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Unterstützen die »72-Stunden«-Aktion des BDJK im Berchtesgadener Land: Jugendreferentin Sylvia Scheifler (l.), Julia Schmied und Bernhard Hennecke. (Foto: Bittner)

Berchtesgadener Land – Drei Tage im Mai stehen ganz im Zeichen einer besonderen Veranstaltung: Im Rahmen des Sozial-Projektes »Uns schickt der Himmel – die 72-Stunden-Aktion des BDKJ« (Bund der Deutschen Katholischen Jugend), geht es darum, eigene Ideen zu entwickeln und schließlich innerhalb kurzer Zeit umzusetzen. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene engagieren sich 72 Stunden lang eigenverantwortlich und selbstorganisiert in einem sozialen Projekt.


Zahlreiche heimische Institutionen unterstützen die Aktion, federführend die Katholische Jugendstelle im Berchtesgadener Land. Zentral mit im Boot sitzen die Caritas Berchtesgadener Land, Jonathan Soziale Arbeit und die DPSG, die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg, Bezirk Ruperti-Mühldorf. »Die Teilnehmer setzen sich für eine offene, solidarische und vielfältige Gesellschaft ein«, sagt BDKJ-Bundesvorsitzender Thomas Andonie.

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Sylvia Scheifler, Jugendreferentin an der Katholischen Jugendstelle BGL, informiert: »Die Aufgabe des Koordinierungskreises (KoKreis) ist es, spannende Projekte zu finden, Aktionsgruppen zu vernetzen und Ansprechpartner bei allen Fragen rund um die Aktion zu sein. Dazu gehört die Gewinnung von Unterstützern und Sponsoren. Die Umsetzung gestalten die Jugendlichen jedoch komplett eigenverantwortlich.«

Die Eckpunkte des Projektes lauten gemeinsam planen, diskutieren, sozial grenzenlose Kreativität, Engagement, Zusammenhalt, Glauben, Toleranz und Weltoffenheit. 2013, bei der letzten bundesweiten »72-Stunden«-Aktion, nahmen bayernweit 170 000 Jugendliche teil, die rund 4 000 Projekte umsetzten. Damals waren im Berchtesgadener Land neun Jugendgruppen mit fast 140 Teilnehmern dabei: unter anderem von der Katholischen Stadtkirche Bad Reichenhall, der KLJB-Gruppen aus Teisendorf, Anger und Thundorf-Straß sowie die DPSG-Stämme aus Mitterfelden und Freilassing. In der Kurstadt wurde ein Jugendaltar gebaut, ein Mehr-Generationen-Pfarrgarten in Marktschellenberg oder ein Garten für die Bewohner des Lebenshilfe-Wohnheimes Adelstetten gestaltet.

Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt. »Wir müssen nur rechtzeitig Bescheid wissen«, sagt Scheifler, damit »wir gegebenenfalls vorbereiten können: Sponsorensuche, Firmen-Akquise, Absprachen mit den entsprechenden Gemeinden und so weiter«.

Auch für Schulklassen geeignet

Die Jugendlichen müssen nicht zwingend einer organisierten Gruppe angehören: »Es können sich auch Schulklassen oder einfach nur befreundete Gruppen anmelden.« Dabei sein müsse nur eine verantwortliche Teamleitung, die mindestens 18 Jahre alt ist. Ansonsten liegt die Altersspanne bei neun bis 27 Jahren. Der Grundgedanke der Solidarität im Einsatz für Andere und mit Anderen steht in diesen drei Mai-Tagen im Fokus. Die Projekte greifen politische und gesellschaftliche Themen auf und sind lebensweltorientiert. Die Teilnehmer setzen sich konkret vor Ort in ihrem Sozialraum ein. Einen Raum, dessen Bedingungen und Probleme sie kennen. Dort werden sie tätig, sei es durch Nachbarschaftstreffen, Partnerschaften für Asylunterkünfte oder den Bau eines Klettergerüsts.

Andere haben 2013 den Gemeinde-Friedhof gereinigt und verschönert. »Es muss nicht handwerklich sein, gerne können soziale, politische oder ökologische Themen aufgegriffen werden. Wir hatten 2013 die Aktionsidee, dass Jugendliche den Lebenshilfe-Bewohnern einen schönen Tag gestalten könnten, zum Beispiel mit einem Theaterstück, Musik, einer Party«, so Scheifler. Sie wünscht sich, dass Kinder und Jugendliche »mit offenen Augen durch die eigene Gemeinde gehen und dabei Projektideen entwickeln, die sie anpacken wollen«.

Erfahrung ist garantiert

Die Gruppen erhalten Raum zur individuellen Ausgestaltung der Aktion. »Es ist eine bereichernde Erfahrung, zu sehen, was gemeinsam innerhalb weniger Tage erreicht werden kann«, so Scheifler.

Für die 72 Stunden gibt es drei Projekt-Varianten: Die bereits bewährte und selbstgewählte »Do-it«-Möglichkeit, in der die Gruppe ein eigenes Projekt einbringt. In der »Get-it«-Variante erhält das jeweilige Team eine Aufgabe des KoKreises, die es schließlich eigenverantwortlich umsetzt. Neu im Programm ist das »Connect-it« für nicht unbedingt in Jugendgruppen organisierte Interessierte, die sich anderen Gruppen anschließen können.

Der KoKreis für das Berchtesgadener Land besteht aus Andreas Gröbner (Jonathan Jugendhilfe Bad Reichenhall), Julia Schmied (Caritas-Fachstelle für Suchtprävention), Bernhard Hennecke (Jugendseelsorger) und seiner Kollegin Sylvia Scheifler (Jugendreferentin), beide von der Katholischen Jugendstelle Berchtesgadener Land sowie Ricarda Elsholz vom Bezirksvorstand Ruperti-Mühldorf der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG). Hans-Joachim Bittner