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Mehr Spaß am Sport, weniger Medaillenjagd

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Gespräche am Rande des Sportsymposiums (v.l.): Dr. Thomas Wörz (Geschäftsführer SSM), Hilde Gerg, Dr. Josef Lecheler (Leiter CJD-Bayern), Hans-Wolf von Schleinitz (CJD-Vorstand). Fotos: privat
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Junge Biathletin beim Training.

Schönau am Königssee (CJD) - 150 Fachleute aus Deutschland, Österreich, Italien, Ungarn und der Schweiz besuchten das achte Internationale Symposium für den Nachwuchsleistungssport in Berchtesgaden. Die Trainer, Sportmediziner, Psychologen und andere Experten diskutierten im CJD Berchtesgaden das Belastungsmanagement für Sportler.


»Das Thema ist für die Förderung von jungen Leistungssportlern sehr wichtig«, so Stefan Kantsperger, Leiter der CJD Christophorusschulen Berchtesgaden, der Eliteschule des Sports. »Nur, wenn die jungen Talente die großen Belastungen bewältigen können, werden sie beim Sport bleiben.«

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Damit die vielfältigen Belastungen für junge Leistungssportler tragbar bleiben, braucht es vor allem eine Einstellungsänderung: »Die alleinige Orientierung am Erfolg ist nicht förderlich«, so Dr. Thomas Wörz, Geschäftsführer des Salzburger Schul-Sport-Modells. »Alle Motivationsforscher sind sich einig, dass die reine Ergebnisorientierung nicht gut ist.« Stattdessen empfiehlt der Motivationsexperte eine stärkere Hinwendung zur Prozessorientierung. »Prozessorientierte Menschen möchten natürlich auch gewinnen, sie haben aber Spaß am Sport, genießen ihn und verkrampfen deshalb weniger.«

Im Alltag der Sportförderung ließe sich vieles durch ein abwechslungsreiches Training und eine höhere Selbstbestimmtheit der Sportler verbessern. Ganz wichtig sei vor allem eine Vertrauensperson, die die Gesamtbelastung überblickt und beratend und steuernd eingreift.

»Bei uns wird das schon recht gut umgesetzt, indem wir einen speziellen Sportkoordinator haben«, ist CJD-Schulleiter Stefan Kantsperger überzeugt. »Er vermittelt zwischen den verschiedenen Anforderungen aus Schule und Sport und achtet auf ein sinnvolles Belastungsmanagement.« Das frühere Ski-alpin-As Hilde Gerg betonte: »Wichtig sind die Leute, die direkt mit den jungen Sportlern arbeiten. Auf die kommt es an, auf die Trainer, die Lehrer und Betreuer.« Mit Blick auf die eigene Entwicklung in Jugendjahren ist sie sich sicher: »Als 15-Jährige bin ich mit viel Spaß Ski gefahren und habe nie daran gedacht, bei Olympia zu starten. Ich war damals ganz prozessorientiert, auch wenn ich nicht wusste, dass sich das so nannte.«

Veranstaltet wurde das Symposium vom Salzburger Schul-Sport-Modell (SSM) und den CJD Christophorusschulen Berchtesgaden.