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Kirchenverwaltung ändert ihren Beschluss – Die Tradition darf weiterleben

Mesnerhaus bekommt Schindeln

Ramsau – Das Mesnerhaus in Ramsau wird nun doch mit Schindeln gedeckt und nicht mit einem Kupferdach. Das hat Alois Resch von der Kirchenverwaltung nach eigener Aussage am Samstag nach dem Abendgottesdienst in der Kirche verkündet.

Dieser Anblick bleibt den Ramsauern nun doch erhalten. Wegen des öffentlichen Drucks ist die Kirchenverwaltung nun zurückgerudert und hat ihren ursprünglichen Beschluss für ein Kupferdach widerrufen. (Foto: privat)

»Nach eingehender Beratung und Abwägung aller Umstände haben wir in der Kirchenverwaltung entgegen jeglicher Wirtschaftlichkeit beschlossen, das Mesnerhaus wieder mit Schindeln einzudecken.« Diesen Beschluss hatte die Kirchenverwaltung in einer Sitzung in der vergangenen Woche gefasst, wie Resch im Gespräch berichtete. Grund war der öffentliche Druck.

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Was Resch und die anderen Mitglieder der Kirchenverwaltung »enttäuscht« habe, sei die Art, wie Kritik geäußert wurden. »Es hat uns gewundert, dass wir nur von einigen wenigen Mitbürgern zu diesem Thema angesprochen wurden. Allerdings wurde uns mehrmals zugetragen, dass hintenrum heftig Stimmung gegen unser Vorhaben gemacht wurde«, hat Resch nach eigener Aussage in der Kirche verkündet. »Wir hätten uns eigentlich offene und sachliche Diskussionen erwartet«, so Resch.

Zuvor hatte auch die örtliche CSU-Fraktion bei einem Stammtisch das Thema Mesnerhaus angesprochen, wie dritter Bürgermeister und CSU-Ortsvorsitzender Sepp Maltan berichtete. Bei der Zusammenkunft im Wirtshaus Wachterl stieß der erste Beschluss der Kirchenverwaltung, das Mesnerhaus mit Kupfer anstatt wie bisher und historisch mit Holzschindeln zu decken, »auf völliges Unverständnis«, wie die CSU berichtete. Daraufhin hätten Maltan und Bürgermeister Herbert Gschoßmann versprochen, alles zu unternehmen, um das Kupferdach zu vermeiden.

Vor einigen Wochen hatte die Entscheidung der Kirchenverwaltung in Ramsau für Furore gesorgt: Die Bürger waren schockiert, dass das denkmalgeschützte Mesnerhaus vor dem Postkartenmotiv der Ramsauer St. Sebastiankirche ein Kupferdach bekommen sollte. Das Gebäudeensemble von Kirche und Mesnerhaus hatte seit jeher traditionelle Holzschindeln. Resch begründete die Entscheidung damals mit der längeren Lebensdauer von Kupfer: »Die Anschaffung von Kupfer oder Schindeln wäre nicht das Problem, da beides ungefähr gleich viel kostet. Die Holzschindeln halten jedoch nur 25 Jahre, während ein Kupferdach auch 100 Jahre hält.« Annabelle Voss