weather-image
28°

Mitglieder leisten 3 500 Stunden

4.5
4.5
Bildtext einblenden
Schreiben Nachbarschaftshilfe groß (v.l.): Stefan Pfnür, Caroline Puhlmann, Manfred Demel, Dr. Friedrich Schmidt, Walter Parma, Elisabeth Homberg, Manfred Vonderthann und Günter Wolf. (Foto: Berwanger)

Bischofswiesen – Die »Seniorengemeinschaft Berchtesgadener Land-Süd« hat sich seit 2014 zu einer starken, dynamischen Gemeinschaft entwickelt. Die Mitgliederzahl stieg von einst 60 bei der Gründung auf 610. Mit wie viel Einsatz in dem generationenübergreifenden Projekt nachbarschaftliche Hilfe geleistet wird, wurde in dessen jüngster Jahreshauptversammlung deutlich. »Wir sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen«, brachte Walter Parma, 3. Vorsitzender der Seniorengemeinschaft, die Erfolgsbilanz auf den Punkt.


Parma präsentierte den Anwesenden in seinem Vorstandsbericht beeindruckende Zahlen. Haben die Mitglieder der Seniorengemeinschaft 2015 noch 1 000 Hilfestunden geleistet, so waren es im vergangenen Jahr schon rund 3 500. Die Gründung der unter der Devise »Von Mitgliedern für Mitglieder« arbeitenden Seniorengemeinschaft sei angesichts des demografischen Wandels eine von den fünf Talkesselgemeinden unterstützte gute Entscheidung gewesen, so Parma. Der Bischofswieser Bürgermeister Thomas Weber versprach im Namen seiner Amtskollegen, den Verein auch weiterhin zu unterstützen: »Das ist wichtig und richtig«, betonte Weber.

Anzeige

In nur sieben Jahren werde ein Drittel der Bürger im inneren Landkreis älter als 60 Jahre sein, sagte Walter Parma. »Das entspricht der Einwohnerzahl von Berchtesgaden«, nannte er einen bildhaften Vergleich. »Die Sozialdienste allein werden die Herausforderung nicht mehr schaffen.« Eine Lösung könne eine Kooperation mit den ambulanten Pflegediensten der Region sein, überlegte Friedrich Schmidt. Wenn die Seniorengemeinschaft mit ihnen ihre Hilfeleistungen anbieten würde, könnten sich die Pflegedienste wieder verstärkt auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.

Wie abwechslungsreich die Hilfe der Mitglieder im Alltag aussieht und wie viel menschliche Wärme sich dabei zwischen Helfer und Hilfesuchende entwickelt, schilderten die Helfer Raimund Bitterling aus Marktschellenberg und Manfred Hajek aus der Stanggaß. Ob Begleitung beim Einkauf, Arztbesuch oder Spaziergang: »Es macht einfach Spaß«, so Hajek aus vollem Herzen. Elisabeth Homberg, Seniorenreferentin des Marktes Berchtesgaden, fügte hinzu: »Beide Herren sind absolute Allrounder und unsere Damen stehen ihnen in nichts nach.« Homberg ist im Verein unter anderem für die Ausbildung der Helfer zuständig.

Diese sind auch dafür ausgebildet, bei leistungsberechtigten Mitgliedern der Seniorengemeinschaft die nach dem Pflegestärkungsgesetz jedem Hilfsbedürftigen mit Pflegegrad zustehenden Sachleistungen in Form von Betreuung und Entlastung zu erbringen. Die Seniorengemeinschaft kann dann mit der jeweiligen Pflegekasse bis zu maximal 125 Euro abrechnen. Diese Möglichkeit hat dem vitalen Verein eine ordentliche Nachfrage beschert. Dass diese aber vor allem auf dem immens großen Einsatz aller Beteiligten bis hin zu Geschäftsstellenleiterin Magdalena Homberg zurückgeht, wurde bei der Versammlung einmal mehr deutlich.

Friedrich Schmidt betonte, dass es den Verein ohne den Helferkreis und die Hilfesuchenden, ohne die Leute, die sich so engagieren, so nicht geben würde. Schmidt wurde bei der Neuwahl ebenso im Amt bestätigt wie Walter Parma und 2. Vorsitzender Manfred Vonderthann, Kassier Manfred Demel und Schriftführer Stefan Pfnür. Stefanie Hopmann und Gabriele Luka-Höfling gaben ihre Ämter als Kassenprüferinnen wegen beruflicher Auslastung ab, ihnen folgten Anneliese Knirsch und Peter Peschik. Ina Berwanger