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Milchwerke Berchtesgadener Land – Chiemgau hielten Generalversammlung in Berchtesgaden ab

Molkereigenossenschaft weiter auf Erfolgskurs

Die Molkereigenossenschaft Milchwerke Berchtesgadener Land – Chiemgau ist weiter auf Erfolgskurs. Das ist bei der Generalversammlung im Berchtesgadener Kurhaus klar geworden, zu der 500 der insgesamt etwa 1700 Landwirte und Genossenschaftsmitglieder gekommen waren.

Milch
Foto: dpa/Daniel Karmann

Im Geschäftsjahr 2017 steigerte die Genossenschaft ihren Umsatz auf 246 Millionen Euro. Mit über 315 Millionen Kilogramm Milch aus der Region zwischen Watzmann und Zugspitze wurde so viel Milch wie nie zuvor erfasst. Sie wird am einzigen Standort in Piding zu Milchprodukten verarbeitet, die im Premiumsegment vermarktet werden.

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Dass der Erfolg vor allem auf die langfristig ausgelegte Marken- und Qualitätsstrategie zurückzuführen ist, stellte die Führungsmannschaft der Genossenschaft – Aufsichtsratsvorsitzender Josef Siglreithmayr, Vorstandsvorsitzender Andreas Argstatter und Geschäftsführender Vorstand Bernhard Pointner – in ihren Reden ausführlich dar.

Siglreithmayr führte aus, dass das Jahr 2017 – nach dem bundes- und weltweiten Milchpreistief im Jahr 2016 mit Erzeugerpreisen von teilweise unter 20 Cent – den Milchbauern eine kleine Verschnaufpause geboten habe. Es sei durchgängig ein fairer und deutlich überdurchschnittlicher Milchpreis ausgezahlt worden. Mit dieser Strategie war es dem Berchtesgadener Land schon im Krisenjahr 2016 gelungen, seine Landwirte von der Krisenentwicklung abzuschirmen und weiter Erzeugerpreise von etwa 40 Cent zu zahlen.

Unter anderem dadurch sei es gelungen, den Strukturwandel im Einzugsgebiet zu bremsen. Während im Bundesgebiet etwa sechs Prozent der Betriebe mit Milchviehhaltung ihre Tätigkeit aufgaben, seien es im Gebiet der Milchwerke nur etwa drei Prozent gewesen. Neu hinzugekommen seien im Geschäftsjahr 2017 eine Reihe von Zuschlägen, um positive Anreize im Bereich der Haltungsformen bei Laufstall, Laufhof und Weide zu setzen. Die Mitglieder würden diese sehr positiv aufnehmen.

Argstatter erläuterte, dass die Spreizung am Markt noch nie so groß gewesen sei wie im zurückliegenden Jahr. Während Butter zu Rekordpreisen von drei Euro pro 250-Gramm-Stück verkauft worden seien, sei der Magermilchpreis auf unter zehn Cent gefallen und liege aktuell sogar nur noch bei fünf Cent. Industrie und Verbraucher würden darauf mit Kaufzurückhaltung reagieren, sodass der Absatz um zwölf Prozent eingebrochen sei. Ungeachtet dieser diffusen Marktlage würden weltweit Produktionskapazitäten ausgeweitet, erläuterte der Vorstandsvorsitzende weiter. All das deute auf künftig sinkende Erzeugerpreise hin, auch wenn derzeit noch klimatische Kapriolen in wichtigen Erzeugungsregionen wie Neuseeland oder Irland diese Entwicklung abpufferten.

Die Milchwerke Berchtesgadener Land würden es immer wieder schaffen, relevante Trends frühzeitig zu erkennen. So konnte die Genossenschaft ihren Qualitätsweg unter anderem mit gentechnikfreier Fütterung, Einsatz von Homöopathie, Engagement für Bewegung in Laufställen und auf der Weide und zuletzt das Verbot von Totalherbiziden wie Glyphosat auf Wiesen und Ackerland erfolgreich umsetzen und die Früchte dieser Bemühung ernten.

Pointner führte aus, dass der wichtigste »Player« in der Wertschöpfungskette immer noch der Verbraucher sei. Und deshalb würden die Kundenbedürfnisse und Wünsche bezüglich der Produkte bei den Milchwerken Berchtesgadener Land in den Mittelpunkt des Handelns gestellt.

Das im Oktober 2017 von der Molkereigenossenschaft einheitlich verabschiedete Verbot von Totalherbiziden wie Glyphosat habe nie dagewesene, begeisterte Kundenrückmeldungen hervorgerufen. Deutlich anziehende Umsatzzahlen seit dieser Entscheidung würden zeigen, dass die Kunden auch tatsächlich handlungsbereit seien. Diese Erfahrungen würden Mut machen, auch weitere Aspekte rund um Qualität, Nachhaltigkeit und Fairness führend zu besetzen.

Auch die Politik der fairen und auskömmlichen Milchpreise honoriere der Kunde. 70 Prozent der Lebensmittel im Kühlregal würden zum Aktionspreis verkauft, während gleichzeitig die wenigsten Verbraucher bei uns darauf angewiesen seien, Milch und Butter zu Ramschpreisen zu kaufen. »Bei diesem Spiel wollen wir nicht mitspielen«, so Pointner.

Die Basis dafür seien nicht nur aktive, aufgeschlossene und unternehmerisch den-kende Mitglieder, sondern auch ein moderner Molkereistandort. Dieser wurde in den vergangenen zehn Jahren mit einem Investitionsvolumen von 120 Millionen Euro aus eigener Kraft kontinuierlich ausgebaut. Aktuell beschäftige man 430 Mitarbeiter, davon 28 Auszubildende in sieben verschiedenen Ausbildungsberufen. fb