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Mehr Luxus und weniger Zimmer für das Hotelresort Königssee

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Vor dem Stammhaus des Resorthotels soll es einen öffentlichen Platz geben.
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Zentraler Baukörper des Hotelprojekts am Königssee ist das in Bumerangform angesiedelte Stammhaus. (Grafiken: Harlander Baumanagement GmbH)

Schönau am Königssee – Hohen Gästeansprüchen soll das künftige Hotelresort Königssee gerecht werden. Waren für das Großprojekt an der Seelände bislang vier Sterne plus geplant, so soll sich der Komplex nun sogar im Fünf-Sterne-Segment bewegen. Das wurde am Dienstag im Gemeinderat Schönau am Königssee bekannt. Das Gremium leitete mit einer Gegenstimme (Luca Guscelli/Grüne) die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung sowie die Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange ein.


Nichts Wesentliches habe sich seit Vorstellung des Projekts auf der Bürgerversammlung geändert, sagte Bürgermeister Hannes Rasp. Statt moderner Dachformen plane man nun doch mit klassischen Satteldächern, außerdem habe es hie und da Feinschliff gegeben. Tatsächlich hat sich aber hinsichtlich des Betriebskonzepts und der Kategorie doch einiges in der Planungsarbeit getan.

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So nannte Jan Brielmann von der Harlander Baumanagement GmbH im Gemeinderat die Zahl von rund 155 Zimmern beziehungsweise 320 Betten. Das sind etwa 200 Betten weniger als die 520, die bislang geplant waren. Hintergrund ist eine weitere Qualitätsverbesserung, die das Hotelresort ins Fünf-Sterne-Segment befördern soll. »Von den Ansprüchen her sollen es fünf Sterne sein. Was dann am Ende wirklich drauf steht, wird man sehen«, sagte Jan Brielmann dem »Berchtesgadener Anzeiger«. Die Zimmer werden entsprechend dem neuen Segment größer und luxuriöser.

Auch das Betriebskonzept hat sich geändert. Eigentlich sollte das sogenannte »Junge Hotel«, das sich schräg hinter dem »Alten Bahnhof« befinden wird, eigenwirtschaftlich betrieben werden. Nun soll daraus ein Seminarhaus mit Seminar- und Schulungsräumen sowie darüber liegenden Gästezimmern werden. Das Haus wird nun logistisch direkt ans Hotelresort angebunden.

Insgesamt habe man »die Dachformen entschärft«, sagte Jan Brielmann. Und überhaupt entspreche die Architektur nun mehr dem Bayerisch-Alpinen. Hinter dem in Bumerangform vor dem Hang angesiedelten Hotelkomplex sind zusätzlich acht sogenannte Waldzimmer vorgesehen. Deren Anzahl hat man reduziert, dafür werden sie nun etwas größer. Sie werden mit einer Art Stelzen in den bewaldeten Felsbereich gebaut, erreichbar sind sie über Treppen. Die sogenannten erratischen Blöcke wie der Löwenstein werden erhalten. Der Löwenstein soll künftig sogar von der Bebauung frei gelegt werden.

Insgesamt gehören zu dem Hotelprojekt am Königssee folgende Bauten: ein Stammhaus mit Erdgeschoß, drei Obergeschoßen und Dachgeschoß inklusive öffentlicher Gastronomie und großzügigem Wellnessbereich, ein Seminar- und Bettenhaus, ein Familienhaus, ein neues Geschäftshaus an der Seestraße, ein Geschäftshaus von Intersport Renoth als Ersatzbau sowie ein Erweiterungsbau für das bestehende Hotel »Königssee« mit rund 40 Zimmern als Ersatzbau. Die zwischen den Gebäuden entstehenden Gassen sollen ein gestalterisches Element sein. Erhalten wird der denkmalgeschützte »Alte Bahnhof«, der als Gastronomie mit Biergarten und Spielbereich weiterbetrieben wird. Unter all dem wird sich eine zweigeschoßige Tiefgarage befinden. Zwischen den Gebäuden wird ein zentraler Platz, eine Art Ortskern, entstehen, der öffentlich zugänglich sein soll. »Die Leute – Gäste und Einheimische – sollen dort Zugang haben«, betonte Jan Brielmann. Dort soll es Konzerte und andere Veranstaltungen geben.

Das für den Hotelkomplex vorgesehene Areal ist aktuell schon bebaut. In dem Baufeld befinden sich rund zwölf mehr oder weniger brachliegende Gebäude, die in den 70er Jahren errichtet wurden. Für die Umsetzung des neuen Konzepts ist der Abbruch der alten Gebäude notwendig. Das Investitionsvolumen am Königssee soll im hohen zweistelligen Millionenbereich liegen. Federführend ist der Pongauer Unternehmer Martin Harlander, der die Sitzung am Dienstag als Zuhörer mitverfolgte.

Verschiedene Gemeinderäte wie Franz Graßl (CSU) lobten in der Diskussion am Dienstag die Vorgehensweise der Planer, die stets für Transparenz gesorgt und die Lokalpolitiker mit eingebunden hätten. Allerdings wurde auch deutlich, dass manchen Gemeinderäten das eine oder andere Gebäude etwas zu groß ist. Das betraf vor allem die beiden Geschäftsgebäude an der Seestraße sowie die Höhe der Waldzimmer. Die maximale Höhe eines Waldzimmer-Bauwerks beträgt zwölf Meter. Das begründete Jan Brielmann mit dem davor befindlichen Felsabbruch, der den Einbau hoher Stelzen erforderlich mache. Mahnungen, bei dem einen oder anderen Gebäude noch Reduzierungen anzustreben, kamen von Hubert Maltan (CSU), Beppo Maltan und Thomas Janzen (beide Freie Wähler). Ulli Kastner