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Mit der Reifeprüfung ins Leben entlassen

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Bei diesen Abiturienten, eingerahmt von Gerhard Schiener (l.) und Markus Spiegel-Schmidt (r.), stand eine »1« vor dem Komma: Catharina Angerer, Marc Funke, Christoph Graßl, Katharina Gruber, Juliane Hekele, Josef Hofreiter, Toni Jukic, Josef Keilhofer, Maria Kurz, Sophia Leidinger, Katharina Moderegger, Richard Moderegger, Chiara Morano, David Ruprecht, Paulina Stocker. Fotos: Anzeiger/Wechslinger
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Die besten drei Abiturienten (v.l.): David Ruprecht (1,2), Sophia Leidinger (1,2), Marc Funke (1,0).

Berchtesgaden – 57 Schülerinnen und Schüler legten heuer am Gymnasium Berchtesgaden die Abiturprüfungen ab und wurden am Freitag in einem feierlichen Festakt in das nachschulische Leben entlassen. Vielen der jungen Damen und Herren war bei der Übergabe der Reifezeugnisse durch den stellvertretenden Schulleiter Markus Spiegel-Schmidt, der den erkrankten Schulleiter Andreas Schöberl vertrat, und Oberstufenkoordinator Gerhard Schiener die Erleichterung nach diesem großen Schritt in ihrem Leben anzumerken. Als bester Schüler wurde Schülersprecher Marc Funke mit der Traumnote 1,0 ausgezeichnet. Funke strebt das Lehramt an.


Spiegel-Schmidt gratulierte allen 57 Schülerinnen und Schülern zur bestandenen Reifeprüfung. Alle Absolventen hätten sich durch fünf Abiturprüfungen gekämpft und ihre Kompetenzen auch in Colloquiumsprüfungen, Vorträgen und Fragerunden unter Beweis gestellt. Die Absolventen könnten auf einen wesentlichen Teil ihres bisherigen Lebens zurückblicken, in dem sie viele Erfahrungen gemacht hätten. All den Lehrkräften, die ihre Schülerinnen und Schüler über viele Jahre begleitet haben, dankte der stellvertretende Schulleiter. Stellvertretend für viele andere nannte Spiegel-Schmidt hier besonders die beiden Oberstufenkoordinatoren Rupert Aigner und Gerhard Schiener. Mit Christine Ruhland, Stefan Weber und Robert Nixdorf wurde jedoch auch den wichtigen Kräften im Hintergrund gedankt, die für das einzigartige Schulklima am Gymnasium Berchtesgaden sorgten. Lang anhaltender Applaus war den Leistungen der Schülereltern beschieden, die ihre Sprösslinge über viele Jahre hilfreich begleitet haben.

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Imposante musikalische Darbietungen

Der Begrüßung schloss sich eine herrliche Darbietung der Sängerinnen Juliane Hekele und Mirjem Gashi zur Gitarrenbegleitung von Toni Jukic und Markus Wildmann an. Die stimmgewaltigen jungen Damen regten mit ihrem Beitrag »Morgen« zum Nachdenken an.

»Nehmt die Welt so wie sie ist und vergesst dabei nie den Humor«, gab Landrat Georg Grabner den Abiturienten mit auf den Lebensweg. Nicht jeder könne der Beste werden, aber alle könnten aus ihren Talenten etwas machen, bemerkte der Landrat. Alle hätten mit dem bestandenen Abitur die besten Voraussetzungen für ihren weiteren Lebensweg mit unendlich vielen Möglichkeiten geschaffen. Auch im Berchtesgadener Land benötige man gute Leute: »Wir brauchen Sie«, schloss Grabner seine kurze, aber prägnante Rede.

Nach einem erfrischenden musikalischen Beitrag auf der »Ziach« mit Josef Keilhofer ergriff Elternbeiratsvorsitzende Karin Scheinert das Wort und erinnerte an positive Erfahrungen, aber auch schwierige Phasen. In ihren Ausführungen sprach Karin Scheinert von den Belastungen der Eltern, die allesamt über die Abschlüsse ihrer Kinder sehr froh seien. Sie vergaß aber auch nicht, den Lehrkräften und dem Schulpersonal zu danken. Dass nicht immer alles glatt und so verlaufen sei wie es sich die eine oder der andere gewünscht hätten, gehöre ebenfalls zum Leben und sei dennoch hilfreich. Abschließend gab die Elternbeiratsvorsitzende den Absolventen wertvolle Ratschläge mit auf den weiteren Lebensweg.

Das Geheimnis des »Schwarzen Gürtels«

Nach einer einfühlsamen Darbietung von Helena Walch auf der Harfe sprach der stellvertretende Schulleiter Markus Spiegel-Schmidt letztmals zu seinen Schülerinnen und Schülern. Am Beispiel eines Kung-Fu-Kämpfers, der vor seinem Meister stand und den »Schwarzen Gürtel« abholen wollte, stellte er die Situation der Abiturienten dar. Zweimal wies der Meister seinen Schüler ab, weil er nicht die rechte Antwort auf seine Frage wusste. Erst als der Schüler beim dritten Mal davon sprach, dass er erst am Anfang eines langen Weges stehe, überreichte ihm der Meister den begehrten Schwarzgürtel.

Spiegel-Schmidt sprach von der Bedeutung des Abiturs und der Herkunft des Namens. Es berechtige zum einen zu einem Hochschulstudium und im Weiteren zu der Möglichkeit, in einer unübersichtlich gewordenen Gesellschaft eine Führungsposition und Verantwortung zu übernehmen. »Ich hoffe, dass ihr dafür gut vorbereitet seid«, so der Schulleiter.

Spiegel-Schmidt gab seinen Entlassschülern Wünsche mit auf den Weg. Zum einen die Gabe zu kommunizieren, kritisch und besonnen auswählen und auch auf steinigen Wegen die nötige Ruhe zu bewahren. Spätestens jetzt war allen Absolventen bewusst, warum ihnen ihr Schulleiter vor seiner Rede einen Stein gegeben hatte.

Laute Klänge in ruhiger Umgebung

Nachdem die feierliche Entlassfeier bis dahin recht ruhig verlaufen war, sorgten Toni Jukic und Markus Wildmann mit einem Hardrockbeitrag für angenehmen Lärm in der Schulaula. Gelungen waren auch die Ausführungen der Schülersprecher Marc Funke und Caroline Scharla. Die beiden gaben sich als NSAbi-Agenten aus und hielten in einem Zwiegespräch Rückschau auf die teilweise aufregende Schulzeit. Mit launigen Beispielen dankten sie allen, die dazu beigetragen hatten, dass sie alle das Abitur bestanden haben.

Zum Abschluss sangen die Abiturienten »Auf uns«. Musiklehrerin Simone Resch, die an diesem Tag Geburtstag feierte, hatte ganze Arbeit geleistet. Herausgekommen ist ein ausdrucksvoller Gesangsbeitrag.

Höhepunkt der Abschlussfeier war die feierliche Überreichung der Reifezeugnisse durch den stellvertretenden Schulleiter Markus Spiegel-Schmidt und Oberstufenkoordinator Gerhard Schiener. Strahlende Gesichter junger, glücklicher Menschen waren auch für die Lehrkräfte und die anwesenden Eltern und Verwandten ein schöner Lohn. Christian Wechslinger