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Musik, Akrobatik und eine dämliche Kuh

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Konzentriert: das Bläserensemble der CJD-Realschule. (Fotos: Tessnow)
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Angelina Huber legte einen Soloauftritt mit toller Stimme hin.

Schönau am Königssee – Schneidig, lustig, poppig soll er sein: Einmal im Jahr veranstalten die CJD  Christophorusschulen Berchtesgaden den »Musischen Abend«. Die jungen Schüler fieberten ihren Auftritten am Mittwochabend in der Aula der CJD-Realschule im Schneewinkl entgegen und zeigten in den anspruchsvollen Sparten von Musik, Theater, Tanz und Akrobatik, was sie drauf haben. Zum Finale griff Realschulleiter Wolfgang Greiner selbst zur Posaune und es gab einen letzten persönlichen Abschiedsblues.


Der Abend zog mehr Gäste an, als geplant. Und so mussten noch weitere Stühle in die Aula getragen werden. Dann konnte es aber schulisch pünktlich losgehen. Die Veranstaltung kann mittlerweile auf eine jahrzehntelange Tradition zurückblicken. »Was wir hier wollen, ist immer einen repräsentativen Querschnitt aus dem Musikunterricht und den Theater-AGs zu vermitteln«, sagte Realschulleiter Wolfgang Greiner und brachte es somit in seiner Begrüßungsansprache auf den Punkt.

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Unter seiner Leitung und mit seiner Begleitung auf dem E-Piano begann der vielfältige Abend mit dem Bläserensemble der CJD-Realschule und es gab nach drei Arrangements erstmals donnernden Aula-Applaus. Die Theater-AGs beider Schulen versetzten die Zuhörer mit ihrem »Bauernsketch« und Heinz Erhards Klassiker »Die Made« gleich in Schmunzelstimmung.

Dann störte leider die Technik den Auftritt von Laura Gleixner. Die junge Sängerin mit zwölfsaitiger Gitarrenbegleitung musste noch einmal von vorn beginnen. Die Siebtklässlerin meisterte Cindy Laupers »Time after Time« dennoch und zog den Song unbeirrt durch. Das ist eben so bei einem Liveauftritt. Aber gerade das verlieh der Veranstaltung ihren authentischen Charme und das Publikum belohnte das Talent mit unterstützendem Beifall. Beim späteren Soloauftritt von Angelina Huber funktionierte das Mikrofon wieder und alle konnten beeindruckt hören, wie gut auch sie singen kann.

Die meisten Zuhörer erahnen nicht, wie viel Übungsstunden und Nervosität so ein Jahresabend abverlangt. Für die jungen Künstler ist es sogar eine dreifache Belastung. Der Kampf mit sich selbst, die Eltern und den Lehrer gilt es nicht zu enttäuschen, und vor den Klassenkameraden will man sich auch nicht blamieren. So ist es gar keine Selbstverständlichkeit, als Sechs- oder Siebtklässler plötzlich vor einer 150-köpfigen »Erwachsenenexpertenjury« und vor strengen Blicken Gelerntes fehlerfrei vorzutragen. Lampenfieber ist vorprogrammiert.

Aber auch für die Lehrer ist so eine Vorstellung nicht leicht. Auch sie mussten beweisen, was den Kindern beigebracht wurde und was sie selbst instrumental auf dem Kasten haben. Die fesch herausgeputzte Christina Hollrieder störte das alles nicht. Sie spielte am Hackbrett wie ein Profi Liedgut der »Gerstreit Musi« und der »Schönauer Musikanten«. Genauso schneidig perfekt gelang das Johann Hollrieder mit zwei »Boarischen« unter anderem von der »Rotofenmusi«. Der Circus »Azebu« brachte nach der Pause die Gäste zum Mitklatschen. Drei Mädels auf dem Einrad und ein Duo mit Diabolo-Demonstration erfreuten die kulinarisch gestärkten Gemüter.

Das gelang auch der Theater-AG des Gymnasiums mit dem Loriot-Sketch »Garderobe« und Heinz Erhards »Die Kuh«. Die nach den Aussagen des Komikers im Geiste eher schlicht strukturiert ist. Da lachte die Aula. Bevor der bunte Abend endete, sang der Realschulchor unter der Leitung von Musiklehrerin und Mitorganisatorin Karin Meindl poppige Songs von Shawn Mendes und Zara Larsson.

Normalerweise beenden die Kinder das musische Jahres-Event. Das war heuer anders. »Bevor der Fritz in den Ruhestand geht, möchten wir ausnahmsweise zum Veranstaltungsende noch einen unruhigen Blues zum Abschluss einbringen. Er wollte ihn in E, ich in F. So einigten wir uns halt auf EF«, erklärte Wolfgang Greiner dem Publikum. Fritz Sklenarik zupfte daraufhin die Westerngitarre und der Realschulleiter zog an der Posaune nach Chris Barber. Zum Schluss gab es Blumen. Jörg Tessnow