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Mit Arschpfeiferl und »vui Gfui«

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Brigitte Zobel, Geschäftsführerin der Berchtesgadener Advent GmbH, kann es kaum erwarten: Nächste Woche beginnt der Aufbau des Adventsmarktes in Berchtesgaden. Eröffnung ist am 27. November. (Foto: Tessnow)
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Stefan Rieger, der die Hütten für den Berchtesgadener Advent gebaut hat, fertigte auch diese Futterkrippe für den Neuhausgarten an. Derzeit stehen vor der Krippe, die für Esel und Ziegen gedacht ist, zwei geflochtene Hirsche. (Foto: Wechslinger)

Berchtesgaden – Der 27. November ist heuer der Stichtag, auf den viele hinfiebern. Dann öffnet der Berchtesgadener Advent zum 5. Mal seine Pforten. Welche Aktivitäten bereits im Vorfeld unternommen wurden und welche Höhepunkte sowie Neuheiten der Adventsmarkt heuer zu bieten hat, erfuhr der »Berchtesgadener Anzeiger« in einem ausführlichen Gespräch mit der Geschäftsführerin der Berchtesgadener Advent GmbH, Brigitte Zobel.


Bereits Wochen vor Beginn der Aufbauarbeiten schwärmten die Adventsgesellschafter aus, um unter der Marke »Alpen Advent« die Werbetrommel für den heimischen Christkindlmarkt und die hiesige Urlaubsregion zu rühren. Der Alpen Advent ist ein exklusiver Verbund von vier Adventsregionen in drei Ländern: Berchtesgaden, Großarltal, Sterzing und Wolfgangsee. Zusammen mit ihren Partnergemeinschaften verzauberten diese vom 3. bis zum 5. November die Linzer Innenstadt in ein stimmungsvolles Adventsdorf. »Die Resonanz in Linz war enorm positiv«, freut sich Brigitte Zobel. Dort präsentierte die GmbH in 25 Holzkasern die Einzigartigkeit des Berchtesgadener Advents. Über 1 000 Glühweinhaferl konnten in der kurzen Zeit abgesetzt werden. Zeitgleich entsandte man eine sechsköpfige Delegation als Werbeträger nach Augsburg.

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Auch zukünftig wird sich der Berchtesgadener Advent jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit in ein bis zwei anderen Städten vorstellen, um auf seinen Christkindlmarkt und den Talkessel aufmerksam zu machen. Der Berchtesgadener Advent ist also quasi »on tour«.

Die Philosophie des Berchtesgadener Advents

Elf ortsansässige Unternehmen bilden derzeit die Berchtesgadener Advent GmbH. Die Neugestaltung des Christkindlmarktes hat in den vergangenen Jahren viel für den Tourismus und den Imagegewinn der Marktgemeinde gebracht. Ab Montag, 17. November, konzertiert sich die Gesellschaft wieder auf die Vorbereitungsarbeiten auf dem Schlossplatz und rund um die Metzgerstraße. »Wir konzentrieren uns beim Angebot wieder auf das heimische Brauchtum und das Handwerk. Jingle Bells, Kitsch, Weihnachtsmann, Rentiere und Massenkonsumartikel lehnen wir strikt ab, um unsere Glaubwürdigkeit und den regionalen Bezug zu bewahren«, betont Brigitte Zobel. »Wir wollen ja keinen hektischen Jahrmarkt aus dem Boden stampfen, sondern eine adventliche Atmosphäre schaffen mit viel stader Musi.«

Die Besucherzahlen der letzten fünf Jahre bestätigen das Konzept der Berchtesgadener Advent GmbH. So hat sich nicht einmal das milde Winterwetter des letzten Jahres negativ auf die Zahlen ausgewirkt. »Obwohl im vorigen Winter genügend Schneefall alles noch stimmungsvoller gestaltet hätte, stiegen die Gästezahlen kontinuierlich. So schön der Schnee auch ist, aber viele Gäste scheuen dann auch vor einer Autofahrt auf rutschigem Untergrund zurück«, erklärt die Geschäftsführerin. Mittlerweile verbucht der Berchtesgadener Advent jährlich eine Besucherzahl von rund 70 000 Schaulustigen. Das ist stattlich. Auch die Hotelgäste sowie Busausflügler haben dem Markt und der Tourismusregion einen Impuls beschert.

Neben den etablierten Adventsattraktionen wie der Schnitz- und Schmiedekunst, den kostenlosen Kutschfahrten, Hirten- und Krippenspielen und dem Turmblasen aus dem Glockenturm der Stiftskirche erzeugen abermals die über 30 originalgetreu nachgebauten Holzfiguren das typische Ambiente im Markt. Die zwei Meter hohen Engel und das Wahrzeichen des Adventsmarkts, das Arschpfeifenrössl, begrüßen am Postturm und am Triembacherhaus weiterhin die Besucher.

»Wichtig war es für uns, die Öffnungszeiten und die Öffnungstage auszuweiten, um noch mehr Menschen zu erreichen«, erklärt die Geschäftsführerin und weist dabei auf den ergänzten Montag hin. Allein die Bestellung von 50 000 Glühweinhaferln sieht sie als Bestätigung für einen erfolgreichen neu gestalteten Adventsmarkt.

In 47 Holzstadln darf man auch dieses Jahr wieder viele heimische Besonderheiten bestaunen. Neu ist ein Adventskaser in einer Spezialanfertigung mit dem Namen »Zum Kupferkessel«. Hier wird eine wohlschmeckende Feuerzangenbowle angeboten, die weihnachtliche Aromen zwischen den Bürgerhäusern verströmen soll.

»Wir möchten den Ortskern noch stimmungsvoller und schöner gestalten«, erklärt Brigitte Zobel. So wurde in den Planungen für den Berchtesgadener Advent 2014 in puncto Ausdruck, Vielfalt und Niveau auch noch etwas nachgelegt. Der Christkindlmarkt soll noch mehr glitzern und leuchten. Auch auf die Messen und Andachten während der Adventszeit will man hinweisen.

Es wird mehr gesungen

Auch die Gesangsveranstaltungen wurden erweitert und variiert. Premiere hat der Salzburger Projektchor »Salzburger Dom« der katholischen Kirchengemeinde St. Agatha-Gronau. »Rund 150 Sängerinnen und Sänger werden dann den Schlossplatz in eine vielstimmige Klangschale tauchen«, verrät Zobel nicht ohne Stolz. Große Erwartungen setzt die Geschäftsführerin auch auf ein neu eingerichtetes Highlight am Schlossplatz. Frei nach dem Motto »Weihnachtslieder selber singen« findet dieses am 23. Dezember statt. Mehr darüber will die Geschäftsführerin noch nicht verraten. Sicher ist sie sich aber, dass dort Gänsehautstimmung herrschen wird.

Viele Kinderangebote

Vergrößert wurde heuer auch der integrierte Berchtesgadener Kinderadvent. 350 Christbäume am Schlossplatz bilden das einzigartige Labyrinth, das dieses Jahr von der Mittelschule Bischofswiesen neu gestaltet wurde. Am Triembachereck warten auf die kleinen Besucher ein Streichelgehege und ein nostalgisches Karussell. Ebenso neu ist die urige Zwergerlhütte. Die Höhe der Hütte ist speziell an die Kleinen angepasst. Außerdem werden wieder die bewährten Einrichtungen wie Malwerkstatt, das Engerlpostamt und die Kinderbackstube für große Kinderaugen sorgen.

Zur offiziellen Eröffnung des Berchtesgadener Advents trifft man sich am Donnerstag, 27. November, um 18 Uhr auf dem Schlossplatz. Die musikalische Umrahmung übernimmt das Ensemble der Musikschule Berchtesgadener Land. Jörg Tessnow