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Mit dem Hund in den Frühling

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Tierheilpraktikerin Sabine Beitz mit ihren beiden Hunden Only (M.) und dem Irish Wolfhound Barack. (Foto: Pfeiffer)

Bischofswiesen – Hunde- und Katzenexpertin Sabine Beitz freut sich, dass der Frühling endlich begonnen hat: »Die Leute gehen wieder vermehrt raus mit ihren Tieren und unternehmen große Spaziergänge.« Allerdings gibt es einiges zu beachten.


Etwa, dass aktuell Brut- und Setzzeit ist und damit vielerorts Hunde an die Leine müssen. Aber auch für die Gesundheit des Hundes können die Halter momentan viel tun: »Das eigene Tier kann man im Frühling gut auf den Rest des Jahres vorbereiten.«

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Sabine Beitz ist Tierfreund durch und durch. Hunde sind seit 1993 Teil ihres Lebens. Vor 13 Jahren hat sie einen Irish Wolfhound-Welpen von einer Züchterin adoptiert. Dieser Rassehund wird oft mit einem Kalb verglichen, denn Irish Wolfhounds werden riesig. Mittlerweile hat Sabine Beitz ihren dritten, Barack heißt er. Er ist vergleichsweise klein, 87 Zentimeter Schulterhöhe, acht Jahre alt, 63 Kilogramm schwer und braucht täglich 1,8 kg Futter. Die Rasse kämpft vermehrt mit Krankheiten, da der Genpool, aus dem gezüchtet wird, klein ist. Häufig werden gleiche Linien gekreuzt. Durchschnittlich werden die Tiere nur sechseinhalb Jahre alt.

Was zählt, ist die Pflege des Hundes, weiß die Tierheilpraktikerin: »Während des Frühlingsanfangs ist die Zeit der Erneuerung«, sagt sie und verweist auf die traditionelle chinesische Medizin. Aktuell fressen Hunde beim Spazieren vermehrt Gras, wegen der darin enthaltenen Bitterstoffe, die gut für den Magen-Darm-Trakt sind und auch die Leber unterstützen, wie Beitz erklärt. Diese zu stärken und den Hund damit fit zu machen, sei vor allem in der Frühlingszeit besonders wichtig.

Denn ist der Magen-Darm-Trakt gesund, geht es auch dem Hund gut und das Immunsystem wird optimiert, so die Expertin. Auch der Zeckenbefall fällt deutlich geringer aus. »Jetzt geht es wieder los mit den Zecken«, sagt Sabine Beitz. Deutlich über 90 Prozent ihrer Hunde-Patienten haben Probleme mit dem Magen oder dem Darm. Hunde sind anfällig dafür. »Zeit und Geduld sind das Wichtigste«, weiß die Fachfrau, die auch noch einen zweijährigen Schäferhund namens Only hat. Eine »Darmsanierung« könne im Fall der Fälle Wunder wirken.

Besonders junge Hunde haben es laut der Tierheilpraktikerin oft mit dem Darm: Denn Wurmkuren und Impfungen schädigen diesen, aber auch Antibiotika zerstören die natürliche Flora. »Das alles zusammen ist ein riesiger Chemiecocktail«, so Beitz. Zudem sind junge Hunde, die weggegeben werden und ein neues Zuhause finden, mit Stress konfrontiert.

Apropos Stress: Den beobachtet Sabine Beitz derzeit bei vielen Hunden: »Zahlreiche Hunde haben Stress aufgrund des Pensums, dem sie ausgesetzt sind.« Derzeit folgten viele dem Trend, »dass der Hund möglichst gut ausgelastet wird«. Das sei zu einem regelrechten Hype geworden, der aber in die falsche Richtung führt. Denn von Natur aus müsse sich ein Hund nicht ständig bewegen: »18 bis 20 Stunden ruht und schläft ein Hund im Optimalfall«, sagt sie. Ein hohes, dauerhaftes Aktivitätslevel sei nicht erforderlich.

Wesentlicher Faktor, damit der Hund oder die Katze gesund bleiben, ist eine entsprechende Fütterung: »Fettes Muskelfleisch, Innereien, Knochen, Pansen«, sagt Beitz. Sie selbst ordert die Tiernahrung bei einem Metzger, der sich darauf spezialisiert hat, Tiernahrung herzustellen. Da gibt es zum Beispiel ein paar Dutzend Putenherzen in der Großpackung – »eine gute Frischfleischversorgung ist wichtig, das Grundgerüst der Ernährung sollte stimmen«. Deshalb rät sie etwa bei Katzen von der Trockennahrung ab. Denn Katzen holen sich einen Großteil der Flüssigkeit aus der Nahrung, eigenständig getrunken wird zwar, aber selten.

Sabine Beitz arbeitet seit Jahren an der richtigen Fütterung für ihre Hunde und hat mehrere Fortbildungen gemacht. Das sei eine Wissenschaft für sich, in der man viel falsch machen könne. Falsch machen kann man auch etwas beim Spazierengehen. Vor allem derzeit: Denn die Brut- und Setzzeit hat begonnen, offiziell geht sie von 1. April bis 15 Juli. Also gilt Aufsichtspflicht für Hunde auf allen Grünflächen, betont Beitz. Wiesen, Felder und Wälder inner- und außerorts sind damit ebenfalls betroffen. In vielen Bundesländern und Kommunen herrscht in dieser Zeit Leinenzwang für Hunde in der freien Landschaft. »Man soll einfach aufpassen, dass der Hund nicht ausbüxt«. Kilian Pfeiffer

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