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Mehrere Medaillen, aber Unsicherheit beim Götschen

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Die Vorsitzenden des WSV Bischofswiesen, Bernhard Heitauer (r.) und Werner Böhm (l.), ehrten Christof Dimpflmaier (2.v.l.), Franz Ilsanker (3.v.l.), Richard Schlagbauer (M.), Bürgermeister Thomas Weber (3.v.r.) und German Heiduczek für ihre jahrelange Treue zum Verein. Fotos: Anzeiger/Wechslinger
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Vorsitzender Bernhard Heitauer (r.) und sein Stellvertreter Werner Böhm (l.) ehrten Skirennläufer Christian Gruber für seinen deutschen Meistertitel im Slalom.

Bischofswiesen – Der schneearme Winter hinterließ auch beim WSV Bischofswiesen Spuren. So konnte der rührige Wintersportverein weder beim Weltcup auf dem Münchener Olympiagelände teilnehmen, noch den geplanten Ski-Cross-Weltcup am Götschen durchführen. Zu allem Überfluss ist bis jetzt noch nicht bekannt, wie und ob es am Götschen mit dem Skibetrieb überhaupt weitergeht. Besitzer Sebastian Heliel kündigte nämlich an, die Skilifte verkaufen zu wollen.


Große Freude beim WSV Bischofswiesen herrschte über Snowboard-Silbermedaillengewinnerin Anke Karstens, den ersten Weltcupsieg von Snowboarder Alexander Bergmann, den deutschen Juniorentitel im Slalom von Christian Gruber sowie viele schöne Erfolge beim alpinen und nordischen Nachwuchs. Nachdem aus Termingründen die Ehrung für Anke Karstens und Andi Scheid bereits am Tag zuvor stattgefunden hatte, spielte man die Ehrung via Beamer der Versammlung vor.

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Vorsitzender Bernhard Heitauer begrüßte den neuen Bürgermeister Thomas Weber, zwei Gemeinderäte und 35 von 426 Vereinsmitgliedern im »Brenner Bräu«. Heitauer berichtete von der hervorragenden Nachwuchsarbeit im Verein. Eine Fülle von Veranstaltungen sei dazu nötig, um mit dem finanziellen Rahmen immer wieder auszukommen, erklärte Heitauer, der davon berichtete, dass im vergangenen Jahr bereits im Mai die meisten Rennen der Wintersaison festgestanden hätten. Davon sei man in diesem Jahr weit entfernt, weil man noch gar nicht wisse, wie es am Götschen weitergehe, bedauerte der Vorsitzende.

Ein Lob bei den Vorbereitungen auf die in der letzten Saison geplanten beiden Großveranstaltungen richtete Heitauer an Klaus Dinzler, der als hervorragender Kaufmann und hartnäckiger Verhandler großartige Arbeit geleistet habe. Im Weiteren galt Heitauers großer Dank den einzelnen Abschnittsleitern sowie Mitgliedern des Organisationskomitees, die ihre Freizeit für den Verein geopfert hätten. Gottlob konnten bereits investierte Anschaffungen und Ausgaben durch Versicherungen abgedeckt werden. Dazu berichtete Kassier Michael Grießer und erklärte dabei, dass man erst nach steuerrechtlichen Maßnahmen ein endgültiges Zahlenwerk bekannt machen könne. Heitauer sprach von einigen mit größter Mühe durchgeführten Rennen, aber auch von mehreren Absagen. Dass überhaupt etwas am Götschen gegangen sei, wertete Heitauer als Verdienst des langjährigen Schneimeisters Franz Ilsanker sowie der Pistenraupenfahrer Bernhard Heitauer jun. und Sepperl Resch.

Sportwarte berichten von Erfolgen

Die Sportwarte Stefan Pistor (alpin), Alfred Burgstaller (nordisch) und Oliver Hutzschenreuter sprachen trotz des mäßigen Winters von diversen Trainingseinheiten und Rennen, bei denen die Sportlerinnen und Sportler des WSV Bischofswiesen wiederum ihre Klasse gezeigt hätten. Der größte Erfolg seien natürlich die Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi von Anke Karstens sowie der erste Weltcupsieg von Alexander Bergmann im Snowboard gewesen. Aber auch der deutsche Juniorenmeistertitel von Christian Gruber konnte sich gut sehen lassen, nachdem der Loipler lange Zeit an einer Verletzung gelitten hatte.

Schließlich ehrte der Vorstand German Heiduczek, Franz Ilsanker, Richard Schlagbauer und Thomas Weber für 40 Jahre treue Mitgliedschaft. Christoph Dimpflmaier und Hansi Wurm wurden für ein Vierteljahrhundert beim WSV Bischofswiesen ebenfalls mit einer Urkunde bedacht.

Dem Wunsch von Hanni Hofmeister nach einer Halfpipe konnte Vorstand Heitauer keine Zusage geben, weil dies ein sehr kostenspieliges Unterfangen für ganz wenige sei.

Wie geht es mit dem Götschen weiter?

Auf die Frage, wie es um den Fortbestand des Götschen aussehe, nachdem Liftbesitzer Sebastian Heliel verkaufen wolle, wusste der Vorsitzende keine schlüssige Antwort. Auch nicht darauf, ob der WSV Bischofswiesen am 31. Januar einen Weltcup im Ski-Cross durchführen könne. Bei einem Kostenpunkt von inzwischen um die 400 000 Euro wisse man nicht, ob man noch einmal das Risiko eingehen soll, einen Weltcup zu übernehmen. Denn man habe einfach zu wenig Wasser für die Beschneiung. Außerdem müsse man erst einmal auf die Entscheidung von Heliel warten und dann mit dem Deutschen Skiverband sprechen. Natürlich sei es aber das Ziel, den Götschen weiter fortzuführen, erklärte Heitauer.

Schließlich machte Chef-Zeitnehmer Marcel Häusler deutlich, wie wichtig eine richtig funktionierende Zeitnahme sei und dankte für die Abstellung der Mängel, die durch Wasser entstanden waren. Christian Wechslinger