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Millioneninvestitionen nach Verkauf

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Überall bröckelt es am Bahnhof. In wenigen Monaten soll die Sanierung beginnen, wenn es nach dem Investor geht. (Foto: privat)
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Berchtesgadens Bahnhof ist für eine nicht näher genannte Millionensumme verkauft worden. Der Investor möchte nun im siebenstelligen Bereich investieren. (Foto: Archiv/Pfeiffer)

Berchtesgaden – Berchtesgadens Bahnhof ist für eine Millionensumme an die Immvest München GmbH verkauft worden. Kurz vor Weihnachten ist der Deal über die Bühne gegangen, wie der »Berchtesgadener Anzeiger« erfuhr.


»Ja, der Bahnhof ist verkauft«, bestätigt auch Anton Kurz, Geschäftsleiter des Marktes Berchtesgaden. Bürgermeister Franz Rasp hatte sich kürzlich mit dem Investor auf einen Kaffee getroffen und erste Details besprochen. Denn der Bahnhof, dessen Geschichte eine sehr lange ist, soll saniert werden – und ein neues Konzept bekommen, das unter dem Motto »Treffpunkt Bahnhof« läuft.

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Eine Millionensumme möchte Investor Ralph Müller in die Hand nehmen, wie er auf Nachfrage des »Berchtesgadener Anzeigers« bestätigte. Seit zwei Jahren hatte es mit der Deutschen Bahn Vorgespräche gegeben, der Vertrag wurde vor rund einem Monat unterschrieben, notariell ist der Kauf unter Dach und Fach.

Im Vorfeld hatte sich eine Vielzahl an Kaufinteressierten das Bahnhofsgebäude, das von der Deutschen Bahn ausgeschrieben worden war, angesehen und Angebote abgegeben. Schließlich hat den Zuschlag Ralph Müller erhalten, dessen Investmentfirma im Internet mit dem Motto »Immobilien in guten Händen« wirbt. Ralph Müller beschäftigt sich vor allem mit der Projektentwicklung. In zahlreiche Objekte hat er in der Vergangenheit investiert, darunter Einkaufszentren, Altbauten, Gewerbeobjekte und Hotelanlagen – auch Sportzentren waren darunter. Vor eineinhalb Jahren kaufte er das an den Bahnhof in Berchtesgaden angeschlossene ehemalige Postgebäude, in dem sich aktuell Deutsche Post, Berchtesgadener Land Tourismus GmbH und eine »Burger King«-Filiale befinden.

Den Berchtesgadener Bahnhof möchte Ralph Müller mit einer Millionensumme sanieren lassen, »denn die Bahn hat in den letzten Jahren kein Geld in die Hand genommen«, sagt er im Gespräch. In der Tat ist das historische Gebäude, das unter Denkmalschutz steht, mehr Schandfleck denn Vorzeigeort. Der Bahnhofsturm, gleich neben dem ehemaligen Postgebäude, ist verdreckt, gern wird der Aufgang als Freilufttoilette missbraucht. Diverse Stahlträger auf der rückwärtigen Seite des Bahnhofsgebäudes sind nach Aussage Müllers zu sanieren, der Putz ist in die Jahre gekommen, er bröckelt an mehreren Stellen. »So macht der Bahnhof aktuell keinen guten Eindruck.«

Unter dem Motto »Treffpunkt Bahnhof« soll das Gebäude in die Zukunft geführt werden. Zunächst stehen allerdings zahlreiche Arbeiten an. Wie der »Berchtesgadener Anzeiger« aus informierten Kreisen erfuhr, soll das Objekt nicht nur von außen in einem komplett neuen Gewand dastehen, auch soll ein neues Beleuchtungskonzept realisiert werden. Der Bahnhof soll deutlich heller werden. Sympathischer für Besucher.

Investor Ralph Müller hat in den letzten Monaten an einem Konzept gefeilt, das in enger Abstimmung mit Baubehörden und Gemeinde ausgearbeitet wurde. Details für die Öffentlichkeit soll es in naher Zukunft geben, aktuell bedarf es noch diverser Gespräche, etwa mit dem Denkmalschutz.

Heinrich Weber, der im Bahnhof einen Optiker-Laden betreibt, freut sich auf die Zusammenarbeit mit Ralph Müller. Dieser hat die Mieter des Bahnhofs bereits über den Kauf informiert. Weber ist zuversichtlich, dass der Bahnhof durch den Kauf profitiert, denn die Deutsche Bahn hat notwendige Investitionen immer geschoben. So müsste etwa der Durchgang beim Taxistand seit Jahren grundlegend saniert werden. Es tropft, der Putz bröckelt, die darüber liegende Terrasse ist desaströs in die Jahre gekommen. Ralph Müller sagt, dass das eine der ersten Maßnahmen sein wird, die er anstrebt.

Bereits nächste Woche wird er erneut in Berchtesgaden sein und sich abermals mit Bürgermeister Franz Rasp zusammensetzen. Er hat Großes vor. Wenn es nach ihm geht, sollen die Sanierungsarbeiten in wenigen Monaten losgehen. Kilian Pfeiffer

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