weather-image
19°

Mittendrin in Mittelerde

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Martin Freeman als Bilbo Beutlin spielt eine Hauptrolle in »Der Hobbit: Eine unerwartete Reise«. Das Abenteuer eröffnet in Berchtesgaden das 3D-Kinozeitalter. Foto: dpa
Bildtext einblenden
Filmrollen, wie Kinotechniker Thomas Kastner (r.) sie hier zeigt, wird es künftig nicht mehr geben. Die aktuellen Filme bekommt Kinobetreiber Hans Klegraefe künftig auf einer Festplatte geliefert. Anzeiger-Foto

Berchtesgaden - Wenn Bilbo Beutlin mit seinen Freunden in Mittelerde aufbricht, um ein großes Abenteuer zu erleben, dann ist der Berchtesgadener Kinobesucher jetzt mittendrin. Premiere feierte am Mittwoch im Kurkino Berchtesgaden nämlich nicht nur der neue Film »Der Hobbit: Eine unerwartete Reise« von Hollywood-Regisseur Peter Jackson, sondern auch die digitale Technik. Erstmals unterhielt Kinobetreiber Hans Klegraefe seine Besucher mit einem 3D-Film. Das 170 Minuten lange Kinoerlebnis kam gut an.


In eine Art Tiefenrausch verfielen die Zuschauer am Mittwochabend im Kurkino. Denn das dreidimensionale Abenteuer vermittelte dem Publikum das andauernde Gefühl, selbst in die tiefen Schluchten zu stürzen, durch die Bilbo Beutlin und seine Gefährten klettern.

Anzeige

Mithilfe des Zauberers Gandalf will die Zwergentruppe um Thorin Eichenschild das Zauberreich Erebor von der Herrschaft des Bösen Drachen Smaug befreien. Wen wundert's, dass das Ganze nicht so einfach ist? Auf dem langen Weg nach Erebor kreuzen die grausamen Orcs den Weg der Gefährten genauso wie Necromancer, Trolle und riesenhafte Wölfe. Faszinierende, wenngleich grausame Figuren, die viel Blut fließen lassen.

Doch es gibt auch die neogotisch schöne Elben-Fee, mit der selbst Gandalf gerne flirtet. Tolkiens Roman wurde mit diesen Figuren grandios umgesetzt. Die neue 3D-Technik zieht den Zuschauer noch tiefer ins Geschehen auf der Leinwand, sie nimmt ihn förmlich mit auf die spannende Reise, deren erster Teil damit endet, dass der im Goldschatz schlafende Drache plötzlich erwacht.

Es war ein würdiger Auftakt für das digitale Kinozeitalter in Berchtesgaden. Hans Klegraefe hat erhebliche Mittel investiert, um wieder auf dem neuesten Stand der Technik zu sein.

Ein Beamer so groß wie ein Familienkühlschrank wirft die hoch aufgelösten Bilder an die ebenfalls neue, silberbeschichtete Leinwand. 4K nennt sich das Format, dessen Standard 4 096 x 2 160 Pixel beträgt. Diese Auflösung ist viermal höher als beim 2K-Format für HD-Bilder. Das Ergebnis ist eine atemberaubende Bildqualität, die auch die kleinsten Details sichtbar macht.

Der neue Beamer ermöglicht auch Bildsequenzen von bis zu 60 Bildern pro Sekunde, bisher waren es 24. »Dadurch werden die Bewegungen noch flüssiger«, erklärt Hans Klegraefe.

Rund 25 Kilogramm wogen die Filmrollen, mit denen Hans Klegraefe und sein Team bislang zu tun hatten. Jetzt schickt die Verleihfirma einfach ein kleines Köfferchen, etwa so groß wie das eines Akkuschraubers. Darin befindet sich eine externe Festplatte, von der der Film in den Server überspielt wird. Dafür ist aus Sicherheitsgründen allerdings ein Code erforderlich.

Filme mit entsprechender Zugkraft werden im Kurkino künftig etwa zwei bis drei Wochen lang gespielt werden, etwa ein Drittel davon in 3D-Technik. Andere nur noch etwa zwei Wochen. »So lange Spielzeiten wie bisher wird es künftig nicht mehr geben, weil das Schwabenkino ja nicht mehr existiert«, erklärt Hans Klegraefe. Den »Hobbit« wird der Kinounternehmer noch die nächsten drei Wochen täglich um 16.30 und 20.15 Uhr zeigen.

Die Teile zwei und drei folgen im nächsten beziehungsweise im übernächsten Jahr. UK