanierung kommen aber erst 2018. (Foto: Rothenbuchner)

Marktschellenberg – Der Schuldenstand wird in Marktschellenberg auch 2017 weiter steigen. Das zeigte die Präsentation des neuen Haushaltsplans während der Gemeinderatssitzung am Dienstag.


2 670 764 Euro Schulden sollen es am 31. Dezember sein. 818 000 Euro mehr als zu Jahresbeginn. Der Schuldenstand pro Einwohner liegt damit bei 1 534 Euro. Kredite in Höhe von 1 527 700 Euro will die Gemeinde zur Finanzierung verschiedener Investitionen heuer aufnehmen. Die Mitglieder des Marktgemeinderats haben den Haushaltsplan einstimmig angenommen.

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Der Haushalt der Marktgemeinde hat 2017 ein Gesamtvolumen von 7 616 500 Euro. 3 838 000 Euro entfallen davon auf den Verwaltungshaushalt. Dieser zeigt, dass die Steuerkraft in der Marktgemeinde weiterhin steigt. Die ermittelte Steuerkraftzahl liegt heuer bei 609 Euro (Vorjahr 511 Euro). Das bedeutet jedoch auch, dass die daraus errechneten Schlüsselzuweisungen heuer um 77 580 Euro sinken. Auch die Umlagekraft des Marktes ist gestiegen, wodurch sich wiederum eine höhere Kreisumlage ergibt. 784 021 Euro zahlt Marktschellenberg 2017. Im Vorjahr waren es noch 83 893 Euro weniger. Insgesamt, so Bürgermeister Franz Halmich, stehen dem Markt trotz höherer Steuerkraft 2017 rund 100 000 Euro weniger zur Verfügung.

Bei den Ausgaben im Verwaltungshaushalt schlagen 2017 vor allem die Personalkosten mit 844 400 Euro zu Buche. Außerdem fallen höhere Kosten für die Schulverbandsumlage an. Hinzu kommen Ausgaben für die Betreuung im Kindergarten oder den Unterhalt von Gebäuden, Straßen und Geräten. Insgesamt ist der Umfang des Verwaltungshaushalts gegenüber dem Vorjahr um 318 700 Euro höher.

Anders im Vermögenshaushalt. Dieser sinkt um 925 300 Euro auf 3 778 500 Euro. Die höchsten Kosten verursachen verschiedene Sanierungsmaßnahmen. Etwa die Straßenbauarbeiten rund um den Gastagweg, für welche die Gemeinde derzeit 826 700 Euro eingeplant hat.

Weitere Ausgaben stehen in Zusammenhang mit dem Rathausumbau 2018. Etwa die Planungskosten. Wegen des für Dezember geplanten Umzugs soll im Ortskern eine selbstreinigende Toilette für 60 000 Euro entstehen. Eine weitere soll übrigens am Parkplatz der Almbachklamm aufgestellt werden.

Auch Abwasserentsorgung und Wasserversorgung verursachen 2017 hohe Kosten. Für die Instandsetzung des Hochbehälters Kraxenberg und die Erneuerung der Pumpwerke im Hochbehälter Linden hat die Gemeinde insgesamt 175 000 Euro eingeplant.

»Es ist auch heuer wieder ein anspruchsvoller Haushalt«, sagte Bürgermeister Franz Halmich. 193 500 Euro will die Gemeinde 2017 dem Vermögenshaushalt zuführen. Mehr ist laut Kämmerer Wolfgang Dopke aufgrund der gesunkenen Einnahmen aus dem Finanzausgleich und der gestiegenen Kreisumlage nicht möglich. Dopke wies außerdem darauf hin, dass der Haushalt – insbesondere die Infrastrukturinvestitionen und Ausgaben für die Abwasserentsorgung – hohe Anforderungen an die finanzielle Leistungsfähigkeit des Marktes stellt. Er mahnte deshalb, alle Ausgaben auf das absolut Notwendige zu beschränken. Alexandra Rothenbuchner