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Marktschellenberger vertreten Salzburger Studierende

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Engagieren sich für Salzburger Studenten: Hendrik Klein (l.) und Max Wagner aus Marktschellenberg. (Foto: Wimmer)

Marktschellenberg – »Reingewählt zu werden ist einfach«, sagt Maximilian Wagner, »was man dann daraus macht, ist eine sehr persönliche Sache.« Damit meint er die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH), die gesetzliche Interessenvertretung aller Studierenden in Österreich.


Wagner und sein Kollege Hendrik Klein haben eine ganze Menge daraus gemacht: Beide sind Vorsitzende der ÖH an ihrer jeweiligen Hochschule, zudem sind beide für die Bundesvertretung, das höchste Gremium der Hochschülerschaft, aktiv.

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Maximilian Wagner, 31, studiert Politikwissenschaft an der Universität Salzburg sowie Lehramt für Englisch und Geografie an der Pädagogischen Hochschule Salzburg, wo er den Vorsitz der ÖH innehat. Weitere Ämter auf niedrigerer Ebene hat er kürzlich abgegeben, um für neue Leute Platz zu machen, wie er sagt. Hendrik Klein, 26, studiert an der Fachhochschule Salzburg Betriebswirtschaft und ist dort seit vier Jahren ÖH-Vorsitzender. Beide wohnen schon seit ihrer Kindheit in Marktschellenberg, kennen sich allerdings nicht vom gemeinsamen Wohnort, sondern von ihrem ehrenamtlichen Engagement in der Studierendenvertretung.

Die Österreichische Hochschülerschaft ist gesetzlich verankert und auf drei Ebenen aktiv: Die Bundesvertretung in Wien ist für österreichweite Probleme zuständig, jede Universität und Hochschule hat außerdem eine lokale Vertretung und zuletzt jeder Studiengang eine Studienvertretung. Alle zwei Jahre finden an allen Hochschulen Wahlen statt. Wie in der realen Politik auch treten hier Kandidaten auf Listen an, um die Mandate zu besetzen. Wagner und Klein sind für die Liste der parteiunabhängigen Aktionsgemeinschaft aktiv, die jedoch eine gewisse Nähe zur Österreichischen Volkspartei ÖVP habe.

Beide sind zunächst über die Studienvertretung in die ÖH gekommen, haben sich dann mit ihrer Arbeit bewährt und sind so weiter aufgestiegen, eine klassische ÖH-Karriere. Das Engagement in der Studierendenvertretung ist dabei vor allem als Vorsitzender und mit mehreren Positionen durchaus aufwendig. Obwohl es ehrenamtlich ist, könnte es auch ein 25-Stunden-Job sein, wie Wagner anmerkt. An ihrer Hochschule haben beide ein Team von je etwa 20 Leuten, die einzelne Ressorts übernehmen; als Vorsitzende koordinieren sie die Arbeit und sind letztverantwortlich für die ganze Organisation.

Die Arbeit an der Hochschule geht dabei von der Rolle als erster Ansprechpartner und Beratungsstelle für Studierende bei Problemen über die Planung kleiner und großer Veranstaltungen, wie Sommerfesten, bis hin zur konkreten Mitgestaltung von Bildungspolitik, wo die ÖH in allen wichtigen Gremien vertreten ist. Aber auch die allgemeine Vertretung der Interessen von Studierenden spielt eine wichtige Rolle, da gehe es um »gute Lehre, Aufenthaltsräume und Campus-Kultur, ein großes Studienangebot sowie um Flexibilität und Freiräume im Studium«, so Wagner.

Dabei legt sich die ÖH mit Professoren und Hochschulfunktionären an, die Streitigkeiten seien da schon auch mal größer, weiß Klein, denn die ÖH-Vertreter seien natürlich bemüht, das Beste für die Studierenden herauszuholen. Hier bestehe von allen Seiten große Gesprächsbereitschaft, studentisches Engagement sei erwünscht, wirklich etwas durchzusetzen, sei jedoch ungleich schwieriger.

Trotzdem können beide Erfolge vorweisen: Wagner hat mit seinem Team an der Universität große Feste veranstaltet, die es zuvor nicht gegeben hatte, und zeigte sich außerdem für viele weitere Projekte und Veranstaltungen verantwortlich. Klein konnte an der FH Salzburg eine Verbesserung der Mensen erreichen sowie wichtige Streitfälle, bei denen es um die Studienfortsetzung ging, für die Studierenden entscheiden. Die Studierenden an der FH honorierten das, bei der letzten Wahl 2017 konnte seine Liste bei einer hohen Wahlbeteiligung 87 Prozent der Stimmen gewinnen. Für die Zukunft plant er einen leichteren Zugang für alle Studierenden zu Klausuren aus vergangenen Jahrgängen. Größere Projekte seien überdies immer in Planung, können teilweise aber nicht realisiert werden.

Gefragt nach ihrer persönlichen Motivation für das ehrenamtliche Engagement, nennt Klein die Erfahrungen, die man sonst erst viel später im Berufsleben machen könne, was die Teamkoordination und die Budgetverantwortung angeht. Viel wichtiger sei jedoch, so die beiden, das durchwegs positive Feedback und der Dank der Studierenden, für die sie konkret etwas erreichen können. So seien Studium und Ehrenamt beides großartige Erfahrungen, die sie gerade parallel machen. Alex Wimmer