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Mit dem Minister in die Wildnis

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Erklärungen zur Ausstellung (v.l.): Bernd Möller vom Atelier Brückner, Projektleiter Ulrich Brendel, Minister Marcel Huber sowie Andreas Fichtner und Doris Lackerbauer vom Staatlichen Bauamt.
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Vor dem Almkaser im »Haus der Berge« (v.l.): Leitender Architekt Andreas Fichtner vom Staatlichen Bauamt, Marktbürgermeister Franz Rasp, Projektleiter Ulrich Brendel, Bereichsleiterin Doris Lackerbauer vom Staatlichen Bauamt, Landrat Georg Grabner, Umweltminister Dr. Marcel Huber, Nationalparkleiter Dr. Michael Vogel und Bernd Möller vom Atelier Brückner. Fotos: Anzeiger/Kastner
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Segnung von »Spiesbergers Alpenküche« (v.l.): Wolfgang Spiesberger, Sophie Spiesberger, Kaplan Stefan Leitenbacher, Ute Spiesberger.
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Ulrich Brendel erklärt Minister Marcel Huber und den anderen Gästen, wie man mit Fernrohren an verschiedenen Stellen live in den Nationalpark blicken kann.
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Andrea Heiß erklärt (v.l.) Nationalparkleiter Dr. Michael Vogel, Umweltminister Dr. Marcel Huber und Bürgermeister Franz Rasp das Umweltbildungszentrum.
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»Ist das ein Pinzgauer Rind?«, fragte der Minister.
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Wer will, der kann per Knopfdruck Informationen zum Nationalpark Berchtesgaden abrufen. Ulrich Brendel (2.v.r.) erklärte Minister Marcel Huber (r.), wie's geht.
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Das Gebirgsrelief verschafft einen guten Überblick.

Berchtesgaden - Zur großen Eröffnungsfeier im »Haus der Berge« wird Ministerpräsident Horst Seehofer am Freitag, 24. Mai, persönlich nach Berchtesgaden kommen. Doch zum Beginn des Probebetriebs am gestrigen Freitag führte der bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber schon einmal eine Auswahl von Lokaljournalisten durch die weitgehend fertige Ausstellung. Für den wichtigen Termin war sogar an Christi Himmelfahrt noch bis spät abends gearbeitet worden.


Fein herausgeputzt präsentierten sich die Räumlichkeiten den Journalisten am Freitag. Man musste schon genau hinsehen, um zu erkennen, dass alles auf den letzten Drücker fertig geworden ist. Wenngleich es an der Technik noch in einigen Bereichen ein wenig fehlte, so beeindruckte das Angebot an Farb-, Licht- und Toneffekten, verbunden mit zahlreichen Informationen, die Gäste sichtlich.

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Bevor Projektleiter Ulrich Brendel den Besuchern erstmals die fertige Ausstellung präsentierte, hießen Ute, Wolfgang und Sophie Spiesberger die Besucher in »Spiesbergers Alpenküche« willkommen, der Kaplan Stefan Leitenbacher den kirchlichen Segen erteilte. Wenig später fanden sich bei den Spiesbergers noch zahlreiche Freunde ein, um die persönlichen Glückwünsche zur Eröffnung zu überbringen.

Im Beisein von Ehrengästen wie Landrat Georg Grabner, Bürgermeister Franz Rasp, Nationalparkleiter Dr. Michael Vogel sowie Doris Lackerbauer und Andreas Fichtner vom Staatlichen Bauamt Traunstein bezeichnete der bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber das »Haus der Berge« als »Projekt von nationaler Bedeutung«. Dazu habe er eine persönliche Beziehung, weil er das Projekt als damaliger Staatssekretär unter Umweltminister Otmar Bernhard selbst mitgestalten konnte. »Dass das Haus jetzt wirklich so realisiert wurde, ist schon ein besonderes Erlebnis für mich«, freute sich Huber.

Der Minister sprach von einem innovativen Konzept mit Umweltbildung, Informationszentrum und Außengelände. Mit Blick nach draußen, wo es heftig regnete, erwähnte der Minister auch den touristischen Aspekt der Einrichtung. »Besonders an Tagen wie diesen wird das Haus der Berge auch ein Anlaufpunkt für zahlreiche Touristen sein. Das ist sicherlich eine Aufwertung des hiesigen Angebots«.

Minister Huber erinnerte an den Ministerratsbeschluss vor 25 Jahren, der die finanziellen Möglichkeiten für die Entstehung dieses Projekts geschaffen hatte. Von den 19 Millionen Euro Gesamtkosten hat der Freistaat Bayern 15 Millionen übernommen, 3 Millionen kamen von der EU und 1 Million Euro von privaten Förderern.

»Wir erleben hier im Nationalpark eine Direttissima, die vom Grund des Königssees über die Tallagen und die Almen bis in die Felsregionen am Watzmann reicht«, sagte der Umweltminister. »Diese unterschiedlichen Lebensräume machen das Gebiet hier so besonders - und sie sollen sich deshalb wie ein roter Faden durch die Ausstellung im Haus der Berge ziehen«. Außerdem werde hier die Nationalparkidee erklärt, die Natur sich selbst zu überlassen. Die Ausstellung erkläre ökologische Zusammenhänge wie die Biodiversität.

Von einer »großen Herausforderung« für das Staatliche Bauamt Traunstein sprach Doris Lackerbauer. Man sei mit dem Projekt durch Höhen und Tiefen gegangen und habe eine »turbulente Projektentwicklung« mit mehreren Anpassungen und Umplanungen unter mehreren Ministern erlebt.

Das Endergebnis konnten die Journalisten und Ehrengäste im Rahmen einer Führung bestaunen. Erstmals war die gesamte Technik in Betrieb genommen, bunte Bildprojektionen, Geräusche und Filme zeigten die Natur in ihren Jahreszeiten. Andere Schwerpunkte hat man dagegen im Umweltbildungszentrum gesetzt, das Andrea Heiß den Besuchern erklärte. Hier kommt es vor allem darauf an, Kinder und Jugendliche für das Thema Umwelt zu begeistern. Sie können hier Tierspuren verfolgen oder Forschungsprojekte umsetzen. Ulli Kastner