weather-image
17°

Musi, Menüs und mediterranes Marktflair

4.0
4.0
Bildtext einblenden
Höre, staune, gute Laune: Steffi Rudolphi und ihre Bandkollegen. (Fotos: Tessnow)

Berchtesgaden – »Montag auf d'Nacht werd' Musi g'macht« hat sich in Berchtesgaden längst als Publikumsmagnet und geselliger Treffpunkt für Jung und Alt etabliert. Seit Jahren erfreut das gemischte Konzept aus harmonischem Miteinander zum Wochenstart sowohl Einheimische als auch Gäste.


Was darfs denn sein? Schweinsbraten und Bier zur Blasmusik, ein Aperol-Spritz mit Pizza und Hits? Vielleicht doch lieber cool in einem kühlen Glas Gin  Tonic zum raschelnden Jazz die Eiswürfel klimpern lassen? Oder einfach nur mal wieder »Leute schauen gehen«?

Anzeige

Einmal pro Woche fortgehen, essen, trinken und Livemusik obendrauf. All das von 18 bis 22 Uhr. So einfach kann ein Konzept sein. Bei vielen hat sich die wöchentliche Veranstaltung im Markt mittlerweile zu einer festen und attraktiven Veranstaltung etabliert. Auch heuer gilt das Motto wieder bis Mitte September.

Die Organisation obliegt wieder Tourist-Info-Chefin Claudia Schülein und ihrem Team vom »AlpenCongress«. Die »Aktiven Unternehmen« tragen die Verantwortung und kümmern sich um die Werbung. Gemeinsames Ziel ist es weiterhin, in den Sommermonaten Einheimische und Touristen zum Flanieren in den Markt zu locken. Rund 50 Kleinkonzerte im Verbund mit ansässiger Gastronomie und kulinarischer Vielfalt sollen den Besuchern Spaß und Unterhaltung bereiten.

Den Auftakt am Montag gestalteten pünktlich um 18  Uhr auf dem Weihnachtsschützenplatz die fesch hergerichteten Dirndln und Buam der Trachtler-Jugendgruppe vom GTEV »D'Edelweißer«. Für Plattler und Figurentänze gab es vom Publikum viel Applaus. Freunde der Blasmusik kamen anschließend auf ihre Kosten. Die Marktkapelle Berchtesgaden erfreute den Zuhörerkreis rund um die Bühne mit schmissigen Märschen und Polkas. Claudia Schülein hatte extra noch ein großes Banner an der Bühne positioniert. Denn der Weihnachtsschützenplatz soll als Zentrum für traditionell typische Darbietungen stehen, während im Umfeld auf wechselnde Interpreten und gemischte Stile Wert gelegt wird.

So verwandelte sich im Laufe des Abends die Fußgängerzone in ein geselliges Beisammensein mit fast schon südeuropäischem Flair. Auch das Wetter spielte halbwegs mit und störende Gewitter blieben aus. Die Tische und Bänke vor den Lokalen waren alle voll besetzt. Die Veranstaltung ist stark witterungsabhängig und im Hochsommer wird es vermutlich wieder eng werden.

Zwischen »Goldener Bär« und »Café Forstner« spielte der »Flachgau Express« auf. Mit Oberkrainermusik und Schlagermelodien im Repertoire lud das Quartett zum Mitklatschen ein. Flinke Finger an der Steirischen Harmonika, knackiges Gebläse und freche Zitate zeichneten ihren Stimmungssound aus. Vor dem »Ristorante Da Branka« saß Steffi Rudolphi an der Westerngitarre. Zusammen mit ihren drei Musikern hatte sie ein großes Set aus Rock-, Pop- und Folksongs zusammengestellt. Vier Stunden sang die junge Berchtesgadenerin mit klarer Stimme. Das muss man auch erst mal bringen. Wer ein lauschiges Plätzchen suchte und nicht unbedingt direkt Musik hören wollte, war unter den Kastanienbäumen im Biergarten vom Gasthof »Neuhaus« gut aufgehoben. Auch vor dem »AlpenCongress« gab es etwas auf die Ohren. Etwas abseits der Fußgängerzone unterhielt Sängerin Fiona Fergusson mit ihren zwei Musikern die Gäste in »Sophies Café«. Die Jazz-, Latin- und Soulnummern durften auch den rund 40 »Lederhosentrainingsabsolventen« gefallen haben. Sie dehnten und streckten sich parallel auf dem Grün des Kurgartens. Alle Kapellen hatten genügend Abstand voneinander und kamen sich akustisch nicht in die Quere. Und wer dann seine Runde durch den Markt beendet hatte, konnte am Triembacher-Eck wieder von vorn beginnen. Jörg Tessnow