weather-image
17°

»Mit Hose hätte er mir besser gefallen«

4.8
4.8
Bildtext einblenden
Witzig, aber verkehrsgefährdend: Die Polizistenstatue, die seit Samstagfrüh am Kreisverkehr im Stangenwald stand, ist seit Montag in der Salzhalle der Straßenmeisterei eingelagert. Foto: Zeughan

Bischofswiesen/Weißbach – Der Einsatz dauerte nur ein Wochenende. Seit Montagfrüh liegt die Statue des Polizisten mit heruntergelassener Hose (wir berichteten) fein säuberlich verpackt im Salzlager der Straßenmeisterei in Bischofswiesen. Das Kunstwerk hatte seit Samstagmorgen am neuen Kreisverkehr im Stangenwald und zuvor in Weißbach an der Alpenstraße für Aufsehen und Gelächter gesorgt.


Wenn man Martin Bambach von Staatlichen Bauamt Traunstein auf die gewagte Installation anspricht, muss er erst einmal laut lachen. »Das war schon lustig«, gibt er ehrlich zu. Als er am Montag im »Berchtesgadener Anzeiger« von der Statue gelesen habe, habe er sofort einen Trupp Arbeiter losgeschickt, um das Holzgebilde zu entfernen. »Der Kreisverkehr befindet sich auf unserem Grund, deshalb mussten wir handeln«, erklärt Bambach. Vor allem auch deshalb, weil eine gewisse Verkehrsgefährdung von der Statue ausgegangen sei.

Anzeige

Mit besonderer Umsicht habe man den »Polizisten« abtransportiert und zur benachbarten Salzhalle der Straßenmeister Bischofswiesen gebracht. Dort haben ihn die Arbeiter sorgfältig eingelagert. So lange, bis ihn der Besitzer abholt. »Natürlich kann er die Figur wiederhaben«, verspricht Martin Bambach. Der inzwischen weiß, dass es sich bei der Figur um dieselbe handelt, die zuvor in Weißbach an der Alpenstraße stand.

Denn der Urheber des Kreisverkehr-Kunstwerks, der nicht namentlich genannt werden will, hat sich inzwischen beim Staatlichen Bauamt in Traunstein gemeldet. »Ich habe ihm empfohlen, sich genau zu überlegen, wo er das Ding das nächste Mal aufstellen will«, lacht Martin Bambach.

Auch Berchtesgadens Polizeichef Günther Adolph findet die Skulptur lustig. »Das ist eine bärige, sehr detailverliebte Arbeit«, lobt der Erste Polizeihauptkommissar. Beleidigt fühlt sich Adolph dadurch nicht. Aber: »Wenn er eine Hose anhätte, würde ich ihn noch witziger finden.«

Rechtliche Konsequenzen hat der Künstler übrigens nicht zu befürchten. Weder Staatliches Bauamt noch Polizei wollen Anzeige erstatten. »Man könnte durchaus eine unerlaubte Sondernutzung des Grundstücks konstruieren«, klärt Adolph auf. Was eine Ordnungswidrigkeitsanzeige zur Folge hätte. Auch eine Sicherstellung wäre möglich gewesen. »Wertvolle Gegenstände darf die Polizei so lange sicherstellen, bis sie der jeweilige Eigentümer abholt«, so der Polizeichef. Christian Fischer